10 Tipps für Silvesterangst bei Pferden

Silvester ist für viele Tiere ein Stressfaktor und somit auch für ihre Besitzer, die sich jedes Jahr wieder dieser Thematik stellen dürfen. Zum Glück aber gibt es auch eine Großzahl an Hunden und Pferden, die das Ganze gut wegstecken.

Ich selbst hatte eine völlig paranoide Hündin was Feuerwerke angeht und habe jahrelang versucht ihr die Silvesternacht leichter zu machen. Zum Glück konnte ich gerade in den letzten Jahren meine Pferde guten Gewissens sich selbst überlassen um mich auf die Hündin zu konzentrieren, denn meine Pferde laufen vielleicht mal auf der Weide und im Paddock hin und her und fressen dann weiter, sie haben kein großes Problem mit Silvester.

Das war nicht immer so, wenn ich zurückdenke, habe ich die meisten Silvester meines Lebens bei den Pferden verbracht und ich habe viele Schüler/innen, für die Silvester mit den Pferden ebenfalls keine Party ist.

Welche Möglichkeiten gibt es Silvester leichter zu machen?

Nach der Arbeit mit über 1000 Pferden kann ich sagen, dass kein Pferde ist wie das Andere und was dem einen hilft, kann dem andern Schaden zufügen. Das macht die Sache nicht leichter und erfordert ein genaues analysieren der jeweiligen Pferdepersönlichkeit im Vorfeld. Die folgende Auflistung kann somit nur eine Inspiration darstellen, kein Garant für ein sicheres Silvester, dazu wäre ein ganzes Buch notwendig und jeder Mensch macht mit seinem Pferd andere Erfahrungen. Während die einen nie Probleme haben, haben die andern immer Probleme usw….

  1. Am einfachsten ist es sicherlich wenn man die Möglichkeit hat, die Pferde für diese Nacht in einem geschlossenen Stall unterzubringen, der möglichst Blick-und Geräuschdicht ist, und wo am besten jedes Pferd seine eigene stabile Box hat.

Natürlich sollten die Pferde möglichst schon vorher täglich an diesen Stall gewöhnt worden sein und sich dort sicher fühlen, aber das ist nicht zwingend die Voraussetzung, Sicherheit geht vor.

  1. Zusätzlich kann man die Pferde daran gewöhnen, dass jede Nacht jemand kommt und das Licht an macht(damit man das Feuerwerk draußen nicht sieht) und laute Musik anschaltet(damit man das Feuerwerk draußen nicht hört). Die Musik muss natürlich sehr laut sein um das Feuerwerk zu übertönen. So habe ich übrigens das entspannteste Silvester mit meinem Hund verbracht.
  1. Wenn man diese Möglichkeit nicht hat, und so wie ich „nur“ Weide und Offenstall zur Verfügung hat, dann habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, einen kleinen Bereich sehr stabil und sicher ein zu zäunen, damit die Pferde nicht in Panik über die Weide und durch den Zaun rennen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass wenn sie ständig in ihrem Vorwärts gebremst werden und wieder umkehren müssen, sie nicht so panisch werden wie wenn sie nur vorwärts rennen. Durch das ständige Wechseln der Richtung kommen sie mehr auf die linke Gehirnhälfte, allerdings muss natürlich genug Platz für rangniedere Tiere sein, vor den ranghöheren auszuweichen oder man muss die Pferde noch besser separieren. Und dennoch gibt es Pferde, die sich durch Rennen beruhigen und hier ist eine große Fläche sogar hilfreich.
  1. Sehr schwierige Fälle habe ich sogar ans Halfter genommen und während dem Feuerwerk fest gehalten oder beschäftigt, damit sie sich nicht so sehr aufs Feuerwerk konzentrieren konnten. Hierzu muss das Pferd aber absolut respektvoll dem Menschen gegenüber sein, damit in jedem Moment die Sicherheit von Mensch und Pferd gewährleistet ist.
  1. Auch mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln kann man nach Absprache mit Tierarzt oder Heilpraktiker zusätzlich arbeiten, sollte hier aber genau auswählen, was für das jeweilige Pferd passt. Hier habe ich persönlich nur mit Bachblüten und Homöopathie gute Erfahrungen gemacht, bei manchen hilft es gut, bei andern Pferden scheint es keinerlei Wirkung zu haben.
  1. Seit ca. 2 Jahren gibt es das Relaxopet für Hund, Katze und Pferd. Ich hatte es für meinen Hund gekauft, die Tiere müssen schon vor Silvester daran gewöhnt werden, mich persönlich hat es sehr beruhigt aber leider nicht meinen Hund. Ich habe allerdings viele Berichte gelesen, in denen Tiere damit ruhiger waren. Hier kommt es auf einen Versuch an.
  1. Oft liegt so eine Silvesternacht weit außerhalb der Komfortzone vieler Pferde und wenn man ein Pferd hat, mit der Komfortzone in Größe eines Stecknadelkopfes, dann sollte man hier ansetzen und die Komfortzone erweitern und zwar in allen Details des täglichen Umganges mit allen Herausforderungen am Boden, unter dem Sattel und am Pferdehänger. Dies allein füllt locker ein ganzes Buch und ist Thema meiner Seminare mit Pferden. Es ist nicht so leicht zu erklären und vielen Pferdebesitzern ist gar nicht bewusst, dass ihre Pferde eine winzige Komfortzone haben, vielleicht aber haben auch viele Besitzer eine kleine Komfortzone….. Wer hier mehr wissen will, kann sich mein umfassendes E-Book hier(klicken) herunterladen.
  1. Manche Pferde kann man auch wochenlang vor Silvester mit CD-Player und Feuerwerks-Geknalle zunehmend an den Krach gewöhnen, hier ist es wichtig den Reiz in dem Moment weg zu nehmen, in dem das Pferd mal eine Sekunde entspannt ist. Doch ich habe die Erfahrung gemacht, dass es nicht die gleiche Qualität hat wie wenn es live ist und beim üben den Menschen oft das richtige Timing fehlt und das ist hier ausschlaggebend für den Erfolg. Man kann zwar die Geräusche nachstellen, jedoch nicht die Energie, die diese Nacht beflügelt. Und Pferde die auf Energie reagieren, das ist die wirklich schwerere Variante und womöglich nur mit der Kombination ALLER vorherigen Tipps auch nur annähernd in den Griff zu bekommen im Laufe der Jahre.
  1. Egal wie leicht oder schwer das Problem ist, es hilft fast immer mit dem Pferd lange vor Silvester an den zwei Hauptaspekten für ein glückliches Zusammensein zu arbeiten: Respekt und Vertrauen!!!! Wer den absoluten Respekt und das absolute Vertrauen seines Pferdes hat, es mutig gemacht hat, der wird es auch bei Silvesterangst leichter haben. Doch die Ansichten über Respekt und Vertrauen sind sehr unterschiedlich und ich habe in einem 60 minütigen Coachingvideo(hier klicken) versucht klar zu machen, wie man dies beurteilt und wirklich erreichen kann. Ein wirklich mutiges Pferd wird in allen Lebenssituationen, auch an Silvester einfacher im Umgang und stressfreier für sich selbst sein, deshalb ist es für mich ein absolutes Muß, meine Pferde mutiger zu machen.
  1. Auch hier so wie in allen Bereichen steht und fällt alles mit der Persönlichkeit des Pferdes. Während mein Alibaba schon bei einer Nachtshow einfach neben dem Feuerwerk stand als wäre es das natürlichste der Welt, wäre das mit anderen Pferden nicht denkbar. Wenn Du mehr über die Einschätzung der Persönlichkeit Deines Pferdes wissen willst, empfehle ich Dir den Besuche meines Tagesseminares „Einblick in die Pferdepsyche“(hier klicken). Dieses Seminar hilft Dir, Pferde insgesamt und Dein Pferd im Speziellen realistisch einzuschätzen und Dich vor bösen Überraschungen zu schützen.

Im Zweifelsfalle würde ich ein Offenstall-Pferd einige Tage vor Silvester und notfalls direkt an Silvester in einem Pensionsstall oder bei Freunden mit Boxenhaltung unterstellen um Gefahren für Mensch und Pferd auszuschließen. Ein Pferd das in einer stabilen und sicheren Box (die notfalls bis oben hin vergittert sein sollte, denn panische Pferde springen auch aus einer halb hohen Box heraus) außer Kontrolle gerät ist immer noch weniger schlimm als ein Pferd das in der Silvesternacht Zäune durchbricht und in ein Auto läuft und Menschen gefährdet.

Ich wünsche allen ein ruhiges Silvester und viel Erfolg bei der Vorbereitung der Pferde.

Liebe Grüße Christiane Göbel

 

 

 

 

 

 

 

Natural-Horsemanship – Was ist das?

1. Was ist Horsemanship?

Horsemanship ist für mich keine „Methode“ und auch keine Reitweise, es ist vielmehr eine Lebensphilosophie, die sich darum bemüht Pferde ohne „künstliche“ Zwangsmittel auf natürliche Art und Weise zum Partner zu machen.

Nach Filmen wie „Der Pferdeflüsterer“(von Nicolas Evans) mit Robert Redford oder „Ostwind“mit Pferden die von Kenzie Dysli trainiert wurden, wurde der Begriff von Natural Horsemanhipnun auch im großen Kino der breiten Masse zugänglich, wenn auch oft ohne tiefgehendes Fundament, mit tollen Effekten und einer schönen Story dahinter.

2. Pat Parelli – der Vater des Horsemanship?

Menschen wie Monthy Roberts und Pat Parelli und Ihre Schüler tragen seit Jahrzehnten dieses Wissen in die Welt und somit ist für die meisten Pferdebesitzer heute „Horsemanship“ kein Fremdwort mehr.

Auch für mich persönlich kam die „Erleuchtung“ 1995 über die Konzepte von Pat Parelli und er war vor 25 Jahren sicher einer der ersten, wenn nicht der erste, der das Wissen über Natural Horsemanship im großen Stil verbreitet hat. Ich persönlich war fast 7 Jahre lang im Studentenprogramm von Pat Parelli dabei und sehe mit Freude und Dankbarkeit auf diese Zeit damals zurück.

3. Horsemanship – die Grundlagen

Es reicht nicht ein Knotenhalfter zu benutzen um „Horsesmanship“ zu praktizieren, es geht um viel mehr. Natürlich erkennt man wahre Horseman/women daran welche Ausrüstung sie verwenden oder auch nicht verwenden, jedoch benötigte man zum Knotenhalfter auch das Wissen um Techniken und Strategien in der Anwendung dessen.

Hierzu gehört einmal das Wissen über die Techniken, wie man Pferde in alle Richtungen bewegt, wie man Vertrauen und Respekt bekommt, wie man Pferde mutig macht und ihnen das Gefühl gibt, das mein Wunsch zu ihrem wird.

Ebenfalls ist meiner Meinung nach ein umfangreiches Wissen über die Psyche des Pferdes notwendig, weshalb ich dieses Wissen auch in meinem Kurs „Einblick in die Pferdepsyche“ zur Verfügung stelle.

Es geht um gegenseitiges Vertrauen zwischen Mensch und Pferd und im Grunde ist es keine spezielle Methode der Kommunikation, sondern schlicht und einfach eine Kommunikation auf Pferdeebene, mit Mimik und Gestik um eine harmonische Partnerschaft zu erarbeiten.

4. Sind Leckerlis erlaubt?

Diese Frage wird mir häufig gestellt und ich möchte weder von Erlaubnissen, noch von Verboten sprechen, doch schauen wir uns das Ganze einfach mal aus Sicht der Pferde an.

Pferde lieben Komfort und sie lieben es zu chillen und wenn dann da ein ranghohes Pferd daher kommt und sie bei ihrem Komfort stört und sie müssen sich bewegen, damit sie nicht die Hufe und Zähne des ranghohen Pferdes zu spüren bekommen, dann tun sie das meistens auch.

Wie belohnt nun das ranghohe Pferd dieses Verhalten? Es schenkt dem rangniederen Pferd Komfort, ja Pferde belohnen sich durch Komfort. So einfach ist das und dennoch können wir Menschen dies z.B. mit Futter und Stimme noch verstärken, aber hier sollte der Mensch sehr genau wissen wie und wann er das macht.

5. Zusammenfassung Horsemanship

Der Mensch lernt die Sprache des Pferdes und das Pferd soll lernen, den Menschen zu respektieren und ihm zu vertrauen, um den Umgang mit dem Pferd zu erleichtern, sicherer zu machen und gemeinsam Spaß zu haben, egal ob beim Spring-, Dressur- oder Westernreiten, egal ob bei der Freiheitsdressur, bei der hohen Schule, beim Kutsche fahren, beim Wanderreiten, Freizeitreiten etc…..Natural Horsemanshipist ein Fundament auf das man alles andere problemlos aufbauen kann.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

Einblick in die Pferdepsyche – Die fünf größten Fehleinschätzungen bei Pferden

Ist es Dir auch schon mal passiert, dass Du Situationen mit Deinem Pferd erlebt hast, die Dich völlig überrascht haben? Überrascht deshalb, weil Du Dein Pferd völlig anders kennst und eingeschätzt hast?

In den letzten Jahrzehnten hab ich immer wieder Unfälle und Zwischenfälle mit Pferden erlebt, die für mich absolut vorhersehbar waren. Ja ich habe mich sogar oft gewundert, dass schon nicht viel früher etwas passiert ist und wunderte mich über die Blauäugigkeit der Besitzer.

Ich möchte auf keinen Fall Schwarzmalen und Angst erzeugen, es geht eher um völlig reale Einschätzungen von Pferden und das rechtzeitige korrigieren von Verhalten um Schlimmeres zu verhindern.

Was mich immer gewundert hat, und noch heute wundert ist die Tatsache, dass Pferde so oft falsch interpretiert und eingeschätzt werden und das hat oft gefährliche Folgen.

Doch mit Menschen passiert uns dies ja oft genauso und sicher kennst auch Du Menschen, die Du z.B. auf der Arbeit als respektvoll, freundlich und fleißig kennen lernst und wenn Du diese dann eines Tages daheim erlebst, musst Du erkennen, dass sie im privaten Bereich völlige Rüpel sind, ohne Manieren und Stil.

Oder der chaotische, cholerische und unfreundliche Nachbar, der in Gegenwart seiner neuen Freundin plötzlich freundlich und sortiert erscheint etc…. hier fallen Dir sicher noch viele Beispiele ein und wenn uns dies schon bei Menschen passiert, wie ist es dann erst bei Pferden? (Obwohl ich hier die Einschätzung durch Tests bei Pferden als sehr viel einfacher empfinde 😉 )

Deshalb will ich hier fünf der meist erlebten Fehleinschätzungen aufzählen um Deine Sinne zu schärfen:

  1. „Dies ist ein braves Pferd“ höre ich sehr oft von Pferden, die passiv respektlos sind. Es gibt passive und aktive Respektlosigkeit, ein aktiv respektloses Pferd tritt, beißt, steigt, reißt sich los etc… es fällt einfach auf, dass sie respektlos sind. Während die passiv respektlosen Pferde einfach möglichst „nichts“ tun, sie bewegen sich einfach nicht oder minimalistisch und werden deshalb als brav eingestuft. Wenn man jedoch mit sehr bestimmter Haltung und fordernd an jene Pferde heran tritt und Dinge abverlangt, dann mutieren sie ab einem gewissen Reizstadium sogar aktiv respektlos und bringen ihren Menschen in Bedrängnis.
  2. „Dieses Pferd ist sehr respektvoll“ höre ich oft von Pferden, die unsicher und ängstlich sind und deshalb die Führung des Menschen nicht in Frage stellen, sich leicht bewegen lassen und alles tun was man von ihnen verlangt. Hier sollte man unbedingt auf das WIE achten, WIE machen diese Pferde all diese Dinge? Eilig und übereifrig, sogar hektisch werdend, dann liegt der Verdacht nahe dass es ihnen an Selbstbewusstsein und Mut mangelt. Wenn es nun zu einem Reiz im Aussen kommt, vor dem sich das Pferd mehr „fürchtet“ als vor der Konsequenz des Menschen, kann dies fatale Folgen haben, denn diese Art Pferd bringt oft sich selbst und den Menschen in Gefahr.
  3. “ Der hat vor nix Angst“ höre ich oft von Pferden, die sehr selbstbewußt und mutig sind, so selbstbewusst und mutig, dass sie keinen Menschen brauchen und somit auch schwer zu überzeugen sind, wenn ein Mensch etwas von Ihnen will, das ausserhalb ihrer Komfortzone liegt. Sie haben nämlich auch keine Angst vor Konsequenzen des Menschen, und müssen lernen Respektvoll zu seines sonst machen sie was sie wollen.
  4. „Sonst geht der immer in den Anhänger“ höre ich oft von Pferden, die mit einem auswendig gelernten Schema z.B. das Hängerverladen erlernt haben. Das geht meist so lange gut, bis mehrere ungünstige Reize von aussen aufs Pferd einströmen und dazu führen, dass scheinbar aus heiterem Himmel das Pferd nicht mehr in den Anhänger geht. Dies führt oft zu Frustration und Ärger bei den Menschen, da sie nicht sehen können, dass dieses Pferd auch zuvor nicht wirklich verstanden hatte und einverstanden war mit dem was man verladen nennt.
  5. „Eigentlich habe ich keine Probleme mit dem Pferd“ kann auch bedeuten, dass man nie über die Komfortzone des Pferdes und über die eigene Komfortzone hinaus Dinge abgefragt hat und somit unter einer Illusion leidet, die im Ernstfall, wenn mehrere ungünstige Einflüsse zusammen kommen, dazu führen kann, dass es mit dem Pferd gefährlich oder zumindest unangenehm wird.

Was kann man nun tun um hier nicht einer Traumvorstellung oder Illusion zu erliegen?

Ich arbeite seit Jahren mit einem System, wo ich Pferde diversen Reizen aussetze um die „Wahrheit“ über ihren Charakter, ihre Persönlichkeit, ihr Naturell zu erhalten, bevor ich es in einen Anhänger lade, bevor ich mit dem Pferd den Hof verlasse und vor allem bevor ich mich auf das Pferd drauf setze.

Denn Spaß kann man am besten haben, wenn man sich sicher fühlt und auch die Kontrolle erlangen kann bei etwaigen Überreaktionen des Pferdes.

Wenn Du mehr dazu wissen willst, dann schau hier: http://www.christiane-goebel.de/Horsemanship/Pferdefluestern-leicht-gemacht/

oder hier: http://www.christiane-goebel.de/Horsemanship/Pferdefluestern-leicht-gemacht/

auf diesen beiden Veranstaltungen geht es um genau dieses Thema. Wenn auch Du so einen Event bei Dir am Hof haben willst, dann setz Dich mit mir in Verbindung unter info@christiane-goebel.de

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Ist die Arbeit mit Fohlen „Kinderarbeit“ ?

Diese Frage wird immer wieder gestellt und Fotos oder Videos im Netz von Menschen, die mit Fohlen arbeiten, werden oft mit wahren Hetzschriften versehen.

Hier muss man sich selbst nur ein paar Fragen stellen, wie z.B.:

Wie ist das in der Pferdeherde, haben die Fohlen und Jungpferde dort Narrenfreiheit oder müssen sie sich vom ersten Tag an Regeln halten?

Wie ist das mit einem Hundewelpen, lassen wir den 1 Jahr lang machen was er will, oder erziehen wir ihn vom ersten Tag an?

Wie ist das mit unseren Kindern, lassen wir diese die ersten 3 Jahre ihres Lebens völlig frei in ihrem Tun und dann soll das mal der Kindergarten erledigen?

Ich denke Sie wissen worauf ich hinaus will und es ist sehr verwunderlich, dass gerade bei einem Tier, das mit 3 Jahren dann oft das x-fache an Gewicht und Körpermasse mitbringt, der Mensch auf die Idee kommt, dieses Tier einfach mal die ersten 3 Jahre in Ruhe zu lassen.

Und dann nach 3 Jahren wird dieser unerzogene Wildling dann von der Koppel geholt und soll ein Reitpferd werden. Nach 3 Jahren Freiheit soll dieses inzwischen 1,60m große und 600 kg schwere Tier mit uns kooperieren und das tun, was wir wollen.

Ich denke das kann gut gehen oder sehr viel Kraft und Zeit kosten bis dieses Tier mit dem Menschen fein und kooperativ mit leichten Hilfen kommuniziert.

Wäre es nicht viel leichter vom ersten Moment der Geburt an, diesem kleinen Lebewesen auf liebevolle Weise das Fohlen-ABC beizubringen? Was ist Schlimmes daran, das Fohlen vom ersten Tag an überall am Körper an Berührung durch Hände und Gegenstände zu gewöhnen. Es vertrauensvoll zu machen mit all dem, was ihm in seinem Pferdeleben so begegnen kann.

Was ist Schlimmes daran, dem Fohlen auch Respekt abzuverlangen? Das macht die Herde schließlich auch und das ist vollkommen natürlich. Und das später 3jährige Pferd wird nicht verstehen, was nun anders sein soll, als die letzten drei Jahre.

Also wenn es drei Jahre lang den Menschen nicht respektieren gelernt hat, warum sollte es das dann plötzlich mit drei Jahren tun?

Ich persönlich habe in den letzten 10 Jahren immer wieder Menschen mit ihren 6-9 Monate alten Fohlen auf dem Grundkurs teilnehmen lassen und sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Diese Fohlen wurden später zu sicheren Reitpferden, die mit ihrem Menschen durch Dich und Dünn gehen, schließlich ist man zusammen groß geworden und hat alles schon von klein auf gelernt und akzeptiert.

Vertrauen und Respekt ist für diese Fohlen ein absolutes Selbstverständniss und der kooperative Umgang mit dem Menschen ebenso.

Mit solchen Pferden macht es einfach nur Spaß später die nächsten Schritte zum Reitpferd zu gehen.

Wenn alle Züchter in der ersten Lebenswoche ein paar Stunden sinnvolle Zeit in ein Fohlen investieren, es in den ersten Wochen schon Verladesicher machen und von Anfang an mit dem Fohlen-ABC  vertraut machen, spart man sich später viel Arbeit und Kraftaufwand und dem Pferd viel Streß.

Ich wünsche Euch nun das Bewusstsein, aus Sicht Eurer Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Euch und Euer Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen.

Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

3 wertvolle Tipps um Dein Fohlen auf seine Aufgabe als Reitpferd vorzubereiten

In Pferdekreisen ist es oft üblich, ein Fohlen einfach so lange “in Ruhe” zu lassen, bis es 3 Jahre alt ist und dann wird es ernst. Auch auf vielen Gestüten ist es immer noch üblich die Pferde erst mit ca. 3 Jahren von der Jungpferdekoppel zu holen und dann soll es das 1×1 des Reitpferdes lernen. Ja es gibt sogar Gruppen, die sprechen von “Kinderarbeit”, wenn man mit einem unter 3jährigen Pferd am Boden arbeitet.

Kann es sein, dass dies mit ein Grund ist, dass es in der Ausbildung des Reitpferdes immer wieder zu Problemen kommt?

Welcher Hundebesitzer wartet erst mal bis der Hund ein Jahr alt ist um mit der Erziehung zu beginnen?

Wer würde auf die Idee kommen, sein Kind völlig antiauthoritär die ersten 3 Jahre in der Familie “mitlaufen” zu lassen ohne Regeln und Erziehung?

Oder die ersten 6 Jahre(denn Menschenjahre rechnen sich ja anders als Pferdejahre) und dann soll das Kind plötzlich den halben Tag in der Schule sitzen, Disziplin zeigen und das tun, was ihm aufgetragen wird…..

Und ja, sicher gibt es auch solche Menschen, doch welchen Schock erleben solche Kinder und/oder die Erzieher und Lehrer dadurch?

Muss das so sein, ist es Kinderarbeit mit einem Fohlen das 1×1 am Boden zu integrieren?

Meiner Meinung nach und nach meiner Erfahrung ist es einfacher für alle Beteiligten vom Moment der Geburt des Fohlens mit der, nennen wir es “Erziehung” zu beginnen um möglichst einfach und schonend den Lernstoff zu vermitteln.

In meiner Erfahrung als Trainerin, habe ich in den letzten 20 Jahren auch Fohlen an der Stute bei Fuß oder als Absetzer mit 6-9 Monaten in Kursen mit Ihren Besitzern dabei gehabt und aus all diesen Fohlen wurden wunderbare Pferdepartner.

Es war fast so, als ob es ein Kinderspiel sei diese Pferde dann im angemessenen Alter zum Reitpferd zu machen, sie hatten schon so eine gute Kommunikation mit ihren Menschen am Boden, so eine geniale Basis an Respekt und Vertrauen, sie waren so mutig, dass es eine reine Freude war, sie von Beginn an unter dem Sattel zu haben.

Wenn ich dann Besitzer von Fohlen oder Jungpferden frage, was sie denn schon alles mit ihrem Pferd machen, dann ist da oft nicht mehr als Halftern, führen und vielleicht noch Hufe heben und das ist oft schon viel.

Was nun kann ich mit dem Fohlen und Jungpferd machen, um es auf sein Leben als Reitpferd vorzubereiten?

  1. Das Wichtigste ist es, dass ich es MUTIG mache, denn ein Pferd mit Angst ist eine Gefahr für sich und alle Beteiligten. Hierfür teste ich zuerst einmal aus, wie mutig ein Pferd ist. Dies tue ich, indem ich z.B. eine Plastiktüte an einen Stick knote und herausfinde, wie viel Annäherung und Berührung das Pferd damit aushält. Dort beginne ich dann das junge Pferd abzuholen und zunehmend vertrauensvoller zu machen, indem ich mit dem Prinzip von Annäherung und Rückzug arbeite und seine Komfortzone täglich immer mehr ausweite. Ich habe festgestellt, dass es oft nicht erkannt wird, wenn ein Pferd ängstlich ist, oft wird es mit Sensibilität verwechselt. Ängstliche Pferde sind eine der Hauptursachen von Unfällen!
  2. Mindestens genau so wichtig ist es, dass das Jungpferd RESPEKTVOLL ist und das sind meiner Erfahrung nach die wenigsten, dies wird übrigens oft verharmlost mit den Worten “das ist ja noch ein Fohlen(Baby)” ich erinnere hier an den weisen Spruch “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.” Ganz so drastisch ist es vielleicht nicht, aber es ist um ein 10faches einfacher den Respekt vom ersten Tag ganz oben an zu stellen, denn das tun Pferde untereinander auch. Gliedert mal ein Absatzfohlen in eine fremde Pferdeherde ein….die schonen das “Baby” nicht erst mal 4 Wochen oder Monate bis es sich eingewöhnt hat. Die sind vom ersten Moment an gnadenlos konsequent und verlangen absoluten Respekt von dem Neuzugang und sie scheinen noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Respektlose Pferde sind eine der Hauptursachen von Unfällen!
  3. Wenn Mut und Respekt vorhanden sind, dann gewöhne ich das Jungpferd daran auf physischen Druck oder Zug mit NACHGEBEN zu reagieren. Der angeborene Reflex eines Pferdes auf Zug oder Druck ist Gegenzug und Gegendruck. Viele Pferdebesitzer können ein Lied von zerissenen Halftern und Seilen singen, den wenn ein Pferd erst mal gelernt hat wie stark es ist und das es nutzt gegen etwas zu ziehen und zu drücken, ist es nicht mehr so leicht dies zu ändern. Fehlendes Nachgeben ist eine der Hauptursachen von Unfällen!                                          Wenn ich nun Punkt 1-3 erledigt habe, und das geht wenn man es richtig macht beim Fohlen, das von Anfang an so gehandhabt wird ganz leicht(vorausgesetzt man kann Pferde lesen und einschätzen und ist der Strategien des Horsemanship mächtig-diese machen es meiner Erfahrung nach am allerleichtesten), dann kann ich das Fohlen schon daran gewöhnen, was es so alles braucht für sein Pferdeleben beim Menschen und als Reitpferd. Ich kann es an Seile um alle Körperteile gewöhnen, an den Druck des Gurtes, an Decken und Gegenständen auf seinem Rücken. Ich kann es daran gewöhnen, das Pferdehänger wundervolle Ställe auf Rädern sind, dass es ganz leicht ist alle Körperteile einzeln für den Menschen zu bewegen und die Hufe für längere Zeit zur Bearbeitung hoch zu heben. Ich kann es daran gewöhnen, dass es sich immer nach seinem Menschen orientiert und Menschen als Partner akzeptiert, für die es sich lohnt aus seiner Komfortzone heraus zu kommen. Ich kann mit ihm kleine Sprünge absolvieren, einen Trailparcour überwinden, es an Wasser gewöhnen, Spaziergänge machen u.v.m

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Warum es so wichtig ist die Komfortzone Deines Pferdes zu vergrößern!

„Wer das tut, was er immer getan hat, bekommt das, was er immer bekommen hat!“ dieser Spruch begleitet mich schon über 20 Jahre und ich muss ihn mir immer wieder bewusst machen. Jede Woche lerne ich Menschen kennen, die tatsächlich die Überzeugen haben, alles beim Alten lassen und in Ihrer Komfortzone bleiben zu können und dennoch neue Ergebnisse zu erzielen….wenn Du auch zu Jenen gehörst muss ich Dich enttäuschen – das geht nicht!!!!!

Weder mit Pferden noch im „richtigen“ Leben ist dies möglich und leider müssen oft sehr einschneidende Dinge passieren, bis uns das bewusst wird und wir die Bereitschaft haben dies zu ändern.

Auf meine Seminare kommen in erster Linie 2 Personengruppen, die einen, die ein Problem mit ihrem Pferd haben und dies lösen möchten und die anderen, die einfach „nur“ Inspiration suchen.

Zuerst einmal ist es für mich immens wichtig, die „Wahrheit“ heraus zu finden, die Wahrheit über Mensch und Pferd, die da Unterstützung bei mir suchen. Wie finde ich diese Wahrheit heraus?

Ich stelle Aufgaben und setze Reize, die sich Stück für Stück an die Komfortzone der beiden heran tasten und dabei kann es sein, dass ein scheinbar völlig „braves“ Pferd plötzlich ein ganz anderes Gesicht zeigt, da es nicht gewohnt ist seine Komfortzone zu verlassen. Oft ist dieses Pferd schon lange Zeit im Besitz und „scheinbar“ unauffällig und brav. Ich betone „scheinbar“, denn ich habe durch die Pferde-Erfahrung der letzten 32 Jahre herausgefunden, dass sich Menschen und Pferde so lange „brav“ und unauffällig verhalten, wie sie sich noch in ihrer Komfortzone befinden und niemand am Lack kratzt.

Oft kommt diese Wahrheit durch einen tragischen Zwischenfall/Unfall zum Vorschein, der hätte vermieden werden können, wenn man vorher die Komfortzone erweitert hätte.

Damit Du besser nachvollziehen kannst was ich meine, ein Beispiel aus der Praxis. Norbert besitzt seit 5 Jahren den Wallach Max mit dem er ab und zu ein Springturnier geht, sich reiterlich weiterbildet und auch ausreitet. Er kommt fast jeden Tag in den Stall und reitet 3-4mal die Woche in der Halle oder auf dem Platz. Dort „funktioniert“ das Pferd ganz gut und das Pferd kann man auch verladen und aufs Turnier fahren…, von der Psychologie eines Pferdes, wie diese denken, wie sie lernen und agieren weiß Norbert nicht so viel.

Norbert ist schon 20 Jahre in der Reiterwelt, kann sich gut auf dem Pferd halten und viele sehen ihn sogar als „alten“ Hasen. Durch Freunde erfährt er von mir und besucht aus Neugier mit seinem Wallach Max einen Grundkurs bei mir(ja er hätte gerne eine „bessere“ Beziehung und Kommunikation mit Max und würde sich etwas mehr Sensibilität bei ihm wünschen). Nach der Theorie am ersten Tag bringen wir die Pferde mit in die Halle und sein Wallach Max scheint wohlerzogen und manierlich, er wirkt etwas unmotiviert und faul, fällt aber sonst nicht weiter auf, ausser dass er nur so viel macht wie unbedingt notwendig.

Am nächsten Vormittag dann, stelle ich den Teilnehmern mit ihren Pferden die Aufgabe, sich anzuschauen, wie viel Mühe sich das Pferd gibt, wenn sie es für Bewegung fragen. Die Aufgabe ist es, die Komfortzone des Pferdes zu erreichen und ggfls. ein kleines Stück weit zu überschreiten. Allerdings fragen wir nicht gleich für Vorwärtsbewegung, sondern zuerst rückwärts und seitwärts.

Das hat der Wallach von Norbert noch nie tun müssen, sich wirklich Mühe geben für ihn, aufmerksam sein, motiviert und schneller rückwärts-und seitwärts-Bewegungen ausführen….das kannte der Wallach nur aus der Pferdeherde, aber nicht von Menschen, schon garnicht von Norbert….ja unter dem Sattel da musste er schon mal mehr leisten im Parcours, aber auch da kam der Wallach immer mal an den Punkt, dass er ein Hindernis verweigerte und keinen Bock mehr hatte. Aber war das nicht „normal“ ?

Was passiert wenn ich die Komfortzone überschreite bei einem Pferd? Das ist verschiedenartig und kommt auf die Persönlichkeit des Pferdes an….während das eine Pferd ängstlich und voreingenommen wird, kann das andere Pferd ungehalten und sogar aggressiv werden. (Bei Menschen übrigens ähnlich)

Ist es dann besser innerhalb der Komfortzone zu bleiben? Das lässt sich so einfach nicht mit ja oder nein beantworten. Wenn Du die Wahrheit herausfinden und verändern willst, dann ein klares NEIN….wenn Du jedoch Angst vor der Wahrheit hast und nichts verändern möchtest, dann JA!

Bei Max stellte sich heraus, dass er gerne bis zu einem gewissen Punkt mit machte, aber wenn er dann für mehr gefragt wurde, z.B. longieren in schnellerer Gangart, dann kam die Wahrheit unverblümt zum Vorschein und er bockte und trat nach Norbert aus oder versuchte sich loszureißen. Norbert fand das zwar nicht schön, aber auch nicht so respektlos wie ich es bewerten würde. Hauptsache man konnte auf Max gut reiten.

Ich frage an dieser Stelle gerne: „Wenn du weißt, dass bei Deinem Auto die Bremsen defekt sind und das Getriebe rattert, fühlst Du Dich dann gut bei dem Gedanken wenn Du weißt, dass Du 300 km Fahrt vor Dir hast?“

Die meisten werden diese Frage sicher mit NEIN beantworten, sehen  jedoch kein Problem, wenn es sich statt einem Auto um ein Pferd handelt, denn dieses darf ja schließlich auch seine eigene Meinung haben.

Als es dann ans Verladetraining geht, zeigt mir Norbert ganz stolz wie sein Max in den Hänger geht. Und als er wieder heraus kommt und ich ihn frage, ob er ihn nochmal in den Hänger schicken könne(Stichwort Komfortzone), da entpuppt sich eine ganz andere Seite bei Max. Er hatte keine Lust ein weiteres mal in den Hänger zu gehen, warum denn auch, schließlich war er sein Leben lang in den Hänger gestiegen und brav weg gefahren und ja bei der Ankunft am Zielort ist er sehr eilig ausgestiegen, aber nie musste er zwei mal hintereinander in den Hänger steigen, warum heute?

Dies war eine Unterbrechung eines auswendig gelernten Programmes und hierzu fehlte Max die Bereitschaft und überhaupt war dies schon weit über seine Komfortzone hinaus, was wir da alles von ihm wollten.  Norbert wird ärgerlich(auch seine Komfortzone ist erreicht), insgeheim erkennt er seine Schwächen mit Max und dass er mit ihm nie über die Komfortzone hinaus gearbeitet hat, aber dann denkt der sich auch, warum das alles, schließlich lässt er sich doch gut reiten, braucht man das alles überhaupt? Und jetzt geht er nicht mal mehr in den Hänger…..

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten wie die Geschichte von Norbert und Max weitergeht. Ich kenne beide aus der Realität der letzten 20 Jahre Trainertätigkeit.

Möglichkeit Nr. 1: Norbert ist stinksauer, dass er plötzlich Probleme mit Max hat, die vorher nicht da waren (zumindest aus seiner Sicht) und verlässt den Kurs mit schlechtem Beigeschmack, er fühlt sich als Opfer, macht weiter wie bisher oder ändert ein paar Kleinigkeiten und nach einer Weile haben sich Norbert und Max wieder in ihrer alten Tretmühle eingelebt, beide sind wieder in ihrer Komfortzone und Norbert achtet darauf diese nicht zu verlassen.

Möglichkeit Nr. 2: Norbert fällt es wie Schuppen von den Augen, er erkennt, dass er um „höhere“ Ziele mit Max zu erreichen seine eigene Komfortzone und die seines Pferdes vergrößern muss. Er erkennt auch, dass er kein Opfer, sondern Schöpfer seiner Realität ist, er hat die Macht und Fähigkeit alles zu verändern. Er fährt heim und übt fleißig mit Max und fährt wenige Wochen später zu einem Aufbaukurs. Max ist nun schon ein völlig anderes Pferd und bereit viel mehr Leistung für Norbert zu bringen, am Boden und unter dem Sattel(obwohl wir im Grundkurs noch garnicht geritten sind) er verweigert kaum noch Hindernisse und Norbert hat daheim ein Hängertraining mit Max absolviert. Er kann ihn nun frei in den Hänger schicken und eine Minute stehen lassen, wieder herausholen und erneut hinein schicken.

Max ist bereit fast alles für Norbert zu tun ohne ärgerlich zu werden…..er ist kooperativ und bemüht um nicht zu sagen hoch motiviert, er findet nun endlich die Führung in Norbert, die er als Persönlichkeit braucht, und wenn die Beiden diesen Weg weiter gehen, dann werden wir sie bald beim silbernen Horsemanshipabzeichen sehen, ohne Sattel, ohne Zaumzeug, mental und emotional verbunden, in Harmonie und Leichtigkeit in allen Gangarten und sogar über Sprünge…“denn wer das tut, was er noch nie getan hat, wird das bekommen, was er noch nie bekommen hat!“

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Pferd hat Angst – welchen Vorteil kann das haben?

Du wirst das Thema des heutigen Tages vielleicht etwas skeptisch gelesen haben, deshalb möchte ich mit einer allgemeingültigen Aussage beginnen um zu unterstreichen was ich ausdrücken möchte: „Menschen in Angst sind leichter zu führen als Menschen die Mutig sind.“ dies kann man überall nachlesen und in der Realität beobachten, dass ein Individuum mit Angst leichter zu führen ist, als eines mit Mut und Selbstvertrauen.

Für mich persönlich sind zwei Kriterien im Umgang mit Pferden (und Menschen) enorm wichtig, nämlich erstens, wie mutig  und vertrauensvoll das Pferd ist und zweitens, wie respektvoll es ist. Respekt und Vertrauen sind die Basis jeder Beziehung, egal ob mit Tieren oder Menschen, egal ob beruflich oder privat.

Würdest Du jemandem vertrauen, den Du nicht respektierst?  Oder würdest Du jemanden respektieren, dem Du nich vertraust?

Beides gehört einfach zusammen.

Viele denken, dass es ein Segen ist, wenn man ein mutiges und vertrauensvolles  Pferd hat und ich persönlich bin für mich überzeugt, dass dies tatsächlich ein echter Segen ist, WENN man auch den Respekt des Pferdes hat und dies ist oft nicht der Fall, wie ich immer wieder beobachten kann.

Wirklich mutige Pferde brauchen oft niemanden, weder Mensch noch Pferd, sie gehen einfach ihren Weg und entscheiden selbst, sie sind nicht auf Dich als Führungsperson angewiesen. Das ist bei Menschen übrigens ähnlich und vielleicht schaust Du Dir mal an, welche Menschen Du im Leben anziehst und vom wem Du angezogen wirst? Und welche Pferde?

Ängstliche und unsichere Pferde machen oft den Anschein sehr respektvoll zu sein und sensibel, doch wenn man genauer hin schaut, erkennt man, dass es nicht die Sensibilität und der Respekt ist, der diese Pferde leicht in der Hand erscheinen lässt, sondern sie sind einfach ständig auf dem Sprung, bewegen sich leicht(auch für den Menschen) da sie allem und jedem (aus-)weichen wollen. Sie sind oft nicht nur mental und emotional auf der Flucht und am weichen, sondern auch physisch, d.h. sie bewegen sich leicht von physischem Druck weg. Dies muss nicht sein, aber kann! Denn hier kann auch das Gegenteil der Fall sein, dass ein Pferd vor Angst „festfriert“ wie ich es nenne.

Im Grunde ist es meist eher eine Art ständiger Flucht, in der diese Pferde leben und wenn man dies erkennt und dann daran arbeitet, dass sie mutiger werden, dann passiert es leicht, dass je mutiger diese unsicheren und ängstlichen Pferde werden, desto mehr stellen sie auch den Respekt gegenüber dem Menschen in Frage. Ich habe persönlich erlebt, dass ein solche mutig gemachtes Pferd sich nun plötzlich von einer ganz anderen Seite zeigt. Denn der Mut gibt dem Pferd, (aber auch dem Menschen) Macht und man sollte wissen:

„Macht verdirbt nich den Charakter, sondern Macht entlarvt den WAHREN Charakter!“

Gib einem Menschen Macht und Du wirst sein wahres ICH erkennen, gib einem Pferd „Macht“ und Du wirst seine wahre Persönlichkeit sehen. Diese kann sich komplett von der vorherigen Persönlichkeit unterscheiden. Ich habe dies selbst immer wieder erlebt, ich hatte in den letzten 3 Jahren mit drei der ängstlichsten Pferde meiner gesamten Laufbahn zu tun, nie zuvor hätte ich gedacht, dass ein in Menschenumgebung aufgewachsenes Pferd, solches panischen Fluchttierverhalten zeigen kann, wie ich es sonst nur bei Wildpferden vermutet habe.

Im Charakter sind diese drei Pferde völlig unterschiedlich und somit hat sich nach der Arbeit mit Ihnen auch jeweils eine ganz andere Persönlichkeit(Wahrheit) gezeigt.

Eines der dreien, ein junger Hengst in Beritt zeigte nach erfolgtem Mut-Mach-Training sein wahres Gesicht, indem er zwar den Respekt dem Menschen gegenüber schon mal leicht in Frage stellte, aber grundsätzlich gehorsam und „wohlwollend“ war im Umgang. Er versuchte einfach immer alles richtig zu machen und zeigte eine sehr freundliche und verspielte Persönlichkeit mit viel Kooperation. Seine Hypersensibilität konnte in angemessene Sensibilität umgewandelt werden.

Die zweite war eine Stute, die nach dem Mut-Mach-Training ihr wahres Gesicht zeigte, indem sie Pferden gegenüber absolut unerbittlich wurde und auch den Menschen als Respektsperson in Frage stellt und wenn dieser sich nicht präsent zeigte, zeigte sie sich umkooperativ und abneigend. Sie wurde sogar „pelzig“ wie man hier in Oberfranken sagt oder „büffelig“ da wo ich her komme im Spessart. D.h. hier musste man mit großer Präsenz und angemessener Stärke das Pferd davon überzeugen den Respekt zu wahren.

Das dritte Pferd, ein junger Wallach in Beritt zeigte sich nach dem Mut-Mach-Training respektvoll und vorsichtig mit dem Bestreben es seinem Menschen Recht machen zu wollen, wenn er verstand, was von ihm gefordert war. Er blieb fein und sensibel.

Menschen können und wollen diese Wandlung in der Persönlichkeit des Pferdes oft nicht wahrhaben und es wird noch viel in der Vergangenheit des „ängstlichen“ Pferdes gelebt und gesprochen, dass man vorsichtig mit ihm sein müsse, es nicht bestimmt anpacken darf, es bestimmten Situationen nicht aussetzen darf usw….doch das kann fatale Folgen haben und sehr gefährlich werden.

Aus meiner Erfahrung ist es 10 mal leichter ein Pferd im Verhalten zu verändern, als einen Menschen  und hier ist die große Herausforderung tatsächlich der Mensch/Besitzer des Pferdes.

D.h. der Mensch muss sich mit verändern, und anders reagieren, und hier beginnt oft das Problem, denn der Mensch kennt dieses Pferd als „respektvoll“, womöglich war es aber „nur“ ängstlich und unsicher und nun ist dieses Pferd mutig geworden und wirkt plötzlich nicht mehr respektvoll. Manchmal ist das ein schleichender Prozeß und manchmal geht es ganz schnell, dass mit dem Schwinden der Angst nun die Respektlosigkeit zunimmt.

Nun sind andere Verhaltenskriterien beim Menschen gefragt und oft sehr viel mehr Bestimmtheit und Konsequenz, als der Besitzer eines solch ehemals ängstlichen Pferdes bereit ist an den Tag zu legen.

Eines haben mir die letzten 20 Jahre als Trainerin gezeigt, der Schlüssel liegt immer im Besitzer. Wenn der es schafft seine Einstellung und sein Handelns zu verändern, wenn er schafft neue Gewohnheiten zu entwickeln und beizubehalten, dann kann er einfach fast alles im Leben (mit Pferden) erreichen.

Also was ist nun der „Vorteil“ eines ängstlichen Pferdes? Tatsächlich könnte der Vorteil der sein, dass sich dieses Pferd leichter führen und bewegen lässt, das wird seit Jahrhunderten mit Menschen und auch Pferden so praktiziert und man kann über den Motivationsknopf „Angst“ führen…. der Preis ist das Risiko ANGST.…denn wehe dem Tag, an dem etwas passiert, vor dem dieses Pferd oder dieser Mensch noch größere Angst hat als vor Dir…..

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Warum diese 5 Probleme mit Pferden auch ein Vorteil sein können!

„Was ist der Vorteil Deines Problems?“ Du fragst Dich jetzt sicherlich, was dies jetzt für eine blöde Frage ist und als ich kürzlich mit einer Schülerin sprach, kam mir der Gedanke, dass dies tatsächlich auch im Pferdebereich eine gute Frage ist.

Sie erzählte mir, dass in ihrem Stall die Leute fast alle, irgendwelche Problem mit Ihren Pferden hätten. Probleme beim Reiten, beim auf die Koppel führen, beim Longieren, beim verladen etc….. Sie hat dann angeregt, eine Trainerin zum Kurs oder Unterricht zu bestellen, alle hätten abgewehrt, da dies nicht notwendig wäre. Keiner der Betroffenen sah anscheinend eine Notwendigkeit etwas zu verändern und hier stellt sich dann oft tatsächlich die Frage, was ist der Vorteil von dem Problem? Denn wenn es keinen Vorteil gäbe, dann würde man doch Lösungen finden und etwas verändern wollen, oder?

Ich habe diese Frage in einem Seminar für Menschen gehört und im ersten Moment war ich dazu geneigt, das Ganze abzuwehren und als Unsinn abzutun und bei genauerem Nachdenken, sind mir dann viele Lichter aufgegangen, auch und gerade in Bezug auf Pferde und Menschen.

Mir ist absolut bewusst, dass ich heute ein sehr heikles Thema anspreche und dass womöglich Viele von Euch auf mich schimpfen werden, wenn sie dies lesen oder es erst gar nicht lesen werden. Ich behaupte hier auch nicht dass es immer und bei jedem so ist und sicher gibt es vielefältige Ursachen für Probleme, aber ich finde mich in den gleich folgenden Fallbeispielen schon hie und da wieder, wenn ich so meine Vergangenheit anschaue. Und vielleicht betrifft dies ja auch nur mich, keine Ahnung…..

Mein erstes Pferd war ein „Problempferd“ und mein zweites habe ich damals zu einem gemacht, aus Unwissenheit und ich hab mich damals gut damit gefühlt. Wer meinen Alibaba damals kannte, der wollte nichts mit ihm zu tun haben und viele hatten fast Ehrfurcht vor mir, dass ich diesen wilden Kerl reite. Ich wollte schon als Kind immer ein Pferd, das niemand reiten konnte außer mir und das hatte ich dann auch und ich war damals fast stolz darauf, wie töricht von mir.

Warum sollte ich einen Trainer hinzu ziehen, ich würde das schon irgendwie schaffen und mit diesem „Problem“ hob ich mich schließlich von anderen ab und bekam Bewunderung und Anerkennung geschenkt. Ein Pferd das alles macht was man sagt, das war aus meiner damaligen Sicht doch langweilig, ohne Nervenkitzel, das konnte doch jeder. Erst als es völlig ausuferte, holte ich mir 1995 professionelle Hilfe und kam so zum Horsemanship(dafür war dieses Problem auf alle Fälle auch gut). Ich weiß also selbst, dass ein „Problem“ auch Vorteile haben kann und wenn es nur eine Sichtweise ist, ein Standpunkt.

Es ist hier natürlich viel leichter beim Gegenüber solche Muster zu erkennen, als bei sich selbst und hier fallen mir sofort viele Beispiele ein. Es gibt ja hier vielerlei Probleme bei z.B. Menschen: Krankheit, Geldmangel, Zeitmangel usw….könnte es tatsächlich sein, dass man sich mit dem Problem vor einer Situation schützen will, wenn auch nur völlig unbewusst?

Könnte es sein, dass der Körper Krankheiten kreiert um den gehassten Beruf nicht mehr ausüben zu müssen? Oder um neue Lösungswege zur Heilung zu finden?

Könnte es sein, dass der Körper Migräne bekommt, damit man nicht zu der Abendveranstaltung gehen muss oder Abstand vom Partner bekommt?

Könnte es sein, dass der Körper Grippe bekommt, um mit der Masse gehen zu können, denn wenn man als Einziger gesund wäre, dann wäre man ja ein Außenseiter und könnte nicht mit reden?

Könnte es sein, dass man sich Geldmangel kreiert um ständig arbeiten zu müssen und nicht in der ungeliebten Beziehung daheim verbringen zu müssen, oder um mitjammern zu können?

Könnte es sein, dass man Zeitmangel kreiert um nicht zu Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten gehen zu müssen, zu denen man eh keine Lust hat?

Usw.usw…….

Und dann habe ich diese Fragen zu Problemen bei den Pferden gestellt und wenn man da mal von außen drauf schaut, dann stellen sich folgende Fragen, die oft im ersten Moment abgewehrt werden:

  1. Das Pferd geht nicht in den Hänger: Könnte es sein, dass der Vorteil dieses Problems der ist, dass man dann auch nicht weg fahren „muss“? Dass man keine Wettbewerbe besuchen „muss“? Dass man quasi selbst im tiefsten Innern gar nicht weg fahren will? Oder ist der Vorteil, dass man immer Hilfe braucht und somit Aufmerksamkeit von Anderen bekommt? Oder ist der Vorteil hier, dass man sich mit dem Thema beschäftigt um es zu lösen und dadurch mehr Wissen bekommt, dies könnte überall zutreffen, auch bei den folgenden Punkten
  2. Das Pferd lässt sich nicht reiten: Könnte es sein, dass da etwas in uns gar nicht reiten will? Vielleicht ein Gefühl der Sicherheit, dass sich beim reiten bedroht fühlt?
  3. Das Pferd ist krank: Könnte es sein, dass der Vorteil hier wäre, immer einen Grund zum jammern zu haben und um seine Zeit komplett in die Heilung des Pferdes zu stecken?
  4. Das Pferd kommt nicht mit andern Pferden klar. Könnte es sein, dass mir dies erleichtert, das Pferd zu separieren oder als Entschuldigung für mich selbst, damit ich es in der Box halten kann?
  5. Das Pferd hat ein Problem damit, mit andern Pferden in der Halle zu laufen. Könnte es sein, dass man lieber alleine reitet und somit einen Grund dazu hat?

Ich könnte hier noch unzählige Beispiele aufzählen, doch ich denke es ist schon rüber gekommen, worauf ich hinaus will. Der Vorteil eines Problemes könnte sehr vielfältig sein und führt im Besten Falle dazu, dass man seinen Horizont erweitert auf der Suche nach Lösungen, dass man sich Wissen zu eigen macht, dass man sonst nie erworben hätte.

Vielleicht sollten wir uns bei unseren Problemen mit Pferden und auch im „richtigen“ Leben immer mal die Frage stellen „Wofür ist dieses Problem gut?“ oder auch „Wovor bewahrt mich dieses Problem?“ Und nicht immer, aber sicher öfter, wenn man tief genug gräbt, dann findet man tatsächlich etwas, das man nie gedacht hätte. Vielleicht mag der Ein oder Andere mal am Wochenende in sich gehen und darüber nachdenken, denn wenn ich meine Muster und Programme im Unterbewusstsein erkenne, dann habe ich auch die Möglichkeit diese zu verändern, wenn ich es will.

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

5 Schritte die Dein Pferd sensibler beim losreiten machen werden

Als ich 2009 meine Araberstute Jemanah ausbildete, bekam ich eine völlig neue Sichtweise von der Sensibilität, die Pferde haben können. Zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich zwar schon 50 Jungpferde gestartet, doch solch ein körperlich und seelisch sensibles Tier war selten dabei und sie lehrte mich, dass man Pferde mit Atmung und Gedanken reiten kann.

Bis zu dem damaligen Zeitpunkt dachte ich, dass eine Reit-Hilfe aus Körpereinsatz besteht, der unterschiedlich stark ausfällt und lernte dann von dieser Stute, dass Reiten schon beim Denken beginnt und mit der Atmung ausgeführt wird.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel, das Losreiten aus dem Stand. Als ich reiten lernte, erzählte man mir, ich müsse dem Pferd mit den Schenkeln die Hilfe geben und wenn es nicht reagiert, dann fester oder kicken oder Gerte.

Nun ja, das hat fast immer funktioniert, mal besser, mal schlechter und manchmal hat das Pferd gebockt. Als ich im Horsemanship lernte meine Hilfen zu verfeinern, bekam das Ganze mehr Feinheit, indem ich zuerst den Focus auf meinen Weg richtete, den Oberkörper aufrichtete, dann die Gesäßmuskeln anspannte und dann die Schenkeln anlegte und wenn das Pferd dann nicht losgelaufen war, benutzte ich den Stick oder das Zügelende zur Motivation. Jedoch wendete ich persönlich diese Hilfen eher mechanisch an und ohne Gefühl, ich war allerdings zu diesem Zeitpunkt auch eher der Praktiker als die Mitfühlende Reiterin.

Auch ich sehe immer wieder Reiter/innen, die, wenn das Pferd nicht auf die Schenkelhilfen reagiert, mit drücken, quetschen und Unterschenkel hoch ziehen bemüht sind ihr Pferd zum losgehen zu bewegen, vielleicht noch unterstützt von Zungenschnalzen und andern verbalen Lauten. Das hat meiner Meinung nach nichts mit feinem Reiten zu tun und stumpft das Pferd eher ab.

Mit Jemanah lernte ich tatsächlich, was es bedeutete den Focus auf den Weg zu richten und mit der Atmung das Pferd vom Stand in den Schritt zu bewegen und konnte es dann sogar auf meinen Alibaba umlegen, von dem ich immer dachte, er sei ein Büffel in seiner Reaktionsweise. Tatsächlich war ich der Büffel….

Wie funktioniert das nun? Wenn ich also nach dem Aufsteigen, am langen Zügel auf einem ruhigen und ausgeglichenen Pferd sitze, das gelernt hat stehen zu bleiben und auf die Reiterhilfen zum Anreiten zu warten, dann ist das Erste was ich tue um loszureiten folgendes:

  1. Ich richte meine Aufmerksamkeit in die Richtung in die ich losreiten möchte und dazu suche ich mir einen Punkt für meine Augen, die meinen Kopf nicht zum senken Richtung Erde bewegen, sondern in Kopfhöhe oder höher, denn wenn ich nach unten schaue, beeinflusst dies meinen Sitz in einer nachteiligen Art und Weise, während der Blick in Kopfhöhe oder höher meinen Körper aufrichtet. Dies alleine bringt Energie in meinen Körper und wenn das Pferd losläuft ist das Ziel erreicht.
  2. Wenn das Pferd weiterhin stehen bleibt behalte ich Schritt 1 bei und ich atme in einem tiefen und langen Atemzug ein, so als ob ich die Luft vom Bereich unterhalb des Bauchnabels, über den Bauchnabel, durch den Brustkorb in den Hals und meinen Kopf hoch ziehen würde. Hier spüre ich oft schon, dass das Pferd gleich losgehen wird, wenn es dann lös läuft ist mein Ziel erreicht.
  3. Ist dies nicht der Fall, dann spanne ich zusätzlich die Gesäßmuskeln an und wie das funktioniert, und wo diese Muskeln sind und wie man die anspannt, das erklärt sich am leichtesten anhand einer kleinen Geschichte: Stell Dir vor, Du sitzt auf der Toilette und musst gerade groß. Du bist schon mitten drin, als das Telefon geht und Du erwartest ein wichtiges Telefonat und musst „abkneifen“, also Po-Loch zudrücken, in dem Moment spannst Du die Gesäßmuskeln an, auch dies kann in unterschiedlichen Intensitäten passieren.
  4. Läuft das Pferd hier immer noch nicht los, dann bringe ich zusätzlich die Schenkel ans Pferd uns zwar so, als ob ich es langsam umarmen will in konstantem immer stärker werdenden Druck, wenn ich allerdings merke, dass keinerlei Reaktion vom Pferd kommt, dann kommt der letzte Schritt dazu.
  5. Während alle anderen 4 Schritte aufrecht erhalten bleiben, bringe ich eine leichte rhytmische Touchierhilfe mit der Gerte, dem Stick, einem Seilchen oder dem Zügelende dazu. Diese Hilfe sollte angemessen sein, mache ich zu viel reagiert das Pferd über, mache ich zu wenig, passiert nichts.

Sobald das Pferd sich in Bewegung setzt, gehe ich in eine entspannte, aber nicht passive Sitzhaltung über, denn passiv würde das Pferd zum Anhalten bringen. Ich gehe sozusagen in einen Schrittmodus über, was meine Körperenergie und Atmung angeht. Was dies bedeutet, kann sich auch von Pferd zu Pferd etwas unterscheiden, bei manchen benötige ich mehr Schritterhaltende Energie, bei anderen weniger, das hängt vom Naturell der Pferde ab und wenn ich hier von schritterhaltender Energie spreche, dann meine ich nicht ständig treibende Schenkel, das stumpft nur ab, ich meine damit eine Körperenergie, die sich mehr im Innern abspielt, als im Außen. Wenn man von einem Ofen sprechen würde, dann wäre es so, das der auf niedriger Flamme weiterbrennt, nicht ausgeht, aber auch nicht heißer wird.

Alle diese Hilfen sollten „angemessen“ sein und das ist ein sehr dehnbarer Begriff, denn jedes Pferd ist ein Individuum und benötigt andere Energieeinwirkungen von Seiten des Menschen. Als ich meinem Alibaba damals das erste mal die Chance ließ, auf diese feinen Hilfen zu reagieren, da passierte doch tatsächlich auch etwas und er setzte sich in Bewegung in einer kooperativen Art und Weise, während er auf meine früheren groben Hilfen eher unwillig reagierte und auch mal bockte, es fühlte sich wohl eher wie ein Überfallkommando für ihn an.

Wenn man erst einmal die Erfahrung gemacht hat, mit dem Pferd in Gedanken und über die Atmung zu kommunizieren, dann gibt es kein zurück mehr. Allerdings möchte ich hier erwähnen, dass ich vorher natürlich auch schon am Boden darauf hin arbeite, das mein Pferd meine Körperenergie und meine Atmung aufnimmt, dies erleichtert die Arbeit vom Sattel ungemein.

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

Die 6 wichtigsten Voraussetzungen um mit Pferden „gut“ zu sein

Wenn ich hier von den 6 wichtigsten Voraussetzungen schreibe um mit Pferden vorzügliche Ergebnisse zu erreichen, dann spreche ich aus meiner eigenen Erfahrung und das heißt nicht, dass es nicht andere Möglichkeiten und Wege gibt. Dies ist meine persönliche Meinung, die auf meinen Erfahrungen der letzten 30 Jahre basiert.

  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich über das Wissen verfügen, wie Pferde denken und wie sie lernen wollen. Ich sollte Pferde gut lesen können und mein Anliegen pferdegerecht ans Pferd transportieren können, ich sollte gut „pferdisch“ kommunizieren. Dies ist gewöhnlich keine dem Menschen angeborene Gabe, sondern dies kann man erlernen, so wie man jede Fremdsprache erlernen kann. Und wie bei jeder Fremdsprache, ist auch hier viel Zeit und Üben des Menschen notwendig um gute Ergebnisse zu bekommen.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich Strategien und Techniken kennen, die mir helfen meine Wünsche dem Pferd nahe zu bringen, hier greife ich persönlich auf die Techniken aus dem Natural Horsemanship zurück. Ich habe allerdings in den letzten 30 Jahren festgestellt, dass es hier ähnlich ist wie beim Erlernen jeder neuen Sache oder Sportart, man benötigt möglichst viel Übung. Wie lange benötigen Sie um z.B. gut Tennis zu spielen, oder Fußball, oder Ballett, etc….?
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich auf Ausrüstung verzichten, die Zwang in jeglicher Form erzeugt, also z.B. das Pferd in eine bestimmte Haltung zwingt oder sich zuzieht oder Hebelwirkung erzeugt. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich dahin kommen, dass ein Pferd freiwillig all diese Dinge für mich tut. Zwang ist Druck und Druck erzeugt immer Gegendruck auf psychischer und physischer Ebene und hat einen üblen Nachgeschmack. Für welchen Chef arbeiten Sie lieber, für den der sie zwingt oder für den, der sie überzeugt?
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich über physische Fitness verfügen. D.h. nicht, dass ich einen Marathon laufen muss, sondern eher, dass ich mich schnell und geschickt an die Gegebenheiten anpassen kann und meinen Standpunkt so wählen kann, dass es für das gewünschte Ergebnis förderlich ist. Dies erfordert vor allem geistige Schnelligkeit und Flexibilität, die dann in physische Bewegung umgesetzt wird.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich emotional fit sein, d.h., dass ich besonnen und ruhig bleiben kann, auch wenn die Situation aus den Fugen gerät . Es heißt auch dann souverän zu sein, wenn man gerade den Frust und Ärger in sich hoch kommen spürt. Hierzu gehört eine große Portion Selbstbeherrschung und auch, dass ich mein Ego zurück nehmen kann und einen klaren Kopf bewahre, auch wenn ich am liebsten schreien und um mich schlagen würde.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich mental fit sein und meine Gedanken, Glaubenssätze und Programme im Gehirn bewusst beeinflussen können um durch die beste mentale Vorbereitung, den Weg zum bestmöglichen Ergebnis zu ebnen. Denn alles beginnt in unserem Kopf als Gedanke und wird dann Realität, bei Pferden oft schneller als im restlichen Leben.

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass wer mit Pferden wirklich gut werden will, in erster Linie an sich selbst arbeiten muss, es ist immer auch ein großes Stück Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstwerdung und Selbstdisziplin.

Je spezieller das Pferd, desto wichtiger sind diese Aspekte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hier die „schwierigsten“ Pferde die größten Lehrmeister sind für uns Menschen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel