6 häufige Gründe warum Pferde trotz üben nicht in den Hänger gehen wollen

Kennen Sie das, Sie haben das Verladen und Hänger fahren geübt und alles klappt super und dann kommt der Tag, an dem das Pferd nicht mehr in den Hänger gehen will und dies kann unterschiedliche Gründe haben.

  1. Es werden nur Teile des Gesamtkonzeptes genutzt:

Es gibt Fälle, bei denen Pferdebesitzer diese Art des Verladens als einzigen Baustein vom Natural Horsemanship verwenden, um genau dieses explizite Problem zu lösen. Und manchmal geht das gut und dann gibt es die Fälle, bei denen das Pferd dann immer und immer wieder Probleme beim Verladen macht. An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass man manchmal im Horsemanship nicht einfach Teilkomponenten zum eigenen Vorteil heraus nehmen kann und dann damit auf Dauer Erfolg hat. Das ist zwar möglich und manchmal klappt es sogar, doch es gibt Pferde, die verlangen mehr als dies. Natural Horsemanship bedeutet, mit Pferden im Allgemeinen auf natürliche Art umzugehen, sie artgerecht zu halten, fair mit ihnen zu sein, am Boden und im Sattel. Es bedeutet, die Sprache des Pferdes lesen zu können und natürlich auch selbst in der Sprache des Pferdes zu kommunizieren. Es bedeutet, die Bedürfnisse des Pferdes zu erkennen und die richtige Einstellung zum Leben mit und ohne Pferd zu haben. Es bedeutet eine echte Führungsperson zu sein, die angemessen reagiert und so freundlich wie möglich, so bestimmt wie nötig agiert. Einen echten Horseman erkennt man an den Hilfsmitteln, die er verwendet und vor allem an denen, die nicht verwendet werden. Ich füge dies hier noch hinzu, dass, falls Sie zu den Menschen gehören, die sich z. B. nur den Hängerpart ausgesucht haben und den Rest so machen wie immer, und falls Sie genau das Pferd haben, das dann nicht immer auf diese Weise in den Hänger geht, dann sollten Sie vielleicht das gesamte Horsmanship überdenken und sich womöglich bemühen, aus Sicht Ihres Pferdes die Dinge zu sehen.

  1. Die Fahrt endet für das Pferd immer an einem unangenehmen Ort:

Und schlussendlich gibt es ja dann noch die Pferde, die immer nur dann verladen werden, wenn Sie zum Tierarzt fahren oder zu einem Turnier oder sonst einer Arbeit oder Tätigkeit, die den Pferden womöglich nicht gefällt. Und dann wollen diese natürlich nicht in den Hänger gehen, weil sie vermuten, dass so wie immer das Ziel der Fahrt nicht schön ist. Wenn Sie dann diese Rahmenbedingungen verändern und das Pferd vielleicht eine Woche lang jeden Tag zu einer Wiese zum Grasen und Ausruhen fahren, dann kann sich auch die Einstellung Ihres Pferde verändern.

  1. Es wird rücksichtslos gefahren:

Wenn ein Pferd immer wieder Probleme beim Verladen macht, kann dies auch damit zusammen hängen, dass die Fahrt für das Pferd ein Himmelfahrtskommando ist. Ich bin schon mehrfach mit Leuten im Auto gefahren, die einen Hänger mit Pferd hinterher zogen und der Meinung waren, dass sie eine sanfte Fahrweise hätten, doch ich war anderer Meinung. Am besten hilft es hier einfach selbst mal freihändig stehend im Hänger ein paar km zu fahren um zu erkennen, was das für Pferde bedeutet.

  1. Es wird am Zielort jedes Mal gleich ausgeladen:

Wenn Sie Ihr Pferd am Zielort immer gleich ausladen und vom Hänger weg gehen, dann impliziert das Pferd mit dem stehenbleiben und öffnen des Hängers, dass es wenn es möglichst schnell raus geht die Sache hinter sich hat. Deshalb habe ich im letzten Blog empfohlen, die Pferde am Zielort nur in einer ruhigen und entspannten Energie auszuladen und sofort wieder einzuladen, so lange bis das Pferd wieder entspannt bei offener Stange stehen bleibt. So lernt das Pferd, dass es keinen Sinn macht am Zielort auszusteigen, da es eh gleich wieder in den Hänger muss.

  1. Es ist nicht genügend Vertrauen und Respekt vorhanden:

Oft ist der Weg von der Box zum Pferdehänger schon ausschlaggebend für den Erfolg am Hänger. In welcher Energie geht das Pferd mit durch den Stall oder über die Weide? Lässt es sich ziehen oder überholt es ständig? Ist es respektlos oder gar ängstlich? Und wird all dies gesehen und entsprechend reagiert? Wenn nein, dann kommt die Quittung am Hänger und das Pferd verweigert. Hier sollte man vielleicht wieder an den Basics üben und mehr Bewusstsein im täglichen Umgang an den Tag legen um entsprechend angemessen reagieren zu können.

  1. Das Pferd ist noch nicht wirklich Hängersicher

Viele Menschen erzählen mir, dass ihr Pferd „gut“ in den Hänger geht, doch was ist „gut“? Für viele bedeutet gut, wenn sie das Pferd in den Hänger führen und dabei noch etwas motivieren mit Gerte oder Futter. Sie sehen nur das Ergebnis und nicht die Art und Weise wie das Pferd sich dabei verhält und fühlt.

Für mich bedeutet „gut“, dass wenn ich mit einem Pferd am langen Seil an einem offenen Hänger vorbei laufe, es einfach die Chance nutzt in den Hänger zu rennen.

Dann weiß ich sicher, dass ich dieses Pferd in allen Lebenslagen verladen kann und es sich dabei gut fühlen wird. Dies erreiche ich natürlich nicht mit stupidem Üben, sondern, indem ich den Hänger als Spielplatz und Wohlfühlort mit Phantasie und Wissen integriere und nutze. Indem ich selbst immer in einer guten Energie und mit positiven Gedanken mit dem Pferd zum Hänger gehe, unterstütze ich diesen Vorgang noch. Vielleicht machen Sie den Hänger zu einem „Spielplatz“ und richten Spieltage mit Hänger ein:-)

Gratisbuch zum Thema im Wert von 19,90 Euro, fast 70 Seiten und vielen Fotos: http://gratis.natuerlicherumgangmitpferden.de

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.