Einblick in die Pferdepsyche – Die fünf größten Fehleinschätzungen bei Pferden

Ist es Dir auch schon mal passiert, dass Du Situationen mit Deinem Pferd erlebt hast, die Dich völlig überrascht haben? Überrascht deshalb, weil Du Dein Pferd völlig anders kennst und eingeschätzt hast?

In den letzten Jahrzehnten hab ich immer wieder Unfälle und Zwischenfälle mit Pferden erlebt, die für mich absolut vorhersehbar waren. Ja ich habe mich sogar oft gewundert, dass schon nicht viel früher etwas passiert ist und wunderte mich über die Blauäugigkeit der Besitzer.

Ich möchte auf keinen Fall Schwarzmalen und Angst erzeugen, es geht eher um völlig reale Einschätzungen von Pferden und das rechtzeitige korrigieren von Verhalten um Schlimmeres zu verhindern.

Was mich immer gewundert hat, und noch heute wundert ist die Tatsache, dass Pferde so oft falsch interpretiert und eingeschätzt werden und das hat oft gefährliche Folgen.

Doch mit Menschen passiert uns dies ja oft genauso und sicher kennst auch Du Menschen, die Du z.B. auf der Arbeit als respektvoll, freundlich und fleißig kennen lernst und wenn Du diese dann eines Tages daheim erlebst, musst Du erkennen, dass sie im privaten Bereich völlige Rüpel sind, ohne Manieren und Stil.

Oder der chaotische, cholerische und unfreundliche Nachbar, der in Gegenwart seiner neuen Freundin plötzlich freundlich und sortiert erscheint etc…. hier fallen Dir sicher noch viele Beispiele ein und wenn uns dies schon bei Menschen passiert, wie ist es dann erst bei Pferden? (Obwohl ich hier die Einschätzung durch Tests bei Pferden als sehr viel einfacher empfinde 😉 )

Deshalb will ich hier fünf der meist erlebten Fehleinschätzungen aufzählen um Deine Sinne zu schärfen:

  1. „Dies ist ein braves Pferd“ höre ich sehr oft von Pferden, die passiv respektlos sind. Es gibt passive und aktive Respektlosigkeit, ein aktiv respektloses Pferd tritt, beißt, steigt, reißt sich los etc… es fällt einfach auf, dass sie respektlos sind. Während die passiv respektlosen Pferde einfach möglichst „nichts“ tun, sie bewegen sich einfach nicht oder minimalistisch und werden deshalb als brav eingestuft. Wenn man jedoch mit sehr bestimmter Haltung und fordernd an jene Pferde heran tritt und Dinge abverlangt, dann mutieren sie ab einem gewissen Reizstadium sogar aktiv respektlos und bringen ihren Menschen in Bedrängnis.
  2. „Dieses Pferd ist sehr respektvoll“ höre ich oft von Pferden, die unsicher und ängstlich sind und deshalb die Führung des Menschen nicht in Frage stellen, sich leicht bewegen lassen und alles tun was man von ihnen verlangt. Hier sollte man unbedingt auf das WIE achten, WIE machen diese Pferde all diese Dinge? Eilig und übereifrig, sogar hektisch werdend, dann liegt der Verdacht nahe dass es ihnen an Selbstbewusstsein und Mut mangelt. Wenn es nun zu einem Reiz im Aussen kommt, vor dem sich das Pferd mehr „fürchtet“ als vor der Konsequenz des Menschen, kann dies fatale Folgen haben, denn diese Art Pferd bringt oft sich selbst und den Menschen in Gefahr.
  3. “ Der hat vor nix Angst“ höre ich oft von Pferden, die sehr selbstbewußt und mutig sind, so selbstbewusst und mutig, dass sie keinen Menschen brauchen und somit auch schwer zu überzeugen sind, wenn ein Mensch etwas von Ihnen will, das ausserhalb ihrer Komfortzone liegt. Sie haben nämlich auch keine Angst vor Konsequenzen des Menschen, und müssen lernen Respektvoll zu seines sonst machen sie was sie wollen.
  4. „Sonst geht der immer in den Anhänger“ höre ich oft von Pferden, die mit einem auswendig gelernten Schema z.B. das Hängerverladen erlernt haben. Das geht meist so lange gut, bis mehrere ungünstige Reize von aussen aufs Pferd einströmen und dazu führen, dass scheinbar aus heiterem Himmel das Pferd nicht mehr in den Anhänger geht. Dies führt oft zu Frustration und Ärger bei den Menschen, da sie nicht sehen können, dass dieses Pferd auch zuvor nicht wirklich verstanden hatte und einverstanden war mit dem was man verladen nennt.
  5. „Eigentlich habe ich keine Probleme mit dem Pferd“ kann auch bedeuten, dass man nie über die Komfortzone des Pferdes und über die eigene Komfortzone hinaus Dinge abgefragt hat und somit unter einer Illusion leidet, die im Ernstfall, wenn mehrere ungünstige Einflüsse zusammen kommen, dazu führen kann, dass es mit dem Pferd gefährlich oder zumindest unangenehm wird.

Was kann man nun tun um hier nicht einer Traumvorstellung oder Illusion zu erliegen?

Ich arbeite seit Jahren mit einem System, wo ich Pferde diversen Reizen aussetze um die „Wahrheit“ über ihren Charakter, ihre Persönlichkeit, ihr Naturell zu erhalten, bevor ich es in einen Anhänger lade, bevor ich mit dem Pferd den Hof verlasse und vor allem bevor ich mich auf das Pferd drauf setze.

Denn Spaß kann man am besten haben, wenn man sich sicher fühlt und auch die Kontrolle erlangen kann bei etwaigen Überreaktionen des Pferdes.

Wenn Du mehr dazu wissen willst, dann schau hier: http://www.christiane-goebel.de/Horsemanship/Pferdefluestern-leicht-gemacht/

oder hier: http://www.christiane-goebel.de/Horsemanship/Pferdefluestern-leicht-gemacht/

auf diesen beiden Veranstaltungen geht es um genau dieses Thema. Wenn auch Du so einen Event bei Dir am Hof haben willst, dann setz Dich mit mir in Verbindung unter info@christiane-goebel.de

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel