5 wichtige Punkte um mit Pferden im Hänger weg fahren zu können

  1. Eine Woche lang täglich 3mal (mindestens 1x) das Pferd etwa 10-mal oder öfter in beide Seiten des Hängers zu laden und wieder herauszuholen, OHNE die Stange und Rampe zu schließen
  2. So gute Ergebnisse bekommen, dass das Pferd nach mehreren Minuten von mir wieder herausgeholt werden muss
  3. Im Hänger hängt vorne ein Heunetz und evtl. ein „Lehrpferd“ steht mit im Hänger zur Unterstützung
  4. „Wenn Du ein Pferd im Hänger fährst, dann musst Du so fahren, als ob Du keine Bremse hättest.“
  5. Achten Sie auf Ihre Gedanken, denn Egal was Sie denken, genau das wird wahrscheinlich passieren.

Wenn Sie nun die Übungen aus dem Blog von letzter und vorletzter Woche erfolgreich absolviert haben, und das Pferd immer und immer wieder leicht in den Hänger zu verladen ist, dann dürfen Sie eines auf keinen Fall tun, nämlich die Stange und die Rampe schließen. Und genau dieser Fehler wird immer gemacht, sobald das Pferd endlich den letzten Fuß in den Hänger gesetzt hat. Hier geht mit uns Menschen wieder das Raubtierverhalten durch oder die Zeitnot. Das Fluchttier ist in der „Falle“ und das Raubtier schnappt zu. Doch bereit für das Schließen der Stange und der Rampe ist das Pferd manchmal erst nach mehreren Tagen oder einer Woche. Den meist schwierigsten Part haben Sie nun bewältigt und nun empfehle ich meinen Schülern, eine Woche lang täglich 3mal (mindestens 1x) das Pferd etwa 10-mal oder öfter in beide Seiten des Hängers zu laden und wieder herauszuholen, OHNE die Stange und Rampe zu schließen. Sie können nun auch täglich das Kraftfutter im Hänger füttern um den Hänger noch komfortabler und interessanter zu machen. Es ist ein großer Unterschied, ob das Pferd mit Futter in den Hänger gelockt, also überlistet wird, oder eben wenn es verstanden hat und einverstanden ist, dort Futter vorfindet…..Bereit die Stange schließen zu lassen, ist das Pferd manchmal erst nach vielen Tagen und das zeigt sich dadurch, dass das Pferd nun nach dem Einladen einfach einparkt im Hänger und nach mehreren Minuten von mir wieder herausgeholt werden muss, oder noch besser, am liebsten im Hänger bleiben möchte. Es kann sogar passieren, dass das Pferd nicht mehr aus dem Hänger rausgehen will. Doch dies ist leicht zu lösen, denn wir haben ja durch die viele Vorbereitung im Horsemanship, auch eine Kommunikation für das Rückwärts eingebaut. Wenn das Pferd nun also bereit ist zum Schließen der Stange, werde ich persönlich dies die ersten Male vorzugsweise im Beisein eines absolut hängersicheren „Lehrpferdes“ tun, das dem „Anfänger“ Ruhe und Selbstverständlichkeit vermittelt. Wenn ich also die ersten Male Stange und Rampe schließe, hängt vorne ein Heunetz im Hänger und das „Lehrpferd“ steht mit im Hänger. Auch die ersten Fahrten, die ich dann mache, wenn das „Anfängerpferd“ das Schließen der Stange und Rampe ruhig und gelassen erträgt, mache ich meist mit „Lehrpferd“. Wenn kein „Lehrpferd“ zur Verfügung steht geht es natürlich auch ohne. Und oft fahre ich dann nur mal um die Anlage und lade wieder aus und erneut ein und fahre nun 5 Minuten und lade wieder aus und wieder ein…. Das hängt ganz vom Pferd ab. Und erst wenn das „Anfängerpferd“ ruhig und gelassen auch größere Strecken mit „Lehrpferd“ gefahren ist, und das kann mehrere Tage oder über eine Woche oder noch länger dauern, ist die erste Alleinfahrt angebracht. Und zu 95 % haben Sie nun ein Leben lang ein verladesicheres Pferd und können alleine 2 Pferde verladen und wegfahren. Und bei den restlichen 5 % ist noch etwas „Nacharbeit“ nötig, damit es so wird. An dieser Stelle fällt mir ein Satz ein, den vor vielen Jahren mal ein alter Pferdemann zu mir gesagt hat und der sicher dazu beiträgt, dass Ihr Pferd auch die nächsten 20 Jahre noch gerne in den Hänger steigt, nämlich: „Wenn Du ein Pferd im Hänger fährst, dann musst Du so fahren, als ob Du keine Bremse hättest.“ Ja auch die Art wie gefahren wird, ist bei vielen Pferden relevant, vielleicht kennen Sie das selbst als Beifahrer, bei den einen Fahrern fühlen Sie sich sicher und bei den anderen stehen sie Todesängste aus. Ich denke, Pferden ist es egal, ob ein Hänger 80 oder 100 auf der Autobahn fährt, was jedoch nicht egal ist, ist der Moment des Anfahrens, der Moment des Bremsens und der Moment wo es in eine Kurve geht. In diesen Momenten empfehle ich Ihnen so zu fahren, dass ein volles Glas Wasser im Anhänger nicht umfällt und am besten noch nicht einmal überschwappt. Wenn natürlich das Pferd erfahrener ist, dann hält es auch etwas unsanftere Fahrten aus, dennoch fühlt es sich besser bei einer angemessenen Fahrt.

Und dann ist noch ganz wichtig, das man bei Ankunft am Zielort das Pferd nicht sofort auslädt, sondern erst, wenn es in einer ruhigen und entspannten Energie im Hänger steht. Und es ist sinnvoll, das Pferd nach dem ausladen sofort wieder einzuladen, warum? Weil es dann aus Sicht der Pferde keinen Sinn machen wird schnell aus dem Hänger zu rennen, wenn Sie jedesmal eh wieder gleich einsteigen müssen. Das kann ein großer Unterschied sein!

Zweifeln Sie daran, dass Ihr Pferd am Ende das gewünschte Ergebnis zeigt, oder sind Sie felsenfest davon überzeugt, dass es klappt oder irgendwo dazwischen? Egal was Sie denken, genau das wird wahrscheinlich passieren.

Wenn wir einer Sache in Gedanken Energie geben, strebt dieser Gedanke nach Verwirklichung. Deshalb achten Sie auf Ihre Gedanken, sie entscheiden über Ihr Leben nicht nur mit Pferden. Das Schöne am Zusammensein mit Pferden ist, dass sie sofort unsere Gedanken und Einstellungen spiegeln und auch deren Veränderung spiegeln Pferde sofort. Sie meinen, das sei zu einfach? Sie haben Recht, es ist einfach, wenn Sie lernen, die richtigen Gedanken zu denken und das kann man lernen; ich bin auch schon mitten in diesem Lernprozess und das Leben wird einfacher. Sie fragen sich jetzt: “Muss ich das wirklich alles genau so machen?“ Grundsätzlich müssen Sie überhaupt nichts! Ich mag Ihnen das einmal bildlich erklären: Angenommen, Sie lieben den Apfelkuchen, den Ihre Mutter immer backt über alles und möchten genau diesen Kuchen so auch zuhause zubereiten. Ihre Mutter gibt Ihnen das Rezept, z. B. 250g Butter, 500g Weiß-Mehl, 4 Eier, ¼ l Milch, 150 g Zucker und Boskop-Äpfel. Sie wollen es zuhause nachbacken, aber statt Zucker nehmen Sie Süßstoff, die Milch verdünnen Sie mit Wasser, statt Butter verwenden Sie Diätmargarine und das Mehl ersetzen Sie mit Vollkornmehl und nehmen Granny-Smith-Äpfel. Was meinen Sie, wird dieser Kuchen genau so schmecken wie der Ihrer Mutter? Vielleicht schmeckt er auch vorzüglich, vielleicht sogar besser, aber Sie werden ein anderes Ergebnis bekommen, weil Sie das Rezept abgeändert haben. Wenn Sie also genau das gleiche Ergebnis haben wollen, dann sollten Sie genau das Rezept verwenden, wenn Ihnen eine Änderung auch recht ist, dann probieren Sie diese. Und hier sind wir bei der Eigenverantwortung, Sie sehen, es geht mir wirklich darum, dass Sie selbst Verantwortung für sich und Ihr Leben, insbesondere mit Pferden übernehmen.

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