5 Gründe, warum Pferde nicht mit Dir von der Herde weg gehen wollen.

Vielleicht habt Ihr auch schon erlebt, dass Ihr Euer Pferd zwar auf der Koppel anhalftern könnt, aber es mag nicht mit Euch aus der Koppel heraus oder gar weg davon gehen.

  1. Womöglich ist es ein ängstliches Pferd und es fühlt sich in der Herde sicherer. Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist: Welche Qualität fehlt Dir mit diesem Pferd, die es in der Herde vorfindet? Bist Du ein selbstsicherer Mensch, der genau weiß, was er wann und wie haben will und auch umsetzt? Bist Du immer souverän und in einer ruhigen Bestimmtheit? Oder bist Du schnell ängstlich und verunsichert, wenn Dein Pferd anders reagiert als Du es erwartet hast? Dann solltest du an Deinem Mut und Deiner Selbstsicherheit arbeiten und das muss nicht unbedingt nur die Arbeit mit Pferden betreffen…wie mutig, souverän und selbstbewusst wirkst du auf Dein Gegenüber? Wenn Du ein unsicheres Pferd hast, dann benötigt es umso mehr Führung von Dir, damit es sich auch vertrauensvoll mit Dir zusammen von der Herde entfernen kann und dennoch nicht in Unsicherheit und Angst verfällt. Um Dich selbst mutiger zu machen, gibt es viele mentalen Techniken und zusätzlich kannst Du einfach mit kleinen Schritten anfangen. Also wenn Dein Pferd z.B. noch nicht einmal zum Tor mit Dir kommen will, dann könntest Du einfach mal ein paar Tage lang nur ein paar Schritte in Richtung Tor gehen und wieder umkehren, bevor es brenzlig wird. Vielleicht merkst Du, dass es jeden Tag etwas leichter und weiter geht als am Vortag und Du kommst dem Tor immer näher. Und dann gehst Du nur aus dem Tor heraus und wieder hinein, einen Tag später aus dem Tor heraus, ein paar Schritte weg und wieder zurück usw….das Tempo in dem Du voran gehst, sollte für Dich stimmig und leicht händelbar sein. Du solltest in einer „guten“ Energie bleiben können, die Souveränität und Sicherheit ausstrahlt.
  2. Vielleicht auch hast Du ein Pferd, dass sehr mutig und selbstbewusst ist und es möchte selbst entscheiden, mit wem es geht. Hier ist es natürlich genau so wichtig wie beim ersten Punkt, dass Du selbst mutig, souverän und selbstbewusst bist und Führungsqualitäten hast, denn ein selbstbewusstes Pferd wird nur dann mit Dir kommen, wenn Du genügend Kompetenz in Sachen Führung hast. Wie ist dass im richtigen Leben bei Dir? Bist du eher der Typ, der mit den anderen mit läuft oder bist du der Anführer? Auch hier ist es wichtig zuerst einmal mit Dir selbst zu arbeiten und Dich selbst präsenter zu machen um bestimmter aufzutreten. Auch dies ist mit mentalen Techniken möglich und kann in kleinen oder größeren Schritten Tag für Tag ausgeweitet werden.
  3. Dein Pferd bleibt einfach stehen und bewegt sich nicht mehr weiter. Hier beobachte ich oft, dass auch der Mensch anhält und sich sogar nach dem Pferd umdreht um zu schauen, warum es angehalten hat. Wenn Dir dies das nächste Mal passiert, dann mache folgendes: Tue so, als ob Du, obwohl Dein Pferd stehen bleibt, mit angespanntem Seil einfach weiterläufst und wenn es sein muss auf der Stelle. Lass nicht zu, dass Dein Pferd Deine Füße anhält, sondern laufe auf der Stelle mit Zug auf dem Seil weiter. Die meisten Pferde kommen dann mit und bei den anderen, mache ich meine Laufbewegung nicht mehr nur nach vorne, sondern nach vorne zur Seite. Wenn der Hals einen gewissen Grad zur Seite gebogen/gezogen wird, dann machen fast alle Pferde den Schritt zur Seite nach vorne und wir laufen los. Mach kein Aufsehen, tue es einfach.
  4. Das Pferd gebärdet sich, versucht sich los zu reisen oder rennt an Dir vorbei. In diesem Falle ist es aus Gründen der Sicherheit sinnvoll zuerst einmal den Respekt herzustellen, vielleicht auch ohne die Herde zu verlassen. Ich gehe davon aus, dass Du optimale und faire Werkzeuge benutzt, die ich als Knotenhalfter und 3,70m Führseil definiere in Kombination mit einem Horsemanstick. Diese Werkzeuge erlauben mir freundlich zu sein, aber auch bestimmt zu werden ohne das Pferd ärgerlich zu machen. Wenn sich ein Pferd so gebärdet, dann ist mir zuerst einmal die Sicherheit am wichtigsten und der Sicherheitsabstand zwischen mir und dem Pferd sollte hier mindestens eine Sticklänge betragen um nicht unter die Hufe/Zähne zu kommen. Erst wenn der Respekt hergestellt ist und ich ihn auch erhalten kann, werde ich mich von den anderen Pferden entfernen. Wie Du Dich entfernst, hängt davon ab, ab wo Du Dich überfordert fühlst. Auch hier kann man kleine Schritte in täglichen Erweiterungen ansetzen und Stück für Stück voran arbeiten.
  5. Dein Pferd hat nie gelernt einem physischen Gefühl zu folgen. Hier ist es wichtig dem Pferd zuerst einmal zu vermitteln, was das ziehende Gefühl am Halfter bedeutet. D.h. Du kannst mit Gefühl einen langsam und stetig zunehmenden Zug am Führseil aufbauen und sobald das Pferd den Anschein macht das Gewicht nach vorne zu verlagern oder gar einen Schritt nach vorne zu machen, öffnest Du blitzschnell die Hände und gibst ihm Komfort. Hier geht es um ein gutes Timing und viel Gefühl. Oder Du kombinierst den Zug am Halfter mit einem anschließenden Touch von hinten ans Pferd mit dem Strick, Stick oder Gerte. Der Touch sollte angemessen sein, ist er zu fest, kann das Pferd unsicher oder ärgerlich werden, ist er zu leicht kommt womöglich keine Reaktion. Um Gefühl, Timing und Technik zu verbessern kann es notwendig sein, den Rat eines Fachmannes in Anspruch zu nehmen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen.

Liebe Grüße Christiane Göbel

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