3 wertvolle Tipps um Dein Fohlen auf seine Aufgabe als Reitpferd vorzubereiten

In Pferdekreisen ist es oft üblich, ein Fohlen einfach so lange “in Ruhe” zu lassen, bis es 3 Jahre alt ist und dann wird es ernst. Auch auf vielen Gestüten ist es immer noch üblich die Pferde erst mit ca. 3 Jahren von der Jungpferdekoppel zu holen und dann soll es das 1×1 des Reitpferdes lernen. Ja es gibt sogar Gruppen, die sprechen von “Kinderarbeit”, wenn man mit einem unter 3jährigen Pferd am Boden arbeitet.

Kann es sein, dass dies mit ein Grund ist, dass es in der Ausbildung des Reitpferdes immer wieder zu Problemen kommt?

Welcher Hundebesitzer wartet erst mal bis der Hund ein Jahr alt ist um mit der Erziehung zu beginnen?

Wer würde auf die Idee kommen, sein Kind völlig antiauthoritär die ersten 3 Jahre in der Familie “mitlaufen” zu lassen ohne Regeln und Erziehung?

Oder die ersten 6 Jahre(denn Menschenjahre rechnen sich ja anders als Pferdejahre) und dann soll das Kind plötzlich den halben Tag in der Schule sitzen, Disziplin zeigen und das tun, was ihm aufgetragen wird…..

Und ja, sicher gibt es auch solche Menschen, doch welchen Schock erleben solche Kinder und/oder die Erzieher und Lehrer dadurch?

Muss das so sein, ist es Kinderarbeit mit einem Fohlen das 1×1 am Boden zu integrieren?

Meiner Meinung nach und nach meiner Erfahrung ist es einfacher für alle Beteiligten vom Moment der Geburt des Fohlens mit der, nennen wir es “Erziehung” zu beginnen um möglichst einfach und schonend den Lernstoff zu vermitteln.

In meiner Erfahrung als Trainerin, habe ich in den letzten 20 Jahren auch Fohlen an der Stute bei Fuß oder als Absetzer mit 6-9 Monaten in Kursen mit Ihren Besitzern dabei gehabt und aus all diesen Fohlen wurden wunderbare Pferdepartner.

Es war fast so, als ob es ein Kinderspiel sei diese Pferde dann im angemessenen Alter zum Reitpferd zu machen, sie hatten schon so eine gute Kommunikation mit ihren Menschen am Boden, so eine geniale Basis an Respekt und Vertrauen, sie waren so mutig, dass es eine reine Freude war, sie von Beginn an unter dem Sattel zu haben.

Wenn ich dann Besitzer von Fohlen oder Jungpferden frage, was sie denn schon alles mit ihrem Pferd machen, dann ist da oft nicht mehr als Halftern, führen und vielleicht noch Hufe heben und das ist oft schon viel.

Was nun kann ich mit dem Fohlen und Jungpferd machen, um es auf sein Leben als Reitpferd vorzubereiten?

  1. Das Wichtigste ist es, dass ich es MUTIG mache, denn ein Pferd mit Angst ist eine Gefahr für sich und alle Beteiligten. Hierfür teste ich zuerst einmal aus, wie mutig ein Pferd ist. Dies tue ich, indem ich z.B. eine Plastiktüte an einen Stick knote und herausfinde, wie viel Annäherung und Berührung das Pferd damit aushält. Dort beginne ich dann das junge Pferd abzuholen und zunehmend vertrauensvoller zu machen, indem ich mit dem Prinzip von Annäherung und Rückzug arbeite und seine Komfortzone täglich immer mehr ausweite. Ich habe festgestellt, dass es oft nicht erkannt wird, wenn ein Pferd ängstlich ist, oft wird es mit Sensibilität verwechselt. Ängstliche Pferde sind eine der Hauptursachen von Unfällen!
  2. Mindestens genau so wichtig ist es, dass das Jungpferd RESPEKTVOLL ist und das sind meiner Erfahrung nach die wenigsten, dies wird übrigens oft verharmlost mit den Worten “das ist ja noch ein Fohlen(Baby)” ich erinnere hier an den weisen Spruch “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.” Ganz so drastisch ist es vielleicht nicht, aber es ist um ein 10faches einfacher den Respekt vom ersten Tag ganz oben an zu stellen, denn das tun Pferde untereinander auch. Gliedert mal ein Absatzfohlen in eine fremde Pferdeherde ein….die schonen das “Baby” nicht erst mal 4 Wochen oder Monate bis es sich eingewöhnt hat. Die sind vom ersten Moment an gnadenlos konsequent und verlangen absoluten Respekt von dem Neuzugang und sie scheinen noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Respektlose Pferde sind eine der Hauptursachen von Unfällen!
  3. Wenn Mut und Respekt vorhanden sind, dann gewöhne ich das Jungpferd daran auf physischen Druck oder Zug mit NACHGEBEN zu reagieren. Der angeborene Reflex eines Pferdes auf Zug oder Druck ist Gegenzug und Gegendruck. Viele Pferdebesitzer können ein Lied von zerissenen Halftern und Seilen singen, den wenn ein Pferd erst mal gelernt hat wie stark es ist und das es nutzt gegen etwas zu ziehen und zu drücken, ist es nicht mehr so leicht dies zu ändern. Fehlendes Nachgeben ist eine der Hauptursachen von Unfällen!                                          Wenn ich nun Punkt 1-3 erledigt habe, und das geht wenn man es richtig macht beim Fohlen, das von Anfang an so gehandhabt wird ganz leicht(vorausgesetzt man kann Pferde lesen und einschätzen und ist der Strategien des Horsemanship mächtig-diese machen es meiner Erfahrung nach am allerleichtesten), dann kann ich das Fohlen schon daran gewöhnen, was es so alles braucht für sein Pferdeleben beim Menschen und als Reitpferd. Ich kann es an Seile um alle Körperteile gewöhnen, an den Druck des Gurtes, an Decken und Gegenständen auf seinem Rücken. Ich kann es daran gewöhnen, das Pferdehänger wundervolle Ställe auf Rädern sind, dass es ganz leicht ist alle Körperteile einzeln für den Menschen zu bewegen und die Hufe für längere Zeit zur Bearbeitung hoch zu heben. Ich kann es daran gewöhnen, dass es sich immer nach seinem Menschen orientiert und Menschen als Partner akzeptiert, für die es sich lohnt aus seiner Komfortzone heraus zu kommen. Ich kann mit ihm kleine Sprünge absolvieren, einen Trailparcour überwinden, es an Wasser gewöhnen, Spaziergänge machen u.v.m

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Warum es so wichtig ist die Komfortzone Deines Pferdes zu vergrößern!

„Wer das tut, was er immer getan hat, bekommt das, was er immer bekommen hat!“ dieser Spruch begleitet mich schon über 20 Jahre und ich muss ihn mir immer wieder bewusst machen. Jede Woche lerne ich Menschen kennen, die tatsächlich die Überzeugen haben, alles beim Alten lassen und in Ihrer Komfortzone bleiben zu können und dennoch neue Ergebnisse zu erzielen….wenn Du auch zu Jenen gehörst muss ich Dich enttäuschen – das geht nicht!!!!!

Weder mit Pferden noch im „richtigen“ Leben ist dies möglich und leider müssen oft sehr einschneidende Dinge passieren, bis uns das bewusst wird und wir die Bereitschaft haben dies zu ändern.

Auf meine Seminare kommen in erster Linie 2 Personengruppen, die einen, die ein Problem mit ihrem Pferd haben und dies lösen möchten und die anderen, die einfach „nur“ Inspiration suchen.

Zuerst einmal ist es für mich immens wichtig, die „Wahrheit“ heraus zu finden, die Wahrheit über Mensch und Pferd, die da Unterstützung bei mir suchen. Wie finde ich diese Wahrheit heraus?

Ich stelle Aufgaben und setze Reize, die sich Stück für Stück an die Komfortzone der beiden heran tasten und dabei kann es sein, dass ein scheinbar völlig „braves“ Pferd plötzlich ein ganz anderes Gesicht zeigt, da es nicht gewohnt ist seine Komfortzone zu verlassen. Oft ist dieses Pferd schon lange Zeit im Besitz und „scheinbar“ unauffällig und brav. Ich betone „scheinbar“, denn ich habe durch die Pferde-Erfahrung der letzten 32 Jahre herausgefunden, dass sich Menschen und Pferde so lange „brav“ und unauffällig verhalten, wie sie sich noch in ihrer Komfortzone befinden und niemand am Lack kratzt.

Oft kommt diese Wahrheit durch einen tragischen Zwischenfall/Unfall zum Vorschein, der hätte vermieden werden können, wenn man vorher die Komfortzone erweitert hätte.

Damit Du besser nachvollziehen kannst was ich meine, ein Beispiel aus der Praxis. Norbert besitzt seit 5 Jahren den Wallach Max mit dem er ab und zu ein Springturnier geht, sich reiterlich weiterbildet und auch ausreitet. Er kommt fast jeden Tag in den Stall und reitet 3-4mal die Woche in der Halle oder auf dem Platz. Dort „funktioniert“ das Pferd ganz gut und das Pferd kann man auch verladen und aufs Turnier fahren…, von der Psychologie eines Pferdes, wie diese denken, wie sie lernen und agieren weiß Norbert nicht so viel.

Norbert ist schon 20 Jahre in der Reiterwelt, kann sich gut auf dem Pferd halten und viele sehen ihn sogar als „alten“ Hasen. Durch Freunde erfährt er von mir und besucht aus Neugier mit seinem Wallach Max einen Grundkurs bei mir(ja er hätte gerne eine „bessere“ Beziehung und Kommunikation mit Max und würde sich etwas mehr Sensibilität bei ihm wünschen). Nach der Theorie am ersten Tag bringen wir die Pferde mit in die Halle und sein Wallach Max scheint wohlerzogen und manierlich, er wirkt etwas unmotiviert und faul, fällt aber sonst nicht weiter auf, ausser dass er nur so viel macht wie unbedingt notwendig.

Am nächsten Vormittag dann, stelle ich den Teilnehmern mit ihren Pferden die Aufgabe, sich anzuschauen, wie viel Mühe sich das Pferd gibt, wenn sie es für Bewegung fragen. Die Aufgabe ist es, die Komfortzone des Pferdes zu erreichen und ggfls. ein kleines Stück weit zu überschreiten. Allerdings fragen wir nicht gleich für Vorwärtsbewegung, sondern zuerst rückwärts und seitwärts.

Das hat der Wallach von Norbert noch nie tun müssen, sich wirklich Mühe geben für ihn, aufmerksam sein, motiviert und schneller rückwärts-und seitwärts-Bewegungen ausführen….das kannte der Wallach nur aus der Pferdeherde, aber nicht von Menschen, schon garnicht von Norbert….ja unter dem Sattel da musste er schon mal mehr leisten im Parcours, aber auch da kam der Wallach immer mal an den Punkt, dass er ein Hindernis verweigerte und keinen Bock mehr hatte. Aber war das nicht „normal“ ?

Was passiert wenn ich die Komfortzone überschreite bei einem Pferd? Das ist verschiedenartig und kommt auf die Persönlichkeit des Pferdes an….während das eine Pferd ängstlich und voreingenommen wird, kann das andere Pferd ungehalten und sogar aggressiv werden. (Bei Menschen übrigens ähnlich)

Ist es dann besser innerhalb der Komfortzone zu bleiben? Das lässt sich so einfach nicht mit ja oder nein beantworten. Wenn Du die Wahrheit herausfinden und verändern willst, dann ein klares NEIN….wenn Du jedoch Angst vor der Wahrheit hast und nichts verändern möchtest, dann JA!

Bei Max stellte sich heraus, dass er gerne bis zu einem gewissen Punkt mit machte, aber wenn er dann für mehr gefragt wurde, z.B. longieren in schnellerer Gangart, dann kam die Wahrheit unverblümt zum Vorschein und er bockte und trat nach Norbert aus oder versuchte sich loszureißen. Norbert fand das zwar nicht schön, aber auch nicht so respektlos wie ich es bewerten würde. Hauptsache man konnte auf Max gut reiten.

Ich frage an dieser Stelle gerne: „Wenn du weißt, dass bei Deinem Auto die Bremsen defekt sind und das Getriebe rattert, fühlst Du Dich dann gut bei dem Gedanken wenn Du weißt, dass Du 300 km Fahrt vor Dir hast?“

Die meisten werden diese Frage sicher mit NEIN beantworten, sehen  jedoch kein Problem, wenn es sich statt einem Auto um ein Pferd handelt, denn dieses darf ja schließlich auch seine eigene Meinung haben.

Als es dann ans Verladetraining geht, zeigt mir Norbert ganz stolz wie sein Max in den Hänger geht. Und als er wieder heraus kommt und ich ihn frage, ob er ihn nochmal in den Hänger schicken könne(Stichwort Komfortzone), da entpuppt sich eine ganz andere Seite bei Max. Er hatte keine Lust ein weiteres mal in den Hänger zu gehen, warum denn auch, schließlich war er sein Leben lang in den Hänger gestiegen und brav weg gefahren und ja bei der Ankunft am Zielort ist er sehr eilig ausgestiegen, aber nie musste er zwei mal hintereinander in den Hänger steigen, warum heute?

Dies war eine Unterbrechung eines auswendig gelernten Programmes und hierzu fehlte Max die Bereitschaft und überhaupt war dies schon weit über seine Komfortzone hinaus, was wir da alles von ihm wollten.  Norbert wird ärgerlich(auch seine Komfortzone ist erreicht), insgeheim erkennt er seine Schwächen mit Max und dass er mit ihm nie über die Komfortzone hinaus gearbeitet hat, aber dann denkt der sich auch, warum das alles, schließlich lässt er sich doch gut reiten, braucht man das alles überhaupt? Und jetzt geht er nicht mal mehr in den Hänger…..

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten wie die Geschichte von Norbert und Max weitergeht. Ich kenne beide aus der Realität der letzten 20 Jahre Trainertätigkeit.

Möglichkeit Nr. 1: Norbert ist stinksauer, dass er plötzlich Probleme mit Max hat, die vorher nicht da waren (zumindest aus seiner Sicht) und verlässt den Kurs mit schlechtem Beigeschmack, er fühlt sich als Opfer, macht weiter wie bisher oder ändert ein paar Kleinigkeiten und nach einer Weile haben sich Norbert und Max wieder in ihrer alten Tretmühle eingelebt, beide sind wieder in ihrer Komfortzone und Norbert achtet darauf diese nicht zu verlassen.

Möglichkeit Nr. 2: Norbert fällt es wie Schuppen von den Augen, er erkennt, dass er um „höhere“ Ziele mit Max zu erreichen seine eigene Komfortzone und die seines Pferdes vergrößern muss. Er erkennt auch, dass er kein Opfer, sondern Schöpfer seiner Realität ist, er hat die Macht und Fähigkeit alles zu verändern. Er fährt heim und übt fleißig mit Max und fährt wenige Wochen später zu einem Aufbaukurs. Max ist nun schon ein völlig anderes Pferd und bereit viel mehr Leistung für Norbert zu bringen, am Boden und unter dem Sattel(obwohl wir im Grundkurs noch garnicht geritten sind) er verweigert kaum noch Hindernisse und Norbert hat daheim ein Hängertraining mit Max absolviert. Er kann ihn nun frei in den Hänger schicken und eine Minute stehen lassen, wieder herausholen und erneut hinein schicken.

Max ist bereit fast alles für Norbert zu tun ohne ärgerlich zu werden…..er ist kooperativ und bemüht um nicht zu sagen hoch motiviert, er findet nun endlich die Führung in Norbert, die er als Persönlichkeit braucht, und wenn die Beiden diesen Weg weiter gehen, dann werden wir sie bald beim silbernen Horsemanshipabzeichen sehen, ohne Sattel, ohne Zaumzeug, mental und emotional verbunden, in Harmonie und Leichtigkeit in allen Gangarten und sogar über Sprünge…“denn wer das tut, was er noch nie getan hat, wird das bekommen, was er noch nie bekommen hat!“

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

Welchen Vorteil hat es, ein ängstliches Pferd zu haben!

Du wirst das Thema des heutigen Tages vielleicht etwas skeptisch gelesen haben, deshalb möchte ich mit einer allgemeingültigen Aussage beginnen um zu unterstreichen was ich ausdrücken möchte: „Menschen in Angst sind leichter zu führen als Menschen die Mutig sind.“ dies kann man überall nachlesen und in der Realität beobachten, dass ein Individuum mit Angst leichter zu führen ist, als eines mit Mut und Selbstvertrauen.

Für mich persönlich sind zwei Kriterien im Umgang mit Pferden (und Menschen) enorm wichtig, nämlich erstens, wie mutig  und vertrauensvoll das Pferd ist und zweitens, wie respektvoll es ist. Respekt und Vertrauen sind die Basis jeder Beziehung, egal ob mit Tieren oder Menschen, egal ob beruflich oder privat.

Würdest Du jemandem vertrauen, den Du nicht respektierst?  Oder würdest Du jemanden respektieren, dem Du nich vertraust?

Beides gehört einfach zusammen.

Viele denken, dass es ein Segen ist, wenn man ein mutiges und vertrauensvolles  Pferd hat und ich persönlich bin für mich überzeugt, dass dies tatsächlich ein echter Segen ist, WENN man auch den Respekt des Pferdes hat und dies ist oft nicht der Fall, wie ich immer wieder beobachten kann.

Wirklich mutige Pferde brauchen oft niemanden, weder Mensch noch Pferd, sie gehen einfach ihren Weg und entscheiden selbst, sie sind nicht auf Dich als Führungsperson angewiesen. Das ist bei Menschen übrigens ähnlich und vielleicht schaust Du Dir mal an, welche Menschen Du im Leben anziehst und vom wem Du angezogen wirst? Und welche Pferde?

Ängstliche und unsichere Pferde machen oft den Anschein sehr respektvoll zu sein und sensibel, doch wenn man genauer hin schaut, erkennt man, dass es nicht die Sensibilität und der Respekt ist, der diese Pferde leicht in der Hand erscheinen lässt, sondern sie sind einfach ständig auf dem Sprung, bewegen sich leicht(auch für den Menschen) da sie allem und jedem (aus-)weichen wollen. Sie sind oft nicht nur mental und emotional auf der Flucht und am weichen, sondern auch physisch, d.h. sie bewegen sich leicht von physischem Druck weg. Dies muss nicht sein, aber kann! Denn hier kann auch das Gegenteil der Fall sein, dass ein Pferd vor Angst „festfriert“ wie ich es nenne.

Im Grunde ist es meist eher eine Art ständiger Flucht, in der diese Pferde leben und wenn man dies erkennt und dann daran arbeitet, dass sie mutiger werden, dann passiert es leicht, dass je mutiger diese unsicheren und ängstlichen Pferde werden, desto mehr stellen sie auch den Respekt gegenüber dem Menschen in Frage. Ich habe persönlich erlebt, dass ein solche mutig gemachtes Pferd sich nun plötzlich von einer ganz anderen Seite zeigt. Denn der Mut gibt dem Pferd, (aber auch dem Menschen) Macht und man sollte wissen:

„Macht verdirbt nich den Charakter, sondern Macht entlarvt den WAHREN Charakter!“

Gib einem Menschen Macht und Du wirst sein wahres ICH erkennen, gib einem Pferd „Macht“ und Du wirst seine wahre Persönlichkeit sehen. Diese kann sich komplett von der vorherigen Persönlichkeit unterscheiden. Ich habe dies selbst immer wieder erlebt, ich hatte in den letzten 3 Jahren mit drei der ängstlichsten Pferde meiner gesamten Laufbahn zu tun, nie zuvor hätte ich gedacht, dass ein in Menschenumgebung aufgewachsenes Pferd, solches panischen Fluchttierverhalten zeigen kann, wie ich es sonst nur bei Wildpferden vermutet habe.

Im Charakter sind diese drei Pferde völlig unterschiedlich und somit hat sich nach der Arbeit mit Ihnen auch jeweils eine ganz andere Persönlichkeit(Wahrheit) gezeigt.

Eines der dreien, ein junger Hengst in Beritt zeigte nach erfolgtem Mut-Mach-Training sein wahres Gesicht, indem er zwar den Respekt dem Menschen gegenüber schon mal leicht in Frage stellte, aber grundsätzlich gehorsam und „wohlwollend“ war im Umgang. Er versuchte einfach immer alles richtig zu machen und zeigte eine sehr freundliche und verspielte Persönlichkeit mit viel Kooperation. Seine Hypersensibilität konnte in angemessene Sensibilität umgewandelt werden.

Die zweite war eine Stute, die nach dem Mut-Mach-Training ihr wahres Gesicht zeigte, indem sie Pferden gegenüber absolut unerbittlich wurde und auch den Menschen als Respektsperson in Frage stellt und wenn dieser sich nicht präsent zeigte, zeigte sie sich umkooperativ und abneigend. Sie wurde sogar „pelzig“ wie man hier in Oberfranken sagt oder „büffelig“ da wo ich her komme im Spessart. D.h. hier musste man mit großer Präsenz und angemessener Stärke das Pferd davon überzeugen den Respekt zu wahren.

Das dritte Pferd, ein junger Wallach in Beritt zeigte sich nach dem Mut-Mach-Training respektvoll und vorsichtig mit dem Bestreben es seinem Menschen Recht machen zu wollen, wenn er verstand, was von ihm gefordert war. Er blieb fein und sensibel.

Menschen können und wollen diese Wandlung in der Persönlichkeit des Pferdes oft nicht wahrhaben und es wird noch viel in der Vergangenheit des „ängstlichen“ Pferdes gelebt und gesprochen, dass man vorsichtig mit ihm sein müsse, es nicht bestimmt anpacken darf, es bestimmten Situationen nicht aussetzen darf usw….doch das kann fatale Folgen haben und sehr gefährlich werden.

Aus meiner Erfahrung ist es 10 mal leichter ein Pferd im Verhalten zu verändern, als einen Menschen  und hier ist die große Herausforderung tatsächlich der Mensch/Besitzer des Pferdes.

D.h. der Mensch muss sich mit verändern, und anders reagieren, und hier beginnt oft das Problem, denn der Mensch kennt dieses Pferd als „respektvoll“, womöglich war es aber „nur“ ängstlich und unsicher und nun ist dieses Pferd mutig geworden und wirkt plötzlich nicht mehr respektvoll. Manchmal ist das ein schleichender Prozeß und manchmal geht es ganz schnell, dass mit dem Schwinden der Angst nun die Respektlosigkeit zunimmt.

Nun sind andere Verhaltenskriterien beim Menschen gefragt und oft sehr viel mehr Bestimmtheit und Konsequenz, als der Besitzer eines solch ehemals ängstlichen Pferdes bereit ist an den Tag zu legen.

Eines haben mir die letzten 20 Jahre als Trainerin gezeigt, der Schlüssel liegt immer im Besitzer. Wenn der es schafft seine Einstellung und sein Handelns zu verändern, wenn er schafft neue Gewohnheiten zu entwickeln und beizubehalten, dann kann er einfach fast alles im Leben (mit Pferden) erreichen.

Also was ist nun der „Vorteil“ eines ängstlichen Pferdes? Tatsächlich könnte der Vorteil der sein, dass sich dieses Pferd leichter führen und bewegen lässt, das wird seit Jahrhunderten mit Menschen und auch Pferden so praktiziert und man kann über den Motivationsknopf „Angst“ führen…. der Preis ist das Risiko ANGST.…denn wehe dem Tag, an dem etwas passiert, vor dem dieses Pferd oder dieser Mensch noch größere Angst hat als vor Dir…..

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Warum diese 5 Probleme mit Pferden auch ein Vorteil sein können!

„Was ist der Vorteil Deines Problems?“ Du fragst Dich jetzt sicherlich, was dies jetzt für eine blöde Frage ist und als ich kürzlich mit einer Schülerin sprach, kam mir der Gedanke, dass dies tatsächlich auch im Pferdebereich eine gute Frage ist.

Sie erzählte mir, dass in ihrem Stall die Leute fast alle, irgendwelche Problem mit Ihren Pferden hätten. Probleme beim Reiten, beim auf die Koppel führen, beim Longieren, beim verladen etc….. Sie hat dann angeregt, eine Trainerin zum Kurs oder Unterricht zu bestellen, alle hätten abgewehrt, da dies nicht notwendig wäre. Keiner der Betroffenen sah anscheinend eine Notwendigkeit etwas zu verändern und hier stellt sich dann oft tatsächlich die Frage, was ist der Vorteil von dem Problem? Denn wenn es keinen Vorteil gäbe, dann würde man doch Lösungen finden und etwas verändern wollen, oder?

Ich habe diese Frage in einem Seminar für Menschen gehört und im ersten Moment war ich dazu geneigt, das Ganze abzuwehren und als Unsinn abzutun und bei genauerem Nachdenken, sind mir dann viele Lichter aufgegangen, auch und gerade in Bezug auf Pferde und Menschen.

Mir ist absolut bewusst, dass ich heute ein sehr heikles Thema anspreche und dass womöglich Viele von Euch auf mich schimpfen werden, wenn sie dies lesen oder es erst gar nicht lesen werden. Ich behaupte hier auch nicht dass es immer und bei jedem so ist und sicher gibt es vielefältige Ursachen für Probleme, aber ich finde mich in den gleich folgenden Fallbeispielen schon hie und da wieder, wenn ich so meine Vergangenheit anschaue. Und vielleicht betrifft dies ja auch nur mich, keine Ahnung…..

Mein erstes Pferd war ein „Problempferd“ und mein zweites habe ich damals zu einem gemacht, aus Unwissenheit und ich hab mich damals gut damit gefühlt. Wer meinen Alibaba damals kannte, der wollte nichts mit ihm zu tun haben und viele hatten fast Ehrfurcht vor mir, dass ich diesen wilden Kerl reite. Ich wollte schon als Kind immer ein Pferd, das niemand reiten konnte außer mir und das hatte ich dann auch und ich war damals fast stolz darauf, wie töricht von mir.

Warum sollte ich einen Trainer hinzu ziehen, ich würde das schon irgendwie schaffen und mit diesem „Problem“ hob ich mich schließlich von anderen ab und bekam Bewunderung und Anerkennung geschenkt. Ein Pferd das alles macht was man sagt, das war aus meiner damaligen Sicht doch langweilig, ohne Nervenkitzel, das konnte doch jeder. Erst als es völlig ausuferte, holte ich mir 1995 professionelle Hilfe und kam so zum Horsemanship(dafür war dieses Problem auf alle Fälle auch gut). Ich weiß also selbst, dass ein „Problem“ auch Vorteile haben kann und wenn es nur eine Sichtweise ist, ein Standpunkt.

Es ist hier natürlich viel leichter beim Gegenüber solche Muster zu erkennen, als bei sich selbst und hier fallen mir sofort viele Beispiele ein. Es gibt ja hier vielerlei Probleme bei z.B. Menschen: Krankheit, Geldmangel, Zeitmangel usw….könnte es tatsächlich sein, dass man sich mit dem Problem vor einer Situation schützen will, wenn auch nur völlig unbewusst?

Könnte es sein, dass der Körper Krankheiten kreiert um den gehassten Beruf nicht mehr ausüben zu müssen? Oder um neue Lösungswege zur Heilung zu finden?

Könnte es sein, dass der Körper Migräne bekommt, damit man nicht zu der Abendveranstaltung gehen muss oder Abstand vom Partner bekommt?

Könnte es sein, dass der Körper Grippe bekommt, um mit der Masse gehen zu können, denn wenn man als Einziger gesund wäre, dann wäre man ja ein Außenseiter und könnte nicht mit reden?

Könnte es sein, dass man sich Geldmangel kreiert um ständig arbeiten zu müssen und nicht in der ungeliebten Beziehung daheim verbringen zu müssen, oder um mitjammern zu können?

Könnte es sein, dass man Zeitmangel kreiert um nicht zu Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten gehen zu müssen, zu denen man eh keine Lust hat?

Usw.usw…….

Und dann habe ich diese Fragen zu Problemen bei den Pferden gestellt und wenn man da mal von außen drauf schaut, dann stellen sich folgende Fragen, die oft im ersten Moment abgewehrt werden:

  1. Das Pferd geht nicht in den Hänger: Könnte es sein, dass der Vorteil dieses Problems der ist, dass man dann auch nicht weg fahren „muss“? Dass man keine Wettbewerbe besuchen „muss“? Dass man quasi selbst im tiefsten Innern gar nicht weg fahren will? Oder ist der Vorteil, dass man immer Hilfe braucht und somit Aufmerksamkeit von Anderen bekommt? Oder ist der Vorteil hier, dass man sich mit dem Thema beschäftigt um es zu lösen und dadurch mehr Wissen bekommt, dies könnte überall zutreffen, auch bei den folgenden Punkten
  2. Das Pferd lässt sich nicht reiten: Könnte es sein, dass da etwas in uns gar nicht reiten will? Vielleicht ein Gefühl der Sicherheit, dass sich beim reiten bedroht fühlt?
  3. Das Pferd ist krank: Könnte es sein, dass der Vorteil hier wäre, immer einen Grund zum jammern zu haben und um seine Zeit komplett in die Heilung des Pferdes zu stecken?
  4. Das Pferd kommt nicht mit andern Pferden klar. Könnte es sein, dass mir dies erleichtert, das Pferd zu separieren oder als Entschuldigung für mich selbst, damit ich es in der Box halten kann?
  5. Das Pferd hat ein Problem damit, mit andern Pferden in der Halle zu laufen. Könnte es sein, dass man lieber alleine reitet und somit einen Grund dazu hat?

Ich könnte hier noch unzählige Beispiele aufzählen, doch ich denke es ist schon rüber gekommen, worauf ich hinaus will. Der Vorteil eines Problemes könnte sehr vielfältig sein und führt im Besten Falle dazu, dass man seinen Horizont erweitert auf der Suche nach Lösungen, dass man sich Wissen zu eigen macht, dass man sonst nie erworben hätte.

Vielleicht sollten wir uns bei unseren Problemen mit Pferden und auch im „richtigen“ Leben immer mal die Frage stellen „Wofür ist dieses Problem gut?“ oder auch „Wovor bewahrt mich dieses Problem?“ Und nicht immer, aber sicher öfter, wenn man tief genug gräbt, dann findet man tatsächlich etwas, das man nie gedacht hätte. Vielleicht mag der Ein oder Andere mal am Wochenende in sich gehen und darüber nachdenken, denn wenn ich meine Muster und Programme im Unterbewusstsein erkenne, dann habe ich auch die Möglichkeit diese zu verändern, wenn ich es will.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

5 Schritte die Dein Pferd sensibler beim losreiten machen werden

Als ich 2009 meine Araberstute Jemanah ausbildete, bekam ich eine völlig neue Sichtweise von der Sensibilität, die Pferde haben können. Zu dem damaligen Zeitpunkt hatte ich zwar schon 50 Jungpferde gestartet, doch solch ein körperlich und seelisch sensibles Tier war selten dabei und sie lehrte mich, dass man Pferde mit Atmung und Gedanken reiten kann.

Bis zu dem damaligen Zeitpunkt dachte ich, dass eine Reit-Hilfe aus Körpereinsatz besteht, der unterschiedlich stark ausfällt und lernte dann von dieser Stute, dass Reiten schon beim Denken beginnt und mit der Atmung ausgeführt wird.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel, das Losreiten aus dem Stand. Als ich reiten lernte, erzählte man mir, ich müsse dem Pferd mit den Schenkeln die Hilfe geben und wenn es nicht reagiert, dann fester oder kicken oder Gerte.

Nun ja, das hat fast immer funktioniert, mal besser, mal schlechter und manchmal hat das Pferd gebockt. Als ich im Horsemanship lernte meine Hilfen zu verfeinern, bekam das Ganze mehr Feinheit, indem ich zuerst den Focus auf meinen Weg richtete, den Oberkörper aufrichtete, dann die Gesäßmuskeln anspannte und dann die Schenkeln anlegte und wenn das Pferd dann nicht losgelaufen war, benutzte ich den Stick oder das Zügelende zur Motivation. Jedoch wendete ich persönlich diese Hilfen eher mechanisch an und ohne Gefühl, ich war allerdings zu diesem Zeitpunkt auch eher der Praktiker als die Mitfühlende Reiterin.

Auch ich sehe immer wieder Reiter/innen, die, wenn das Pferd nicht auf die Schenkelhilfen reagiert, mit drücken, quetschen und Unterschenkel hoch ziehen bemüht sind ihr Pferd zum losgehen zu bewegen, vielleicht noch unterstützt von Zungenschnalzen und andern verbalen Lauten. Das hat meiner Meinung nach nichts mit feinem Reiten zu tun und stumpft das Pferd eher ab.

Mit Jemanah lernte ich tatsächlich, was es bedeutete den Focus auf den Weg zu richten und mit der Atmung das Pferd vom Stand in den Schritt zu bewegen und konnte es dann sogar auf meinen Alibaba umlegen, von dem ich immer dachte, er sei ein Büffel in seiner Reaktionsweise. Tatsächlich war ich der Büffel….

Wie funktioniert das nun? Wenn ich also nach dem Aufsteigen, am langen Zügel auf einem ruhigen und ausgeglichenen Pferd sitze, das gelernt hat stehen zu bleiben und auf die Reiterhilfen zum Anreiten zu warten, dann ist das Erste was ich tue um loszureiten folgendes:

  1. Ich richte meine Aufmerksamkeit in die Richtung in die ich losreiten möchte und dazu suche ich mir einen Punkt für meine Augen, die meinen Kopf nicht zum senken Richtung Erde bewegen, sondern in Kopfhöhe oder höher, denn wenn ich nach unten schaue, beeinflusst dies meinen Sitz in einer nachteiligen Art und Weise, während der Blick in Kopfhöhe oder höher meinen Körper aufrichtet. Dies alleine bringt Energie in meinen Körper und wenn das Pferd losläuft ist das Ziel erreicht.
  2. Wenn das Pferd weiterhin stehen bleibt behalte ich Schritt 1 bei und ich atme in einem tiefen und langen Atemzug ein, so als ob ich die Luft vom Bereich unterhalb des Bauchnabels, über den Bauchnabel, durch den Brustkorb in den Hals und meinen Kopf hoch ziehen würde. Hier spüre ich oft schon, dass das Pferd gleich losgehen wird, wenn es dann lös läuft ist mein Ziel erreicht.
  3. Ist dies nicht der Fall, dann spanne ich zusätzlich die Gesäßmuskeln an und wie das funktioniert, und wo diese Muskeln sind und wie man die anspannt, das erklärt sich am leichtesten anhand einer kleinen Geschichte: Stell Dir vor, Du sitzt auf der Toilette und musst gerade groß. Du bist schon mitten drin, als das Telefon geht und Du erwartest ein wichtiges Telefonat und musst „abkneifen“, also Po-Loch zudrücken, in dem Moment spannst Du die Gesäßmuskeln an, auch dies kann in unterschiedlichen Intensitäten passieren.
  4. Läuft das Pferd hier immer noch nicht los, dann bringe ich zusätzlich die Schenkel ans Pferd uns zwar so, als ob ich es langsam umarmen will in konstantem immer stärker werdenden Druck, wenn ich allerdings merke, dass keinerlei Reaktion vom Pferd kommt, dann kommt der letzte Schritt dazu.
  5. Während alle anderen 4 Schritte aufrecht erhalten bleiben, bringe ich eine leichte rhytmische Touchierhilfe mit der Gerte, dem Stick, einem Seilchen oder dem Zügelende dazu. Diese Hilfe sollte angemessen sein, mache ich zu viel reagiert das Pferd über, mache ich zu wenig, passiert nichts.

Sobald das Pferd sich in Bewegung setzt, gehe ich in eine entspannte, aber nicht passive Sitzhaltung über, denn passiv würde das Pferd zum Anhalten bringen. Ich gehe sozusagen in einen Schrittmodus über, was meine Körperenergie und Atmung angeht. Was dies bedeutet, kann sich auch von Pferd zu Pferd etwas unterscheiden, bei manchen benötige ich mehr Schritterhaltende Energie, bei anderen weniger, das hängt vom Naturell der Pferde ab und wenn ich hier von schritterhaltender Energie spreche, dann meine ich nicht ständig treibende Schenkel, das stumpft nur ab, ich meine damit eine Körperenergie, die sich mehr im Innern abspielt, als im Außen. Wenn man von einem Ofen sprechen würde, dann wäre es so, das der auf niedriger Flamme weiterbrennt, nicht ausgeht, aber auch nicht heißer wird.

Alle diese Hilfen sollten „angemessen“ sein und das ist ein sehr dehnbarer Begriff, denn jedes Pferd ist ein Individuum und benötigt andere Energieeinwirkungen von Seiten des Menschen. Als ich meinem Alibaba damals das erste mal die Chance ließ, auf diese feinen Hilfen zu reagieren, da passierte doch tatsächlich auch etwas und er setzte sich in Bewegung in einer kooperativen Art und Weise, während er auf meine früheren groben Hilfen eher unwillig reagierte und auch mal bockte, es fühlte sich wohl eher wie ein Überfallkommando für ihn an.

Wenn man erst einmal die Erfahrung gemacht hat, mit dem Pferd in Gedanken und über die Atmung zu kommunizieren, dann gibt es kein zurück mehr. Allerdings möchte ich hier erwähnen, dass ich vorher natürlich auch schon am Boden darauf hin arbeite, das mein Pferd meine Körperenergie und meine Atmung aufnimmt, dies erleichtert die Arbeit vom Sattel ungemein.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Die 6 wichtigsten Voraussetzungen um mit Pferden „gut“ zu sein

Wenn ich hier von den 6 wichtigsten Voraussetzungen schreibe um mit Pferden vorzügliche Ergebnisse zu erreichen, dann spreche ich aus meiner eigenen Erfahrung und das heißt nicht, dass es nicht andere Möglichkeiten und Wege gibt. Dies ist meine persönliche Meinung, die auf meinen Erfahrungen der letzten 30 Jahre basiert.

  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich über das Wissen verfügen, wie Pferde denken und wie sie lernen wollen. Ich sollte Pferde gut lesen können und mein Anliegen pferdegerecht ans Pferd transportieren können, ich sollte gut „pferdisch“ kommunizieren. Dies ist gewöhnlich keine dem Menschen angeborene Gabe, sondern dies kann man erlernen, so wie man jede Fremdsprache erlernen kann. Und wie bei jeder Fremdsprache, ist auch hier viel Zeit und Üben des Menschen notwendig um gute Ergebnisse zu bekommen.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich Strategien und Techniken kennen, die mir helfen meine Wünsche dem Pferd nahe zu bringen, hier greife ich persönlich auf die Techniken aus dem Natural Horsemanship zurück. Ich habe allerdings in den letzten 30 Jahren festgestellt, dass es hier ähnlich ist wie beim Erlernen jeder neuen Sache oder Sportart, man benötigt möglichst viel Übung. Wie lange benötigen Sie um z.B. gut Tennis zu spielen, oder Fußball, oder Ballett, etc….?
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich auf Ausrüstung verzichten, die Zwang in jeglicher Form erzeugt, also z.B. das Pferd in eine bestimmte Haltung zwingt oder sich zuzieht oder Hebelwirkung erzeugt. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, sollte ich dahin kommen, dass ein Pferd freiwillig all diese Dinge für mich tut. Zwang ist Druck und Druck erzeugt immer Gegendruck auf psychischer und physischer Ebene und hat einen üblen Nachgeschmack. Für welchen Chef arbeiten Sie lieber, für den der sie zwingt oder für den, der sie überzeugt?
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich über physische Fitness verfügen. D.h. nicht, dass ich einen Marathon laufen muss, sondern eher, dass ich mich schnell und geschickt an die Gegebenheiten anpassen kann und meinen Standpunkt so wählen kann, dass es für das gewünschte Ergebnis förderlich ist. Dies erfordert vor allem geistige Schnelligkeit und Flexibilität, die dann in physische Bewegung umgesetzt wird.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich emotional fit sein, d.h., dass ich besonnen und ruhig bleiben kann, auch wenn die Situation aus den Fugen gerät . Es heißt auch dann souverän zu sein, wenn man gerade den Frust und Ärger in sich hoch kommen spürt. Hierzu gehört eine große Portion Selbstbeherrschung und auch, dass ich mein Ego zurück nehmen kann und einen klaren Kopf bewahre, auch wenn ich am liebsten schreien und um mich schlagen würde.
  1. Wenn ich mit Pferden wirklich gut werden will, dann sollte ich mental fit sein und meine Gedanken, Glaubenssätze und Programme im Gehirn bewusst beeinflussen können um durch die beste mentale Vorbereitung, den Weg zum bestmöglichen Ergebnis zu ebnen. Denn alles beginnt in unserem Kopf als Gedanke und wird dann Realität, bei Pferden oft schneller als im restlichen Leben.

Ich habe in meinem Leben erfahren, dass wer mit Pferden wirklich gut werden will, in erster Linie an sich selbst arbeiten muss, es ist immer auch ein großes Stück Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstwerdung und Selbstdisziplin.

Je spezieller das Pferd, desto wichtiger sind diese Aspekte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hier die „schwierigsten“ Pferde die größten Lehrmeister sind für uns Menschen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

 

Die 8 häufigsten Fehler im Umgang mit ängstlichen Pferden.

In den letzten 3-4 Jahren kommen immer mehr Pferde zu mir, die unter Panikattacken leiden, ich spreche hier nicht von ängstlichen Pferden, ich spreche hier von Pferden mit extremer Panik bis hin zu Todesängsten.

Ich frage mich natürlich ob es diese Pferde früher nicht gab, oder ob diese Pferde früher nicht zu mir gefunden haben, doch das ändert nichts an der Tatsache, dass diese Eigenschaft sicher eine der gefährlichsten Eigenschaften am Pferd darstellt. Jeder der schon mal richtig Angst in seinem Leben hatte, weiß, dass in diesem Moment der normale Verstand ausschaltet.

Ein Pferd mit Todesangst wird über und durch alles hindurch gehen um sich aus seiner Sicht in Sicherheit zu bringen. Es wird dabei weder auf sich selbst noch auf Andere achten und bringt dadurch sich selbst und Andere in höchste Gefahr.

Ein respektloses Pferd kann man durch entsprechendes Handeln und Überzeugung relativ schnell respektvoller machen, doch wie ist das mit einem extrem ängstlichen Pferd? Und wo genau beginnt Angst und in welchen Stufen?

Nehmen wir mal folgende Situation, Du reitest gerade in der Reithalle, da kommt ein Stallnachbar mit einer großen Plastikplane in die Halle um diese auszubreiten um mit seinem Pferd zu üben. Die meisten Pferde, die gerade in der Halle geritten werden, während eine große Plastikplane in die Halle gezogen wird, werden eine Reaktion zeigen.

Diese Reaktion geht von neugierigem Ohrenspitzen, über angespanntem Gehen und Schnauben, über schreckhaftem zur Seite springen, abruptem Anhalten und erstarren bis hin zu durchgehen im Galopp oder ähnlichem. Hier lässt sich viel über das Grundnaturell des Pferdes sagen und wenn ich mein zukünftiges Reitpferd begutachte, das ich zu kaufen gedenke, dann ist es womöglich ratsam solche Situationen zu provozieren um Aufschluss über den Mut des Pferdes zu bekommen.(am besten ohne Reiter)

Doch bei diesen wirklich panischen Pferden, ist dieses Beispiel vielleicht schon eine zu große Reizüberflutung und wenn ich zu solchen Pferden gerufen werde, dann schau ich mir an, wie das Pferd reagiert, wenn man zu ihm geht, es auf halftert und z.B. zur Halle führt. Tatsächlich kann man hier schon viel erkennen. Schlurft das Pferd hinter seinem Besitzer her und ist tiefenentspannt? Oder ist es sehr wachsam und reagiert auf jedes Geräusch und jede Bewegung? Springt es weg vor Gefahren oder erstarrt es zur Salzsäule? Manchmal wird Angst mit Respekt verwechselt. Man kann alleine hier schon viel erkennen, wenn man genau hin schaut, denn nur weil das Pferd bei Gefahr ruhig stehen bleibt, heißt das nicht, dass es wirklich ruhig und entspannt ist. Womöglich ist es eher wie bei einer tickenden Zeitbombe, die im nächsten Moment explodiert wenn noch ein weiterer Reiz dazu kommt.

Ich gehe mit dem Pferd, welches mit Knotenhalfter und langem Führseil ausgestattet ist, in einen eingezäunten Bereich und binde an meinen Stick statt dem String eine Plastiktüte und während ich dies tue beobachte ich aus dem Augenwinkel das Pferd. Wie geht es mit dieser Situation um? Ist es schon beunruhigt weil ich die Tüte aus der Jackentasche gezogen habe, oder ist es neugierig oder möchte es schon hier am liebsten weglaufen? Dies gibt mir Aufschluss über die Intensität der Reize mit denen ich beginne nun die Tüte am Stick zu bewegen oder damit auf das Pferd zu zugehen. Dies alles tue ich in diesem Stadium nur vor dem Pferd, noch nicht seitlich, denn wenn es angst hat und davon weg gehen will, wird es wenn der Reiz vorne ist, eher rückwärts gehen und dies ist sicherer für mich.

Ich möchte keinen Extremfall auslösen, sondern nur einen Reiz erzeugen, der leichte Unruhe bis leichte Angst in dem Pferd erzeugt, so, dass es anfängt seine Füße zu bewegen. Dies darf es auch gerne tun, ich blockiere allerdings den Weg nach vorne, d.h. das Pferd darf gerne rückwärts und ggfls. Seitwärts gehen, denn dies wird es keine 2 Stunden tun, vorwärtsgehen schon, wenn es rückwärts geht, geh ich also vorwärts mit ihm und blockiere es nicht, denn irgendwo muss es mit seiner Angst-Energie hin, muss sie in Bewegung umwandeln. Damit ich das Pferd am vorwärtsgehen hindern kann, sollte entsprechend Respekt vorhanden sein und keine Unsicherheit aufkommen, denn ich werde diesen Reiz nun so lange fortsetzen, bis das Pferd etwas verändert.

Also angenommen, die Unruhe beginnt, als ich mit der Tüte von 2m vor dem Pferd beginne auf das Pferd zu zugehen, dann werde ich mich an dieser Stelle zwar nicht mehr nähern, sondern den Stick wieder entfernen um ihn im nächsten Moment wieder anzunähern in einem ruhigen und gleichmäßigen Rhytmus, bis an die heikle Grenze. Dieses Prinzip von Annäherung und Rückzug wiederhole ich ruhig und beharrlich so lange, bis das Pferd alle vier Füße auf dem Boden hat und für einen Moment steht und genau in diesem Moment, genau in dieser Sekunde(nicht 3 Sekunden früher und nicht 3 Sekunden später) beende ich den Reiz und parke die Tüte weit weg vom Pferd, so weit wie es mein Arm mit Stick erlaubt. Ich selbst nehme eine entspannte und neutrale Haltung ein und atme tief und ruhig, womöglich gähne ich sogar übertrieben, diese Haltung übrigens empfiehlt es sich bei dieser Übung die ganze Zeit einzunehmen.

Dabei beobachte ich das Pferd und warte auf Signale, die mir zeigen, dass es los lässt und ins Denken kommt. Woran erkenne ich dies?

In diesem Moment wo das Pferd zum Halten kommt, ist es oft wie in einer Starre, d.h. es blinzelt nicht, der komplette Körper erinnerte an eine Eissäule, alle Körperteile wie erstarrt und es scheint als würde es die Luft anhalten, manchmal stehen die Beine in einer unnatürlichen Haltung und werden nicht entspannt, der Unterkiefer ist fest, die Lippen werden aufeinander gepresst, Kopf und Hals werden hoch getragen und ich beobachte nun und warte auf eines oder mehrere der folgenden Zeichen: Es kann sein, das Pferd fängt wieder an zu blinzeln, die Ohren bewegen sich, es schüttelt den Kopf oder Schweif, es stellt die Gliedmaßen anders hin, es senkt den Kopf und Hals, auch wenn es nur 5mm sind und am besten ist es, wenn es dann anfängt zu kauen und die Lippen zu lecken. Dann ist der Vorgang meist abgeschlossen und ich beginne von vorne.

Wenn ich diesen Vorgang nicht geschehen lasse und gleich wieder weiter mache mit dem Reiz, dann kann es zu einer Explosion kommen. Wenn ich diesen Vorgang des Denkens und Lernens abschließen lasse, dann dauert es beim zweiten Versuch gewöhnlich nicht mehr so lange wie beim ersten Versuch, bis das Pferd den Reiz der Tüte auf der gleichen Entfernung wie vorher aushält und alle Beine zum Stillstand kommen. Und meist geht es jetzt auch schneller mit den Zeichen die das Pferd mir in der Pause sendet.

Es muss einem bewusst sein, dass es bis zu 5 Minuten und länger dauern kann, bis diese Zeichen beim ersten Mal erfolgen und das es ebenfalls 5 Minuten dauern kann, bis das Pferd auch nur den geringsten Reiz auf größter Entfernung einen Moment akzeptieren kann und die Füße still stehen lässt.

Ich wiederhole diesen Vorgang immer wieder und erhöhe den Reiz immer mehr, bis das Pferd zunehmend toleranter wird, zuerst den Reiz aushält, dann akzeptiert und schließlich einfach ruhig und entspannt da steht. Dies kann je nach Schweregrad Minuten, Stunden oder länger dauern und dann ist es noch von Bedeutung, wo ich morgen das Pferd bei dieser Übung abhole, muss ich wieder bei Null anfangen oder beginnen wir sofort mit einer größeren Akzeptanz und Ruhe?

Und tatsächlich werde ich das Pferd hier von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat mit immer größeren Reizen konfrontieren und wenn ich alles richtig mache, dann wird das Pferd immer ruhiger mit neuen Reizen umgehen und die Bekannten ruhig und gelassen akzeptieren. Dennoch gibt es natürlich Pferde, die auch mit aller Vorbereitung ihr Leben lang etwas unberechenbarer sein werden als andere und dies liegt oft auch im angeborenen Naturell zugrunde. Diese speziellen Pferde muss ich womöglich immer intensiv am Boden vorbereiten, bevor ich sie z.B. reiten möchte, um böse Überraschungen zu vermeiden, es sei denn ich mag Überraschungen 🙂

Häufige Fehler die im Umgang mit ängstlichen Pferden passieren sind:

  1. Der Reiz wird gleich zu hoch gesetzt und das Pferd überfordert, hier kann es zu gefährlichen Situationen für Mensch und Pferd kommen.
  2. Der Reiz wird beendet, bevor das Pferd etwas verändert hat und die Füße zum Stillstand kommen, dies macht das Pferd noch ängstlicher, denn es wird bestätigt in seiner Annahme, dass Flucht den Reiz weg nimmt.
  3. Die Pause zum Denken und Verstehen ist zu kurz und das Pferd konnte nichts lernen und wird von mal zu mal ängstlicher.
  4. Zu wenige Wiederholungen auf der gleichen Reizebene um das Erreichte zu festigen, ich muss immer wieder bei Null beginnen.
  5. Der Mensch will das Pferd mit Worten und Anfassen beruhigen und bewegt sich in Zeitlupe um das Pferd zu schonen, was dem Pferd noch mehr Angst macht.
  6. Der Mensch hat keine tiefenentspannte Atmung und Körperhaltung
  7. Der Mensch bekommt Angst vor der Angstreaktion des Pferdes und beendet im „falschen“ Moment die Übung, den Reiz.
  8. Das Pferd wird für seine Angst „bestraft“ und bekommt noch mehr Angst.

Da die Arbeit mit einem dieser extrem ängstlichen Pferde mit Todesangst sehr gefährlich sein kann, gehört diese Arbeit in die Hände von Profis oder zumindest unter die Aufsicht eines solchen.

Wenn Du also solch ein Pferd daheim hast, ist es manchmal sicherer und sinnvoller eine/n Trainer/in seines Vertrauens hinzu zu ziehen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

Die Angst vor Phase 4 …

…oder, warum Phase 4 brutal, gewalttätig, gemein und unfair sein kann…. Die meisten Horsemanshipler haben sicher schon mal von den vier Phasen der Bestimmtheit gehört. Für alle die diese 4 Phasen nicht kennen, hier ein Beispiel aus der Pferdewelt: Pferd A ist ranghoch und Pferd B ist rangnieder. Wenn nun Pferd A, Pferd B bewegen will oder es in der Bewegung einschränken will(denn dies tun ranghohe Pferde, sie schränken andere in der Bewegung ein oder bewegen sie), dann nutzt Pferd A in Zeitlupe betrachtet 4 Phasen. Phase 1 ist von außen sichtbar als Ohrenanlegen und Drohgesicht. Wenn Pferd B daraufhin keine Reaktion zeigt, kommt in Zeitlupe betrachtet Phase 2, diese besteht aus Phase 1 zuzüglich Phase 2, die sichtbar wird durch ungleichmäßiges rythmisches Bewegen von Kopf und/oder Schweif von Pferd A. Wenn Pferd B nicht entsprechend reagiert, dann wird Pferd A zu Phase 3 übergehen, diese beinhaltet Phase 1 und 2 und Phase 3, die sichtbar wird durch annähern von Pferd A an Pferd B. Was dann passiert, wenn Pferd B nicht die gewünschte Reaktion zeigt, haben sicher die meisten Pferdeleute schon gesehen, Pferd A wird Pferd B berühren, d.h. seine Zähne und/oder Hufe werden Pferd B streifen oder knallhart treffen. Pferde sind hier nicht zimperlich und sicher hat der ein oder andere auch schon Tierarztkosten nach solch einer „Berührung“ bezahlt oder hatte so wie ich, sogar einen Todesfall durch „Phase 4“ eines Pferdes in der Herde. Nun, das ist nichts, was Menschen sich ausgedacht haben, oder nur Pferde in Gefangenschaft tun, das ist die pure Realität eines Pferdelebens und bei Hunden ist es ähnlich. Entweder man hat was zu sagen, d.h. man schränkt die andern Pferde in der Bewegung ein, bzw. man bewegt die anderen Pferde, so wie man das gerne hätte, oder man ist der, der folgt, dann muss man sich in der Bewegung einschränken lassen, bzw. bewegen lassen oder man hat einen schmerzhaften Kontakt mit Hufen und/oder Zähnen vom ranghöheren Pferd. Meist jedoch kommt es nicht zu Phase 4, weil Pferd A entweder in der Vergangenheit schon einmal bewiesen hat, das es keine Skrupel hat zu Phase 4 zu kommen und diese auch angemessen hoch dosieren kann und/oder es hat so eine enorme Präsenz, dass Phase 1 und 2 schon entsprechend wirken. Natürlich hängt es auch von der Persönlichkeit von Pferd B ab, ob es eher devot ist und schnell genug weg geht oder ob es an der Präsenz von Pferd A zweifelt und diese in Frage stellt und die Situation aussitzt.

Da ich persönlich als Mensch unter Pferden auf alle Fälle nicht die Rolle von Pferd B haben möchte, muss ich die Rolle von Pferd A einnehmen und wenn meine Präsenz nicht ausreicht oder mein Gegenüber noch präsenter ist als ich, dann muss ich in Pferdemanier durchgreifen und womöglich das Pferd „berühren“(dies kann mit meinem Körper oder auch einem Stick, Gerte, Strick geschehen), was selbst im extremsten Fall niemals an die Intensität heran kommt, die Pferde untereinander nutzen. Dies wird allgemeinen Phase 4 genannt, früher nannte ich es „touchieren“ um ein Wort zu nutzen, dass sich nicht wie „schlagen“ anhört(denn richtig benutzt ist es KEIN schlagen), doch heute benutze ich nur noch das Wort „berühren“. Dieses Wort ist völlig neutral, ich kann liebevoll berühren und ich kann bestimmt berühren. Es ist auch nicht die Berührung, die das gewünschte Ergebnis bringt, auch nicht immer die Intensität der Berührung, sondern das WIE. Wie ich das Pferd berühre, unabhängig von der Intensität, ist mit die wichtigste Qualität! Also in welcher Energie ICH als Mensch dies tue!

Leider verwechseln viele Menschen „berühren“ mit „schlagen“ und „Konsequenz“ und „Bestimmtheit“ mit „Wut und Aggression“ und diese Menschen sind es dann auch, die meist ein Problem mit Phase 4 haben und in einen inneren Konflikt geraten. Oft haben diese Menschen dann sogar noch ein Pferd, welches genau hier den Finger in die Wunde legt und nicht leicht zu überzeugen ist und sogar aktiv respektlos ist, also dem Menschen droht und gefährlich wird.

Wenn du also auch zu diesen Menschen gehörst, dann darfst Du nun zuerst einmal einen Blick in Dein restliches Leben werfen, völlig urteilsfrei und neutral ohne zu werten. Kann es sein, dass Du Dich schwer abgrenzen kannst? Kann es sein, dass Du gute Miene zum bösen Spiel machst? Kann es sein, dass Du gefallen willst, geliebt werden willst und deshalb Kompromisse machst, die Dich insgeheim ärgern? Kann es sein, dass Du so lange „aushältst“ und „erträgst“ bis der eine Tropfen Wasser das Fass zum überlaufen bringt und Du wie eine tickende Zeitbombe explodierst und die Leute um Dich rum völlig perplex sind, was denn plötzlich mit Dir, die sonst so „nett“ ist, los ist? Wie oft hast Du schon gelächelt und gesagt „alles sei gut“, obwohl Du innerlich am Ende warst? Vielleicht weißt Du schon was ich meine, also wenn hier ein oder gar mehrere Punkte auf Dich zutreffen, dann solltest du fairerweise Dein Verhalten ändern und authentisch sein, denn sonst wird Phase 4 unter Umständen brutal, gewalttätig, gemein und unfair, zumindest wird es so vom Gegenüber empfunden, da Du in einer ärgerlichen, frustrierten oder gar wütenden Energie bist. Und wenn Du als Mensch immer „schonen“ willst und „nett“ erscheinen willst, wenn Du mit Wattebäuschen um Dich wirfst und bluffen tust, dann darfst Du nicht erwarten, dass Dich jemand ernst nimmt, egal ob es ein Mensch oder ein Tier ist. Gerade Pferde wollen Authentizität und einen fairen, souveränen Führer, der klar kommuniziert, ohne zu beschönigen und ohne Umschweife auf den Punkt kommt und Regeln setzt und durchsetzt, dann ist auch keine Phase 4 mehr notwendig, dann reicht Phase 1.

Wenn Du allerdings schon ein paar Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre dieses Thema mit Deinem Pferd durchläufst, kann es sein, dass um dieses schon entstandene Muster zu verändern, eine von außen als Mensch betrachtet sehr intensive Berührungen des Pferdes notwendig ist um es zu beeindrucken, ohne dabei in eine ärgerliche, frustrierte oder gar wütende und aggressive Energie zu kommen. So lange Du dies als unfair, als schlagen oder gar als gewalttätig ansiehst, sei es auch nur in Deinem tiefsten Innern, kannst Du dies nicht umsetzten, denn damit hat es nichts, rein gar nichts zu tun(sonst wären ja alle Pferde gewalttätiger Schläger und das kann ich nicht glauben…) und wenn Du es so bewertest, dann wird sich das Pferd bei einer solchen Berührung auch so fühlen, als ob es gewalttätig, brutal geschlagen wird und darauf reagiert jedes Pferd etwas anders. Es ist nicht damit getan einfach so zu tun, als sei man souverän, ruhig und bestimmt, man muss es wirklich sein und dies kann beim Menschen ein langwieriger Prozess sein, denn wie schon erwähnt, zieht sich dies womöglich wie ein roter Faden durchs Leben und zeigt sich nun beim Pferd, denn Pferde sind perfekte Spiegel unserer Selbst. Nicht immer gefällt Dir was Du im Spiegel siehst, doch wenn Dir dein Spiegelbild nicht gefällt, nutzt es nichts den Spiegel zu putzen….

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

Wie bringe ich meinem Pferd den spanischen Schritt bei?

Wie bringe ich meinem Pferd den spanischen Schritt bei?

Wie lege ich ein Pferd hin? Wie lernt mein Pferd piaffieren? Wie lehre ich mein Pferd den Schulhalt? Wie komme ich zum Verbeugen des Pferdes?

Diese und ähnliche Fragen erhalte ich immer wieder von Schülern und ich erinnere mich noch sehr gut an meine Anfänge im Horsemanship, wo ich natürlich auch gerne „spektakuläre“ Dinge wie hinlegen und ähnliches meinem Pferd beibringen wollte, und von meinen Lehrern Antworten erhielt wie: „Das gehört nicht zu diesem Level“ oder „Das kommt erst im übernächsten Level dran“ „Du bist noch nicht so weit“ „Dein Pferd ist noch nicht so weit“ „Lerne zuerst die Basics“ usw…..

Das wollte ich damals nicht hören, ich wollte einfach Lösungen für meine Wünsche und was das Hinlegen meines Pferdes betraf, suchte ich mir Lösungen und schaffte es auch. An dem Tag, als ich mein damals 3jähriges Pferd das erste Mal hinlegte, fuhren wir sofort anschließend ins Krankenhaus, denn ich hatte mir die Schulter dabei ausgerenkt und hatte somit noch Jahre später ein schmerzhaftes Andenken an diesen Tag. Das war mein Preis und dafür legte sich mein Wallach dann zum Glück sein ganzes Leben lang auf Kommando hin. Doch war es den Preis dieses körperlichen Leidens wert? Ich hatte ihn mit Hilfe der Fußlonge hingelegt, was bei sachgemäßem und erfahrenen Umgang und als reine Unterstützung und ohne Zwang, keine schlechte Sache ist, doch ich hatte weder das Timing, noch die Erfahrung, noch das Wissen wann ich wie viel Druck anwenden durfte, sollte und konnte und was ich wann belohnen musste. Ich versuchte mein Nichtwissen mit einem Kraftakt zu übertünchen und kräftemäßig sind die Pferde nun mal überlegen…..

Dies war nur einer der vielen Krankenhausbesuche in der Notaufnahme, die ich meiner Ungeduld, meinem Halbwissen und meinem fehlenden Einfühlungsvermögen zu verdanken hatte. Heute, 20 Jahre später kann ich darüber nur lächeln und wenn mich heute Schüler fragen, wie sie ihr Pferd hinlegen können, das piaffieren beibringen, spanischer Schritt etc….dann möchte ein Teil von mir einfach erklären wie es geht und der andere Teil würde gerne erklären, wie wichtig vorher all die anderen Dinge in der Kommunikation mit dem Pferd sind oder überhaupt erst einmal eine sehr gute Kommunikation zu haben. Ich bin jedes Mal in einem Zwiespalt und manchmal sehe ich, dass weder Pferd noch Mensch an einem Punkt sind solche Lektionen zu erlernen.

Wie oft sehe ich dann noch Menschen mit Ihren Pferden, deren Pferde bei jeder Berührung an der Schulter mit dem Vorderbein nach vorne raus keilen, da sie denken, der spanische Schritt sei gefragt, oder Pferde, die beim Hufe heben ins Kompliment gehen wollen. Dies alles kann gefährlich werden. Was ist der Grund dafür? Aus meiner heutigen Sicht ist fehlendes Bewusstsein über den Einbau der ausführenden „Knöpfe“ hier die Hauptursache. Da hat Mensch irgendwo gesehen, dass zum Abfragen z.B. des spanischen Schrittes die Schulter touchiert wird. Doch tatsächlich ist dies das Letzte was passiert, all die Schritte vorher sind nämlich unsichtbar bis kaum sichtbar, wenn ich sie jedoch auslasse, dann bekomme ich ein Pferd, welches beim z.B. berühren der Schulter nach vorne ausholt, da es dies so gelernt hat und da kann das Pferd nichts dafür. Das – was passiert -, bevor etwas passiert, das ist es worauf es ankommt. Wenn die Schritte vorher den spanischen Schritt anstreben, dann sehen diese anders aus, als die Schritte, die beim touchieren der Schulter das Pferd für rückwärts fragen. Tatsächlich kann man nonverbal schreien und nonverbal flüstern. Beim berühren der Schulter schreit man schon nonverbal, während die fast unsichtbaren Schritte vorher wie ein Flüstern sind. Und der erstes Schritt kann nur ein Gedanke sein in einer bestimmten Körperhaltung und dieser erste Schritt muss auch erst einmal wirken können, vielleicht gefühlte 5 Minuten(tatsächlich 5 Sekunden) bevor der nächste, schon minimal sichtbare Schritt kommt und wieder wirken muss, dann kommt der dritte Schritt den man schon sehen kann und das berühren der Schulter ist der vierte und letzte Schritt, sozusagen die ausführende Kraft, die später nicht mehr benötigt wird, wenn ich den „Knopf“ richtig eingebaut habe. Und dann benötige ich als Mensch die Ruhe und Souveränität diese ganze Zeit des Wirken lassens und anscheinend nichts passierens auszuhalten in der Gewissheit, dass dies der richtige Weg ist…..Und genau so wichtig ist es, zu erkennen, wann das Pferd anfängt richtig zu denken – und dies SOFORT zu belohnen, nicht erst das Ergebnis. D.h., ich muss das Gespür und Wissen haben zu erkennen, wann das Pferd in die richtige Richtung denkt und die geringste körperliche Veränderung und Gewichtsverlagerung belohnen um immer größerer Ergebnisse zu bekommen. Und ich habe selbst bei professionellen Pferdeleuten beobachtet, dass sie dies nicht tun. Und dann muss ich noch wissen wie mein Pferd gelobt werden will…

Voraussetzung für den Erfolg sind folgende 8 Punkte:

  1. Absolute Körperbeherrschung in immer der gleichen Reihenfolge
  2. Absolut gutes Timing in Sekundenbruchteilen
  3. Belohnung minimalster und kaum sichtbarer Erfolge
  4. Ein absolut feines Gefühl für Veränderungen auf kaum sichtbarer Ebene
  5. Absolute Selbstbeherrschung statt Ungeduld
  6. Erkennen und Bestätigen der minimalsten Geistesveränderungen der Pferde
  7. Absolute Ruhe und Souveränität bei Abweichungen
  8. Wissen über die Motivationsknöpfe der verschiedenen Pferdetypen

Wenn Du hier alle Qualitäten besitzt und dann den richtigen Weg gehst, so dass Dein Pferd das erlernte „Kunststück“ dann auch tatsächlich nur dann anbietet, wenn Du danach fragst, dann gibt es fast unendliche Möglichkeiten zum Lernen für Dich und Dein Pferd.

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

Wie wollen Pferde belohnt werden?

Wie wollen Pferde belohnt werden? Braucht man Leckerli zum belohnen, oder reichen nette Worte? Reicht es den Reiz weg zu nehmen oder muss ich das Pferd streicheln? Was ist positive und was negative Verstärkung?

Meiner Erfahrung nach gibt es hier keine Pauschallösung was das Belohnen von Pferden angeht. Pferde in artgerechter, naturnaher Haltung, die selbst entscheiden, wann und wie viel sie fressen, wohin sie gehen und was sie tun, die verbringen einen Großteil des Tages mit Fressen, dann spielen und schlafen oder dösen. Pferde lieben es Komfort zu haben und nach Befriedigung Ihrer Bedürfnisse einfach zu chillen. Wenn man Pferde in so einer Herde beobachtet, dann sieht man, wie diese Pferde sich belohnen. Angenommen ein ranghohes Pferd schickt ein rangniederes Pferd weg, dann nimmt es diesem rangniederen Pferd für diesen Moment den Komfort weg, den Komfort zu tun und zu lassen was es will, den Komfort einfach rum zu stehen oder irgendwo hin zu gehen und wenn das rangniedere Pferd dem ranghöheren weicht, dann „schenkt“ das ranghöhere dem rangniederen Pferd dafür den Komfort zurück und lässt es in Ruhe. Also belohnen sich Pferde dadurch, dass sie nach dem setzen eines Reizes, diesen weg nehmen, dies wird im Volksmund auch „negative“ Verstärkung genannt.

In vielen Berichten wird empfohlen mit „positiver“ Verstärkung zu arbeiten. Dies würde heißen, das ranghöhere Pferd wartet bis das rangniedere sich in eine bestimmte Richtung bewegt und verstärkt dies dann mit Lob in Form von z.B. Futter oder Streicheln, liebe Worte…. ich habe dies in über 30 Jahren noch nicht bei Pferden beobachten können. Und ja, wir sind Menschen und keine Pferde und können natürlich auch anders handeln, jedoch wenn ich z.B. in Japan bin, dann ist es sicher einfacher, so zu sprechen und zu handeln, wie es in Japan üblich ist. Also ist es womöglich auch für uns als Menschen leichter unter Pfeden so zu denken und zu handeln, wie Pferde es tun würden.

Manchmal wird auch behauptet, das Setzen eines Reizes entspreche nicht der Natur des Pferdes und dennoch kann ich dies täglich in Pferdeherden beobachten. Es wird ein Reiz gesetzt, also ein ranghohes Pferd legt die Ohren an, droht und beißt und tritt auch falls die anderen Reize nicht funktionieren. Was soll daran so falsch sein, wenn Pferde so untereinander funktionieren? Manchmal höre ich: “Das hat mit Manipulation zu tun und das will ich nicht.“ Tatsächlich ist doch streng genommen Manipulation an der Tagesordnung in Sozialen Gefügen, egal ob Mensch oder Tier. Ist nicht sogar das ganze Leben letztendlich Manipulation? Und ist Manipulation etwas Negatives oder Positives oder ist es einfach nur das was es ist, nämlich Beeinflussung des Gegenübers und dies kann doch in jede Richtung funktionieren. Wenn wir einem Kind Sanktionen androhen, falls es sein Zimmer nicht aufräumt oder ihm ein Eis versprechen, wenn es das Zimmer aufräumt – in beiden Fällen beeinflusse, also manipuliere ich das Kind.

Wie ein Pferd dann letztendlich belohnt werden will, das ist von Pferd zu Pferd etwas unterschiedlich und es ist hilfreich die Motivationsknöpfe seines Pferdes zu kennen. Gewöhnlich arbeite ich selbst so wie Pferde es auch tun, ich setze einen Reiz und wenn das Pferd die gewünschte Reaktion zeigt, dann entferne ich den Reiz, was von den meisten Pferden als Belohnung empfunden wird. Dann gibt es Pferde, die unterstütze ich noch zusätzlich mit streichelnder Berührung, jedoch gibt es Pferde, die empfinden diese streichelnde Berührung nicht als Lob, vielleicht wollen sie einfach nicht angefasst werden. Andere Pferde wiederum sind noch zusätzlich mit Futter zu motivieren, während es auch Pferde gibt, die nicht mit Futter zu motivieren sind oder andere, die so stark aufs Futter fokussiert sind, dass sie nicht mehr denken können und nur noch fressen im Kopf haben ohne nachzudenken. Auch gibt es tatsächlich Pferde, die auf Stimmlob reagieren und dies als Lob empfinden, während andere völlig teilnahmslos darauf ansprechen. Wie schon eingangs erwähnt, gibt es keine Pauschale und ich bin bestrebt jedes Pferd so zu loben und zu motivieren, wie es gelobt und motiviert werden möchte, denn dies bringt den größten Erfolg. Also empfehle ich Dir, höre auf Dein Gefühl und schau Dir an, was Dich und Dein Pferd am besten weiter bringt, was am leichtesten und erfolgreichsten zum Ziel führt.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

Liebe Grüße Christiane Göbel