5 Ursachen, warum Pferde beim neuen Besitzer Probleme bekommen

Kennst du das auch? Ein Pferd ist vor dem Kauf beim Proberitt lammfromm und wird nach dem Kauf beim neuen Besitzer zum Problempferd und das hat sicher nur sehr selten damit zu tun, dass ein Pferd ruhig gestellt wurde beim Verkauf…. Ich höre solche Fälle der Verwandlung nach dem Kauf immer wieder und natürlich gibt es viele unterschiedliche Gründe dafür, ich werde nachfolgend die meisten mir bekannten Ursachen hierfür erläutern. Und natürlich geht das auch anders herum, ein angebliches Problempferd wird nach dem Verkauf beim neuen Besitzer lammfromm, hier ist es vielleicht genau umgekehrt…

  1. Das Pferd kommt aus einer ganzjährigen Herdenhaltung im Offenstall und beim neuen Besitzer steht es z.B. nachts in der Box und tagsüber im Einzelpaddock oder ähnliches. Dieser nicht unerhebliche Lebenswandel kann ein Pferd von seinem Verhalten her komplett verändern, muss es aber nicht. Es gibt Pferde, denen scheint das gar nichts auszumachen und es gibt Pferde bei denen dies Probleme im Umgang und beim Reiten verursacht, die von harmlos bis gefährlich tendieren können. Hier ist die Lösung im Grunde einfach, denn eine Umstellung auf die alten Haltungsbedingungen werden diesem Pferd mit Bewegungsmangel und Langeweile weiterhelfen, wenn nicht noch die folgenden Gründe hinzu kommen.
  2. Der Vorbesitzer hat eine andere Energie als der neue Besitzer und das Pferd kommt damit nicht klar. Jeder Mensch und jedes Pferd haben eine bestimmtes Grundnaturell und eine gewisse Energie, die sie ausstrahlen. Die einen sind eher langsam, die anderen eher schnell, die einen sind laut, die anderen leise, die einen sind achtsam und bewusst, die anderen eher rüpelhaft und übergriffig, usw…..auch hier gibt es Pferde, die das locker weg stecken und dann gibt es welche, die zum „Problem“ mutieren. Wenn z.B. ein ängstliches Pferd einen Vorbesitzer hatte, der ihm ruhig und souverän die fehlende Sicherheit geben konnte, und der neue Besitzer ist selbst sehr unsicher und eher ängstlich, dann wird es nicht lange dauern und das Pferd wird Herausforderungen an den Tag legen, die nicht so gekommen wären, wenn der neue Besitzer ihm die nötige Sicherheit geben könnte. Ebenso kann es sein, dass es sich um ein sehr präsentes Pferd mit Hang zur Respektlosigkeit handelt und es hatte vielleicht einen Vorbesitzer, der ihm Grenzen setzen und es überzeugen konnte, während der neue Besitzer eher mit Wattebäuschen um sich wirft und die Sache nicht auf den Punkt bringt. Egal wie, aber wenn es am Menschen liegt, dann gibt es meines Erachtens nur drei Möglichkeiten: entweder der Mensch arbeitet an seiner Persönlichkeit und an seinen Führungsqualitäten, oder er verkauft das Pferd wieder oder er lernt mit einem „Problem“ zu leben. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass wir durch Pferde sehr viel über uns selbst lernen können, wenn wir offen dafür sind und bereit dafür, uns wertfrei und dennoch realistisch die Situation zu betrachten, evtl. auch den Rat eines Fachmannes/frau zu holen und dann ins Handeln kommen.
  3. Das Pferd wurde vorher mit Westernsattel und Kandare geritten und nun z.B. mit Baumlosen Sattel und Sidepull. Dies muss nicht zwangsläufig zu Problemen führen, so wie auch alle vorgenannten Punkte, aber es kann und dann sollte man sich anschauen, was anders ist, was nicht passt oder wie dieses Pferd gehändelt und geritten werden möchte. Sicher ist es sehr wichtig passende Ausrüstungsgegenstände zu benutzen, doch oft kommt es nicht so sehr darauf an, WAS man verwendet, sondern WIE man es verwendet und hier ist wieder reelle Selbstreflexion gefragt. Ich kenne Reiter, die mit harter Hand und ständig klopfendem Schenkel so reiten, dass es eher an einen Kampf erinnert und die von sich selbst ein anderes Bild haben und sogar andere dafür verurteilen, wenn sie so reiten. Hier hilft es, sich einmal eine halbe Stunde am Pferd zu filmen und dann selbstkritisch anzuschauen, was einem auffällt.
  4. Beim alten Besitzer herrschte auf dem Hof eine lockere und entspannte Atmosphäre, die Menschen und Tiere hatten Spaß, während auf dem Hof des neuen Besitzer Stress und Anspannung in der Luft liegt und alles auf die Waagschale gelegt wird, es werden nur Fehler gesucht und von Spaß hat noch nie jemand was gehört. Sicher übertreibe ich hier vielleicht, aber ich möchte verdeutlichen, dass auch die Energie im Stall, bei den Menschen am Hof und auf dem Hof generell einen Einfluss auf Pferde haben. Ich persönlich komme durch meine Tätigkeit als Trainerin und Kursleiterin auf sehr viele unterschiedliche Anlagen und weiß wovon ich spreche. Da gibt es Anlagen, da kommt man auf den Hof und würde am liebsten nie mehr abreisen, lauter nette Leute, tolle Anlage, entspannte Pferde, wie im Paradies und dann kommt man auf Anlagen, da würde man am liebsten auf dem Absatz umkehren, so schwer und ablehnend fühlt sich die Energie vor Ort an. Wenn wir Menschen so etwas wahrnehmen können, wie viel intensiver spüren Pferde solche Energien?
  5. Das Pferd wurde beim Vorbesitzer so gefüttert, dass es im Sommer 24 Std. Gras und im Winter 24 Std. Heu fressen konnte. Kraftfutter wurde nicht gefüttert, nur Mineralfutter und Lecksteine. Beim neuen Besitzer bekommt es morgens und abends etwas Heu und 5 x täglich Kraftfutter. Dies kann bei manchem Pferden, gerade in Kombination mit den anderen vier Punkten zu Problemen führen und wenn man davon ausgeht, dass Pferde in der Natur 14 Stunden und mehr mit fressen beschäftigt sind, während in vielen Ställen so wenig Heu gefüttert wird, dass es nach 2 Stunden aufgefressen ist, dann liegt das sicher nicht in der Natur des Lebewesens Pferd, welches andere Abläufe in der Nahrungsaufnahme hat, als z.B. unsere Hunde oder wir selbst. Hier kann unter Beachtung der anderen Punkte mit einer Umstellung des Futters wieder Normalität eintreten.

Natürlich sind das nur einige wenige der vielen Möglichkeiten, die es gibt, warum ein Pferd sein Verhalten nach dem Kauf verändert, es soll Dir Anlass zum Nachdenken und Hinterfragen geben um an die Ursache des Problems zu kommen. Und eines ist bei Menschen und Pferden ähnlich, die einen sind total sensibel, bekommen bei jedem Wetterumschwung Depressionen und können nach einem Streit 3 Nächte nicht schlafen und die anderen scheinen mit einem Panzer durchs leben zu fahren, merken nichts was im Umfeld passiert oder stecken es gleich weg und leben ihr Leben weiter.

Zu mir hat mal einer gesagt: „Den einen schaust Du schief auf den Fuß und die bekommen eine Depression und den andern trittst Du richtig fest auf den Fuß drauf und die scheinen es nicht mal zu bemerken.“ So erlebe ich es täglich bei Mensch und Pferd und ich sehe das völlig wertfrei, denn es ist nicht das eine gut und das andere schlecht, sondern es ist so wie es ist und jedes Lebewesen ist anders und reagiert anders auf mich und meine Ausstrahlung und wenn ich es schaffe mich in mein Gegenüber, egal ob Mensch oder Pferd hinein zu versetzen, dann schaffe ich womöglich auch Lösungen für die vorhandenen Herausforderungen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

6 wichtige Tipps für den Termin beim Schmied

Kennst Du das auch? Der Schmied kann sein Werk nicht beenden, weil das Pferd den Huf nicht mehr hebt oder schlimmer? Sicherlich gibt es viele Gründe hierfür und ich werde die mir meistbekannten hier aufführen und behandeln.

  1. Das Pferd hat körperliche Beschwerden, die das heben und/oder länger halten des Beines nicht ohne Schmerz erlauben. Wenn dies der Fall ist, dann muss natürlich am besten zuerst der Schmerz beseitigt werden und ist dies nicht möglich und der Einsatz des Schmiedes dringend notwendig, dann kann man das Pferd mit schmerzlindernden Gaben vor dem Einsatz des Schmiedes helfen. Es gibt auch Pferde, die benötigen aus körperlichen Gründen immer wieder kurze Pausen, oder müssen sich mit z.B. dem Hinterteil irgendwo anlehnen können und dürfen das Bein nicht so steil angewinkelt bekommen. D.h. nicht, dass so ein Pferd zwingend lahm geht oder Probleme beim Laufen hat, es kann explizit mit der Hebebewegung und Beugung des Beines ein Problem haben(wegen Krankheit oder Alter) und sonst über die Koppel springen und rennen.
  2. Das Pferd hat Angst vor Berührung der Beine und hier ist es keine Respektlosigkeit, so wie viele fälschlicherweise denken, sondern tatsächliche Angst oder gar Panik bei Berührung und/oder heben der Beine und dies liegt absolut in der Natur des Pferdes. Bei einem solchen Pferd gehe ich so vor, dass es sich erst einmal mit Berührungen an den Beinen vertraut machen kann. Hier arbeite ich für gewöhnlich meistens mit dem Prinzip von Annäherung und Rückzug an den Beinen, hierfür nutze ich einen Stick oder meine Hände um die Beine an Berührung und anfassen zu gewöhnen. Manchmal binde ich auch eine Tüte an den Stick oder ich nutze den vorhandenen String am Stick. Ziel ist es, dass das Pferd diese Berührung nicht nur aushält, sondern dauerhaft akzeptiert und dies am besten in völlig entspannter Körper-und Geisteshaltung. Dies kann je nach Pferd und Problem oder Wissen des Menschen, Sekunden, Minuten, Stunden, Tage oder Wochen dauern. Die Akzeptanz der Berührung ist die Vorstufe, die überhaupt erst erlaubt, dass ein anheben des Beines möglich ist.
  3. Dann sollte das Pferd die Signale für das Anheben der Beine verstehen. Oft sehe ich Pferde, die sich völlig überrumpelt fühlen beim Anheben der Beine, ängstlichen Pferden macht das noch mehr Angst und respektlose Pferde werden womöglich noch respektloser. Ich persönlich bin hier für klare Kommunikation mit dem Pferd. D.h., wenn ich mit der Hand am Bein nach unten streiche, dann möchte ich persönlich auf keinen Fall, dass das Pferd das Bein hebt. Wenn ich mal einen Verband anlegen, eine Salbe auftragen oder eine Gamasche anziehen möchte, dann möchte ich ein Pferd, dass das Gewicht auf dem Bein lässt und den Huf am Boden wenn ich am Bein entlangstreiche. Deshalb habe ich ein klares Zeichen für Hufe heben, wenn ich also das Bein streichele, kann das Pferd entspannt stehen bleiben und wenn ich dann an der Kastanie die Finger dauerhaft (ohne zu streicheln) an die Haare lege, dann möchte ich, dass es selbstständig den Huf hebt und mir anbietet. Allerdings kann es zu Beginn sein, dass das Pferd auf Berührung der Haare nicht reagiert, dann werde ich nach 3-5 Sekunden den Druck erhöhen, so dass ich nun die Haut um die Kastanie berühre, wenn keine Reaktion kommt, dann werde ich nach 3-5 Sekunden den Muskel um die Kastanie berühren und dann am Schluss, wenn das Pferd das Bein immer noch nicht hebt, werde ich den Knochen berühren und das hat schon was mit kneifen um die Kastanie zu tun. Sobald allerdings das Pferd das Gewicht vom Bein weg nimmt, werde ich es kurz belohnen indem ich den Druck mit meinen Fingern wegnehme oder verringere und sogar streichele. Zuerst möchte ich nur das Wegnehmen des Gewichtes, dann ein leichtes Anheben des Hufes und am Schluss möchte ich gerne, dass mir das Pferd den Huf förmlich entgegen streckt. Dann erst nehme ich den Huf und es hat in diesem Moment natürlich auch selbstständig sein Gewicht auf die anderen 3 Beine verteilt und kommt somit nicht aus dem Gleichgewicht wie es andernfalls oft passiert und dann legen die Pferde sich mit dem Gewicht auf den Menschen. Beim Hinterbein nutze ich für die dauerhafte Berührung das Sprunggelenk. Wenn ich den Huf abstelle, dann lasse ich ihn nicht einfach fallen und auf dem Boden aufschlagen, denn dies passiert bei entspannten Pferden, sondern ich stelle ihn vorsichtig auf den Boden zurück. Man kann diese Art des Umgangs übertrieben vorsichtig nennen, ich nenne es Achtsamkeit.
  4. Wenn das Pferd ein Muster hat, also z.B. bei Berührung der Beine auszuschlagen oder sonstiges, dann ist es hilfreich zuerst einmal dieses „negative“ Muster durch ein neues und positives Muster zu ersetzen und womöglich muss man sich hier manchmal mit sehr kleinen Fortschritten erkenntlich zeigen und diese wertschätzen, damit immer schneller immer mehr Kooperation von Seiten des Pferdes kommt. Auch ist es hier ratsam auf Distanz mit z.B. einem Stick die Beine zu berühren, damit ich in Sicherheit bin wenn das Pferd danach tritt und dennoch weitermachen kann. Wenn ein Pferd 10 Jahre die Erfahrung gemacht hat, dass ein Schmiedbesuch oder Hufe heben Stress bedeuten, dann kann man das manchmal nicht in einer Stunde verändern.
  5. Sollte das Pferd Respektlosigkeit zeigen, dann beginne ich nicht hier beim Hufe heben dies zu korrigieren, sondern ich werde mit diesem Pferd arbeiten, es für Bewegung fragen und hierzu psychische und pysische Energie einsetzen. Nicht nach vorne, sondern seitliche Bewegungen der Hinter-und Vorhand, rückwärts und seitwärts, und darauf achten WIE das Pferd mir anwortet und WIE sehr es sich bemüht. Vor allem werde ich darauf achten, wie das Pferd auf Korrekturen von mir reagiert, und entsprechend eingreifen. Viele Probleme können nicht am Problem selber gelöst werden, da sie schon ganz wo anders und viel früher beginnen. Doch wenn ich erreiche, dass ein Pferd respektvoll auf meine Fragen anwortet und sich auch bemüht für mich, dann lösen sich gewöhnlich sowieso viele Probleme in Luft auf. Respektlosigkeit ist aus meiner Sicht meist leichter zu lösen als Angst, wenn man als Mensch die nötige Präsenz und Erfahrung aufbringt und sein Ego im Griff hat.
  6. Das Pferd macht nur beim Schmiedtermin Probleme und sonst klappt das Bearbeiten der Hufe völlig problemlos. Hier sollte man etwas genauer schauen, ist es tatsächlich so, dass im Alltag das Pferd respektvoll und völlig angstfrei die Hufe von Dir bearbeiten lässt? Versteht es tatsächlich Deine Zeichen und auch alle anderen Punkte sind positiv? Dann schau, was an dem Tag, wenn der Schmied kommt anders ist? Bist Du vielleicht aufgeregt? Laufen im Gegensatz zu sonst viele Leute herum, herrscht eine nervöse, schnelle und aufgeregte Energie auf dem Hof? Es gibt Pferde die nehmen so leicht Energien von Gedanken und Stimmungsschwankungen auf, da reicht ein Streitgespräch und es kann Eure Gegenwart nicht mehr ertragen. Oder ist der Schmied sehr in Eile? Ich ziehe den Hut vor diesem Berufszweig und bin immer wieder erstaunt, was Schmiede alles für Pferde vorgestellt bekommen und über sich ergehen lassen müssen und das dabei so wenig passiert. Doch es gibt auch in diesem Beruf Menschen, die diesen Beruf nicht aus Liebe machen, sondern weil sie ihn gelernt haben und des Geldes wegen oder die Ihr Ego beim Hufe bearbeiten dabei stehen haben(dieses denkt oder sagt so etwas wie „Den Bock krieg ich schon klein.“). Es gibt dann tatsächlich Pferde, die so feinfühlig in ihren Wahrnehmungen sind, dass sie dies spüren und nicht mit diesem Menschen zusammen arbeiten können. Oder wie fühlen Sie sich bei einem Zahnarzt, der einfach über sie hinweg entscheidet und ihnen im Mund herum fuchtelt ohne Gefühl und Kommunikation? Das Pferd kann sich nur zur Wehr setzen indem es sich verweigert. Vielleicht auch strahlst Du Stresshormone und Angst aus, wenn der Schmied kommt und vielleicht wenn alle anderen Punkte abgeklärt sind, hilft es, wenn Du selbst gar nicht dabei bist. Ich kenne auch solche Fälle, in denen plötzlich alles leicht läuft, wenn die Besitzer nicht dabei sind, das kommt doch auf einen Versuch an und wenn das so ist, dann weißt Du wenigstens, dass Du an Dir arbeiten darfst um die zukünftigen Schmiedbesuche zu erleichtern. Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

Wie Du ein „braves“ Pferd bekommst…

In den letzten 20 Jahren Horsemanship habe ich immer wieder gesagt bekommen: „Mit Deinen Pferden ist das ja einfach, die sind ja „brav“…“ und wer die Geschichte von meinem Alibaba kennt, durch den ich vor 20 Jahren zum Horsemanship gekommen bin, der weiß, dass ich sogar auf Rat eines Profitrainers schon beim Pferdemetzger angerufen hatte, so gefährlich war der Umgang und das Reiten mit ihm. Im Laufe der Jahre habe ich mit über 1000 Pferden gearbeitet und selbst darf ich im Moment vier Pferde mein eigen nennen, und ich persönlich nutze den Begriff „brav“ nicht, denn es gibt keine „braven“ Pferde, oder alle Pferde sind „brav“, oder womöglich hat jeder Mensch eine andere Definition von „brav“.

Auf Kursen höre ich manchmal die Aussage, warum soll ich mein Pferd berühren, damit es sich mehr Mühe gibt, es ist doch „brav“, es macht mir doch nichts. Hier kommt leider eindeutig zum Vorschein, dass immer noch viele Menschen Ihre Pferde auf eine Art und Weise vermenschlichen, die langsam und schleichend, aber sicher zu „Problemen“ führen kann, denn in einer Pferdeherde reicht es nicht aus, dass ein Herdenmitglied „brav“ ist, ein Herdenmitglied wird täglich in Frage gestellt in Bezug auf seinen Respekt, seinen Mut und seine Führungsqualitäten.

Wenn ich eine Definition für „brav“ finden müsste, die es aber nicht gibt, dann würde ich es so beschreiben: „Brav“ ist ein Pferd dann, wenn es keine Angst hat, also mutig im Leben steht und nicht bei jedem Geräusch und jeder Bewegung erschrickt, denn das kann sehr gefährlich für Mensch und Tier werden. Das alleine reicht mir aber nicht aus, sondern ich werde das Pferd herausfordern um die Wahrheit über diese Pferdepersönlichkeit und seinen Mut heraus zu finden. D.h. ich werde z.B. Plastiktüten an den Stick binden und mit neutralen rhythmischen Bewegungen in unterschiedlichem Tempo in allen Körperbereichen des Pferdes testen, wo die Komfortzone des Pferdes aufhört und es anfängt nervös und ängstlich oder gar panisch zu werden. Ich werde es über, unter und durch Hindernisse gehen lassen um zu erkennen, wie mutig es tatsächlich ist, ich werde es mit allem möglichen und unmöglichen konfrontieren, vor dem Pferde sich erschrecken könnten und herausfinden, wie groß die jeweilige Komfortzone ist. Dann werde ich mit dem Pferd zusammen in seinem Lerntempo diese Komfortzone überschreiten, damit es immer noch mutiger wird, denn es gibt wohl nichts Gefährlicheres als ein Pferd mit Angst.

Viele Menschen allerdings verwechseln Angst mit Respekt, da ängstliche Pferde leicht zu beeinflussen und zu bewegen sind, kann man dies leicht mit Respekt verwechseln, ist es aber nicht und wer das nicht erkennt, darf sich nicht wundern, wenn spätestens beim Reiten oder Hänger fahren Probleme entstehen, denn das Pferd reagiert aus Angst vor dem Menschen, wenn auch nur in einer unterschwelligen Art und Weise. Und es wird der Tag kommen, wo sich etwas zeigt, vor dem das Pferd mehr Angst hat als vor dem Menschen und seiner Korrektur und dann wird’s womöglich richtig gefährlich.

Zu „brav“ gehört auch angemessener Respekt dem Menschen gegenüber, d.h. z.B. dass das Pferd sich jederzeit und überall von mir mit Leichtigkeit bewegen lässt in Richtungen wie rückwärts, seitwärts, Hinterhand und Vorhand kreuzen und dass es jederzeit und überall meinen privaten Raum respektiert und Abstand hält, es sei denn ich frage es näher zu kommen, denn genau so funktionieren die Regeln für Respekt in der Pferdeherde, das hat nichts mit Dominanz und Dressur zu tun, das sind die Spielregeln in jeder Pferdeherde, das ist Natur.

Viele Pferdebesitzer haben hier schon Bauchschmerzen und fragen nach 3 Schritten rückwärts, ob das denn für heute nicht reichen würde und warum das Pferd den Abstand halten soll. Tatsächlich brauchst Du dies überhaupt nicht tun, doch es wird dir wertvolle Informationen liefern darüber, wie viel Respekt Dein Pferd tatsächlich vor Dir hat und wenn du auch hier die Komfortzone immer etwas mehr überschreitest, wird Dein Pferd von Tag zu Tag respektvoller werden. Wenn Du dies allerdings nicht erkennst, weil Du immer zufrieden bist mit dem was Dein Pferd Dir sowieso schon anbietet(und Pferde sind sehr soziale und oft gutmütige Tiere), dann darfst Du Dich nicht wundern, wenn in außergewöhnlichen und neuen Situationen die oft unangenehme Wahrheit ans Licht kommt.

Ich mag es einmal so beschreiben, wenn ich ein gebrauchtes Auto kaufe und es hat die Farbe rot und nach 2 Jahren fährt ein Kind mit dem Fahrrad zu nah an dem parkenden Auto vorbei und macht einen Kratzer in den Lack und plötzlich siehst Du am Kratzer, dass dieses Auto tatsächlich ursprünglich blau war und anscheinend mal überlackiert wurde. Du hast 2 Jahre lang geglaubt, dass dieses Auto rot sei und warum kam diese Wahrheit nun ans Licht? Weil jemand am Lack gekratzt hat!

Bevor ich ein Pferd reite, „kratze“ ich immer erst am Lack, auch wenn ich es schon lange kenne, denn Pferde leben nur im Hier und Jetzt und Regeln und Rangfolgen werden von Pferden ein Leben lang immer wieder mal in Frage gestellt, je nach Naturell des Pferdes öfter oder seltener, das ist die Natur des Pferdes. Wenn ich am Lack kratze, indem ich das Pferd frage, wie sehr es sich bemüht für mich und an seine Toleranzgrenze komme, dann werde ich herausfinden, wie es reagiert, wenn ich diese überschreiten werde. Denn wenn ich dies vor dem Reiten oder z.B. Hänger fahren kläre, dann kann mir das in einem Ernstfall meine Gesundheit und sogar mein Leben retten und das meines Pferdes. Ja ich dramatisiere es vielleicht etwas, weil viele Pferdebesitzer dies verharmlosen und dann oft schlimme Erlebnisse haben. Sie erkennen den Zusammenhang nicht und Sie erkennen auch nicht, dass wir Menschen IMMER und in JEDEM Moment mit dem Pferd zusammen, gewollt oder ungewollt, mit unseren Gedanken, Glaubenssätzen und Handlungen Informationen ans Pferd senden, die über sein Verhalten entscheiden. Und dieses Verhalten gefällt uns oft nicht, obwohl wir es bewusst oder unbewusst mit verursacht haben.

Viele denken auf Events auf denen sie mich treffen, dass ich wohl immer nur „brave“ Pferde besitze und jene, die mit einem meiner Pferde als Leihpferd Kurse buchen, denken doch tatsächlich, dass meine Pferde wie Maschinen oder Computer, das einmal von mir einprogrammierte, von jedem x-beliebigen Menschen abrufen lassen. Dem ist nicht so!!!!!!

Auch meine Pferde sind Pferde geblieben und entscheiden von Mensch zu Mensch, was sie tun und wie sie reagieren und wenn jemand mein Pferd mal für zwei Wochen mit heim nehmen würde, dann würde es sich nach diesen zwei Wochen etwas mehr anfühlen als Pferd von demjenigen, der es zwei Wochen hatte. Und wenn ich egal welches Pferd von Schülern für zwei Wochen mit mir nach Hause nehme, dann wird es sich nach zwei Wochen etwas mehr wie eines meiner Pferde anfühlen. Doch wie lange hält das an, leider nur einen kurzen Moment, bis das Pferd sich auf das neue Gegenüber eingestellt hat und dann den Menschen spiegelt, der ihm nun gegenüber steht.

Dies ist auf jedem Kurs von mir zu sehen, denn im Laufe von 2 Tagen hatte ich fast immer jedes Pferd einmal kurz „in der Hand“ und für diese Momente mit mir, sind diese Pferde andere Pferde und wenn ich sie zurück an die Besitzer gebe, dann hält das manchmal noch kurz an, aber schnell stellt sich das Pferd wieder auf den anderen Menschen ein und nur wenn dieser Mensch etwas an sich selbst verändert, wird sich auch das Pferd verändern. Doch selbst dies reicht vielen Pferdebesitzern nicht aus um anzuerkennen, dass tatsächlich das Pferd immer nur Spiegel vom Besitzer und seiner Energie ist und sie finden Gründe(manche würden Ausreden dazu sagen) warum das Pferd nicht so reagiert wie gewünscht. Dieses Pferd sei eben anders und hätte diese und jene Erfahrungen gemacht und deshalb gehe dies oder jenes einfach nicht. Mag sein, dass dies manchmal so ist, doch meistens sind Pferde tatsächlich nur in diesem Moment zuhause und können selbst mit einem Alter von 30 Jahren und egal welchen Erlebnissen, sofort alte Muster verändern, was uns Menschen ja oft schwer fällt.

Hier fällt mir ein passendes Zitat von Friedrich Nietzsche ein: „Manchmal wollen die Menschen die Wahrheit nicht hören, weil sie nicht wollen, dass Ihre Illusionen zerstört werden.“

Wie also bekommst Du ein „braves“ Pferd? Indem Du die Verantwortung für Deine Handlungen mit deinem Pferd übernimmst und am Lack kratzt um die ECHTE Farbe der Persönlichkeit Deines Pferdes zu erkennen. Indem Du am Lack kratzt um die Komfortzone von Mut und Respekt Deines Pferdes zu erkennen und dann diese Komfortzone täglich größer machst, dies hilft Dir und auch Deinem Pferd bei Eurem gemeinsamen Wachstum. Dann bekommst Du ein wirklich Mutiges und Respektvolles Pferd und dann kannst Du anfangen all die Dinge zu tun, die Du eigentlich mit dem Pferd tun wolltest. Und sollte Dir das noch nicht gelingen, weil Du selbst noch nicht die Veränderungen in dir selbst, in Deinen Gedanken, Handlungen und Deiner Energie herbei führen kannst, dann suche Dir eine/n passenden Trainer/in, der/die Dich auf diesem Weg der Veränderung begleitet. Denn nichts ändert sich, wenn Du Dich nicht selbst veränderst und das ist auch im restlichen Leben so(privat, beruflich, partnerschaftlich etc…),das heisst aber auch, Du hast die Macht alles zu verändern, was Du bereit bist zu verändern. So lange Du die „Schuld“ bei anderen suchst(egal ob Pferd oder Mensch), haben diese anderen Macht über Dich, und tatsächlich hast Du in jedem Moment Deines Lebens die Möglichkeit dies zu verändern! Selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt……

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

Was ist „gutes“ Reiten?

Als ich diese Woche mit meiner Araberstute das schöne Wetter für einen Ausritt nutzte, stellte ich mir selbst die Frage „Was ist gutes Reiten?“ und stellte fest, dass diese Frage nicht so einfach zu beantworten ist, auch wenn ich mit inzwischen über 1000 Menschen und ihren Pferden gearbeitet habe.

  1. Manche sagen, das kann man an den Turniererfolgen sehen und dennoch habe ich Reiter gesehen, die zwar Pokale und Schleifen im Schrank stehen haben, aber wenn ich diesen Paaren beim Reiten zusehe, erinnert das manchmal eher an Schwerstarbeit oder einen Zweikampf zwischen Mensch und Pferd als an harmonische Zweisamkeit und Leichtigkeit. Vielleicht haben Sie ein Pferd mit Talent, oder keine so starken Mitbewerber am Turnier oder ist das Gutes Reiten?
  2. Dann gibt es die Aussage, dass Leichtgewichtige Reiter besser reiten als schwergewichtige Reiter und dennoch habe ich stark übergewichtige Reiter gesehen, die sich mit so einer Harmonie und Leichtigkeit in einer Einheit mit dem Pferd bewegten, dass es eine Freude war zuzuschauen. Und ich habe völlig untergewichtige Menschen gesehen, die so beweglich erschienen wie eine Eisenbahnschiene. Ist das dann Gutes Reiten?
  3. Manche machen das an der Haltung des Pferdes fest und verwechseln ein auf der Vorhand laufendes Pferd, das mit der Nase auf dem Boden schleift mit Vorwärts-abwärts oder ein zusammengeschnürtes und hinter der Senkrechten laufendes und verspanntes Pferd mit Versammlung. Ist das Gutes Reiten?
  4. Andere behaupten, dass jemand, der sich auf einem durchgehenden und/oder wild bockenden Pferd halten kann ein guter Reiter sei, sind also Rodeoreiter gute Reiter?
  5. Es gibt Menschen, die behaupten, dass Springreiter besser reiten können, und andere sind überzeugt davon, dass nur Dressurreiten die Vollendung der Reiterei ist. Wieder andere für die ist nur Westernreiten gutes Reiten und für andere Wanderreiten und Geländereiten. Ist das so?
  6. Auch habe ich schon die Behauptung gehört, dass nur wer sich traut in der Gruppe im Gelände im Galopp übers Stoppelfeld zu flitzen ein guter Reiter sei, während die Gegner behaupten, diese Pferde würden nur unkontrolliert durchs Gelände heizen. Ist das Gutes Reiten?
  7. Dann gibt es immer mehr Reiter, die der Meinung sind, dass nur wenn Ihr Pferd Piaffe, alle Seitengänge und fliegende Wechsel kann, man von Gutem Reiten sprechen könne. Ist das dann Gutes Reiten?
  8. Manche Profis unter den Reitern, die sprechen von gutem Reiten, wenn ein vom Gebäude vorzügliches Pferd im perfekten Rahmen vorgestellt wird, egal wie es sich dabei mental und emotional fühlt. Und ein körperlich von der Natur benachteiligtes Pferd, das mit viel Aufwand dennoch nur mittelmäßig daher kommen kann, durchs Raster fällt, auch wenn es sich gut zu fühlen scheint und in Harmonie mit seinem Reiter ist. Was ist dann gutes Reiten?

Tatsächlich bin ich überzeugt dass Gutes Reiten nichts mit der Reitweise, der Ausrüstung, der Rasse, dem Gewicht von Reiter und /oder Pferd, der Gangart oder den Turniererfolgen usw….. zu tun hat.

Sicher sollte jeder Reiter zuerst einmal bestrebt sein körperlich so fit zu sein, dass er in allen Gangarten einen völlig zügelunabhängigen Sitz hat und das Pferd nicht stört oder gar behindert. Dann sollte er auch mental und emotinal fit sein und immer die Ruhe bewahren können, auch in brenzligen Situationen um das Pferd zu stärken. Und dann ist es sicher sehr hilfreich die Hilfengebung so zu verfeinern, dass es ohne Kraftaufwand geschieht und an einen Tanz erinnert. Hierfür ist sicher auch Kenntniss über die Biomechnik von Mensch und Pferd notwendig sowie eine gute Motorik gepaart mit einem guten Timing und Gefühl.

Gutes Reiten ist für mich ein Mensch-Pferd-Paar, dem man gerne zuschaut, das sich in Harmonie, Spaß und Selbsthaltung bewegt, egal ob im Gelände oder im Parcour. Ein Pferd, dass seinem Alter und seinen von der Natur mitgegebenen körperlichen, geistigen und emotionalen Ressourcen entsprechend vorgestellt wird, mit dem Reiter, der wiederum mit seinen von der Natur mitgegebenen körperlichen, geistigen und emotionalen Ressourcen entsprechend umgeht und das Beste draus macht.  Unabhängig von Rasse des Pferdes, Gewicht von Reiter und Pferd und der Reitweise. Ein Paar, das keinerlei mechanische Hilfs-und Zwangsmittel benötigt, eine Einheit, wo man Mühe hat, die Hilfengebung zu erkennen, so viel Leichtigkeit und Sensibilität, dass man denken würde, Mensch und Pferd sind eine einzige Person, wie ein Pegasus, als ob die beiden nur in Gedanken telepathisch kommunizieren würden. Das ist für mich gutes Reiten, gutes Reiten lässt sich nicht in ein Schema pressen, es ist das Gesamtbild und das Gefühl das entsteht, wenn man es sieht. Dies ist meine Erfahrung und meine Meinung und gerne darf sich hier jeder sein eigenes Bild von gutem Reiten machen, denn – Es gibt so viele Wahrheiten auf der Welt wie es Menschen gibt!

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

10 Punkte die verhindern können, das mein Pferd unterm Sattel angaloppiert!

Kürzlich fragte mich eine Schülerin, wie sie denn das Problem lösen könne, dass Ihr Pferd unter dem Sattel nicht angaloppieren will und ich erklärte ihr, dass dieses Problem bei Ihr und Ihrem nicht erst unter dem Sattel beim angaloppieren entsteht, sondern ich bei unserem Zusammensein erkannt habe, dass es schon viel früher entsteht, nämlich schon beim auf halftern des Pferdes im Offenstall!

Natürlich kann es sehr viele mentale, emotionale und physische Gründe habe, warum ein Pferd unter dem Sattel nicht angaloppiert, doch speziell in diesem Fall war es genau so.

Ich sehe diese Schülerin und das Pferd regelmäßig und es ist wie ein roter Faden, der zu dem Problem mit dem nicht angaloppieren wollen unter dem Sattel führt. Jetzt wirst Du vielleicht sagen, wenn Du die ganzen Punkte liest, was hat das mit dem angaloppieren zu tun, doch die Lösung wird Dir am Schluss einleuchten. Beachte, dass es sehr verschiedene Pferdepersönlichkeiten gibt und nicht alle würden so reagieren, auch wenn der Weg derselbe ist, doch dieses Pferd mit dieser Persönlichkeit zeigt genau diesen Ablauf.

  1. Es fängt schon an, wenn die Schülerin das Pferd auf halftert, denn sie achtet nicht darauf, dass das Pferd ihr dabei hilft, ihr entgegen kommt, den Kopf tief absenkt und ihre Richtung dreht. Hier schon entscheidet sich wie kooperativ das Pferd mitarbeiten wird.
  2. Beim putzen ist dieses Pferd etwas speziell und manchmal passt es dem Pferd einfach nicht die Bürste in bestimmten Körperbereichen zu dulden und es deutet an zu beißen oder es dauert dem Pferd alles zu lange und es hebt fordernd ein Vorderbein und wird ungeduldig. Auch hier achtet die Schülerin nicht auf die Kooperation mit dem Pferd.
  3. Auf dem Weg vom Anbindeplatz zum Hoftor ist das Pferd etwas unachtsam, läuft mal zu dicht auf ohne die Korrektur von der Schülerin überhaupt ernst zu nehmen und diese fügt auch nichts mehr hinzu, so dass das Pferd nun schon zum mindestens Dritten mal heute respektlos ist ohne korrigiert zu werden.
  4. Auf dem Weg zur Reithalle kommt es auch zu dem ein oder anderen Moment, wo das Pferd nicht aufpasst, die Schülerin und ihre Zeichen und Korrekturen ignoriert und dies alles in einem kaum bemerkbaren Bereich. Also im Grunde fällt dies alles kaum auf, es läuft auf einem fast unmerklichen Grad ab und es ist schon mindestens das vierte mal, dass das Pferd heute respektlos und unachtsam reagiert ohne angemessene Konsequenzen.
  5. In der Reithalle, schon beim betreten und ablegen der mitgebrachten Utensilien, kommt das Pferd immer wieder in der „privaten“ Bereich des Menschen, ohne ernsthafte Korrektur zu erfahren, es scheint den Grad der Korrektur zu ignorieren oder auszusitzen, so niedrig ist die Energie der Korrektur. Schon mindestens das fünfte Mal heute lernt das Pferd, dass es den Fragen und Wünschen der Schülerin nicht nachkommen braucht und es nur lange genug ignorieren muss und die Schülerin stellt ihre Zeichen ein. Also mindestens 5 Mal hat das Pferd in der kurzen Zeit schon die Erfahrung gemacht, dass es sich keine Mühe geben braucht und nicht respektvoll sein muss.
  6. Am Boden arbeitet die Schülerin mit dem Pferd und bewegt es in verschiedene Richtungen, die Hinterhand, die Vorhand, rückwärts, seitwärts. Es macht den Anschein, dass die Schülerin ein bischen was anfragt beim Pferd und das Pferd ein bischen was macht für sie, oft muss sie vielt tun, damit das Pferd wenig macht. Es läuft alles auf Energiesparniveau ab, das Pferd zeigt kein Bemühen und verhält sich kaum bemerkbar respektlos. Inzwischen alles mitgerechnet, sind wir bestimmt schon bei 10 Mal oder mehr, in denen das Pferd gelernt hat, dass es sich nicht bemühen muss und Reize des Menschen nur lange genug aussitzen muss um sie abzustellen.
  7. Als die Schülerin dann am Boden das Pferd fragt im Kreis um sie herum zu laufen, läuft es wie in Zeitlupe und als sie für schneller fragt, wirft das Pferd unwillig den Kopf und als sie dann nochmal nach mehr fragt, wird das Pferd völlig abwehrend(schließlich musste es sich die letzten 20 Minuten mit diesem Menschen auch nicht anstrengen, warum sollte es dies jetzt tun) die Anfrage des Menschen übersteigt deutlich den Komfortbereich auf den sich das Pferd die letzten 20 Minuten eingestellt hat und das Pferd steigt, springt in die Luft und zeigt deutlich seinen Unwillen, die Gangart zu erhöhen. Schließlich erreicht die Schülerin doch noch eine schnellere Gangart, doch es hat nicht die Qualität erreicht, dass das Pferd wirklich bereit war mehr zu tun.
  8. Als die Schülerin dann in den Sattel steigt, macht das Pferd nach dem Aufsteigen einfach schon mal 3 Schritte nach vorne, sie bremst zwar das Pferd mit deutlichem Aufwand, aber korrigiert nicht die 3 Schritte.
  9. Beim Anreiten dann, muss sie viel Schenkel- und Körperhilfe bringen, das Pferd ist zäh am Zügel und zäh am Schenkel, es sieht alles mehr wie ein Tauziehen und Armdrücken aus, als wie Leichtigkeit und Sensibilität beim reiten. Das Antraben verläuft ähnlich wie das Anreiten im Schritt und wieder findet keine Korrektur statt.
  10. Und als die Schülerin dann angaloppieren will, sagt das Pferd ganz deutlich, das dies nun seinen Grad an Gutmütigkeit und Bequemlichkeit für heute deutlich übersteigt und es nicht bereit ist zu galoppieren. Das Pferd wirft den Kopf und deutet an, zu bocken, wenn die Schülerin mehr fragt.

Kannst Du erkennen, dass dieses Problem nicht erst bei Punkt 10 anfängt, sondern sich von Punkt 1 bis 10 wie ein roter Faden durchzieht und dann zum deutlich erkennbaren „Problem“ wird. Wenn Du nun anfängst, das Problem an Punkt 10 zu lösen, dann ist dies für einen routinierten und sattelfesten Reiter sicher möglich, den das Pferd mit dieser Persönlichkeit wird wenn die anderen 9 Punkte so verlaufen sind wie geschildert, und Du nun versuchst es bei Punkt 10 zu verändern, womöglich anfangen zu bocken, steigen oder sonst wie seinen Unmut auszudrücken. Wenn Du die körperliche und mentale und emotionale Fitness hast, dies auszusitzen, dann kannst Du das Problem hier lösen. Wenn Du jedoch Mängel bei der körperlichen, mentalen oder emotionalen Fitness hast, dann ist es für Dich sicherer und einfacher, bei Punkt 1 zu beginnen.

Und der schöne Nebeneffekt, wenn Du bei Punkt 1 beginnst schon angemessen zu reagieren und über alle 9 Punkte konsequent, ruhig und bestimmt reagierst und korrigierst, dann wird Punkt 10 womöglich gar nicht mehr als Problem bestehen. „Ein Problem kann nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist.“ Albert Einstein

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

7 Tipps für einen problemlosen Umgang mit Pferden

Kennst Du auch Menschen, die scheinbar immer das falsche Pferd kaufen? Egal wie viele Pferde diese Menschen besitzen, es gibt immer wieder Probleme? Oder kennst Du auch die Menschen, die scheinbar so Glückspilze sind, das egal wie viele Pferde sie im Leben haben, diese immer nur Harmonie und Freude erleben?

Ich habe in den letzten 20 Jahren Horsemanship festgestellt, dass nicht die Menschen am wenigsten Probleme mit Pferden hatten, die das meiste Wissen über Pferde, Reiten, Haltung und Umgang für sich hatten, auch nicht die, mit der besten Ausrüstung, dem teuersten Pferd oder der genialsten Anlage am Stall, auch nicht die mit den meisten Pokalen im Stall und der größten Turniererfahrung oder die, die im höchsten Level reiten, egal welche Reitweise. Ich habe erlebt, dass die folgenden Punkte unabhängig vom Sachwissen oft zu den harmonischsten und problemlosesten Beziehungen zwischen Mensch und Pferd geführt haben. Dies ist meine Erfahrung und Du hast womöglich eine andere gemacht, meine Erfahrung beruht auf die Arbeit mit über 1000 Menschen und Ihren Pferden und ich kann hier nur von mir selbst sprechen.

  1. Eine artgerechte Haltung ist grundsätzlich schon einmal ein Hauptgrund für den problemlosen Umgang mit Pferden. Und mit artgerecht meine ich eine Gruppenauslaufhaltung 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr in einer sozialverträglichen Herde mit genügend Futter und Wetterschutz und vor allem genügend großer Fläche für die Anzahl der vorhandenen Pferde. Pferde die so leben, machen gewöhnlich die wenigsten Probleme im Umgang und beim Reiten, wenn die nachfolgenden Gründe alle erfüllt sind.
  2. Ein ausgeglichener Mensch, der in seiner Mitte ruht, der gelernt hat in einer ruhigen Bestimmtheit souverän und fair, freundlich und bestimmt seine Wünsche dem Pferd vorzubringen, ist die Grundlage für einen problemlosen Umgang, sogar dann, wenn er nicht so viel Wissen hat, wie eine Person, der diese Qualitäten fehlen.
  3. Eine „gute“ Energie am Ort des Geschehens. Du hast Dich sicher schon mal an Orten gut gefühlt, ohne jemals zuvor dort gewesen zu sein und Du hast Dich sicher schon mal schlecht gefühlt an ähnlichen Orten ohne Grund. Die Energie eines Standortes, egal ob es sich um einen Stall, Reithalle, Wohnhaus, Reitplatz etc….handelt, nimmt maßgeblichen Einfluss auf alle Beteiligten. Diese Energie wird erschaffen durch den Ort selbst und die Menschen die an diesem Ort leben und arbeiten. Womöglich bist Du schon einmal in eine neue Arztpraxis gekommen und hast Dich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt oder auch nicht. Beides ist möglich und beeinflusst nachhaltig alle Beteiligten.
  4. Ausführliches Wissen über die Pferdepsyche, wie Pferde denken und lernen, wie sie „behandelt“ werden wollen, was sie benötigen um sich sicher zu fühlen, was sie brauchen um respektvoll zu sein usw…ist ein weiterer Meilenstein im problemlosen Umgang mit Pferden. Ich spreche hier explizit vom Wissen über die Pferdepsyche, alles Wissen über Reiten, Haltung und Umgang wird dir womöglich nicht so viel nutzen zu einem harmonischen Miteinander wie das Wissen über die Psychologie von Pferden, das Wissen wie sie denken und wie man sie zu Partnern macht. Wie sie angefasst, gehandhabt und geritten werden wollen. Das soll nicht heißen, dass Du kein Fachwissen brauchst.
  5. Je mehr Wissen Du über Deine Gedanken und Glaubenssätze hast und wie Du diese ggfls. in eine andere für Dich und Dein Pferd förderliche Richtung bewegst, desto problemloser ist nicht nur Dein Leben, sondern auch das Leben mit Deinem Pferd. Das hört sich einfach an, ich empfinde es allerdings als wirkliche Herausforderung, diese „Arbeit an mir selbst“ 24 Stunden am Tag zu bewerkstelligen, hat es doch mit echter Selbstreflexion und auch dem Wissen über die Psychologie der Menschen zu tun. Alleine mit positivem Denken ist es oft nicht getan und spätestens wenn Angst ins Spiel kommt, scheinen viele Menschen die Kontrolle über sich und ihr Umfeld zu verlieren(und wenn dann noch ein Pferd ins Spiel kommt….). Doch ich habe festgestellt, dass auch dieser Punkt ein Meilenstein im problemlosen Umgang mit Pferden ist und ich habe oft völlige Reitanfänger, Laien im Umgang mit dem Pferd gesehen, die Ergebnisse mit Pferden erzielten mit Leichtigkeit und Harmonie, da sie dieses Wissen leben. Und ich hab Profis mit Pferden gesehen, die den Anschein machten einen Kampf mit dem Pferd zu kämpfen, weil Ihnen diese Qualitäten fehlten.
  6. Ein „kontrolliertes“ Ego ist ebenfalls ein Grund für problemlosen Umgang mit Pferden. Ein „unkontrolliertes“ Ego neigt dazu, ständig um Anerkennung zu heischen und dabei ist es völlig egal, wenn dabei die Gefühle von anderen auf der Strecke bleiben. Pferde spüren, wenn Du unachtsam bist und Dir das Ansehen vor den anderen und was die Leute sagen wichtiger ist als alles andere, Du bist in diesem Moment nicht mehr authentisch. Damit Du das besser verstehst, eine kurze Geschichte: „Vier Reiter sind mit Pferd in der Reithalle und 5 weitere Zaungäste schauen an der Bande zu. Das Pferd von Max Müller ist gerade nicht gewillt einen Sprung zu nehmen und verweigert. Wenn das Ego von Max Müller spricht, dann wird es Dinge sagen oder denken wie „der blöde Gaul, dem zeig ich es, der kriegt jetzt mal zu spüren wer der Chef ist und den andern zeig ich wie ich den Gaul beherrschen kann“ und es kommt zu unschönen Szenen und einem Kampf zwischen Pferd und Mensch, da Max Müller vor den anderen gut dastehen will. Wenn das Herz und der Verstand von Max Müller sprechen, dann wird er zuerst einmal nachdenken, woran es lag, dass das Pferd verweigerte und dann unabhängig von dem was andere über ihn denken und sagen, womöglich ein paar Schritte in seiner Arbeit am Sprung zurück gehen, vielleicht macht er ein paar Reitübungen zur Verständigung, vielleicht lässt er den Sprung niedriger hängen, auf alle Fälle sieht alles relativ harmonisch und leicht aus und er findet einen Weg mit dem Pferd zusammen zum Ziel zu kommen egal was andere sagen und denken. Er braucht keine Anerkennung von aussen.
  7. Ein Trainer, der auch Dich und Dein Pferd individuell eingeht und Wissen über die anderen 6 Punkte hat, diese lebt und vermitteln kann, der kann Dir ein wertvoller Coach und Wegbegleiter sein um all diese Punkte zu erlernen oder zu verfeinern, damit Deine Träume wahr werden können.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

Liebe Grüße Christiane Göbel

7 Gründe, warum Pferde den Reiter nicht aufsteigen lassen wollen

Hast Du auch schon einmal erlebt, dass Pferde beim aufsteigen nicht stehen bleiben wollen? Dies kann verschiedene Gründe haben.

  1. Das Pferd ist nicht entspannt und gelassen und „flieht“ vor dem Aufsteigen, vor dem Reiter oder generell vor Dingen, die über seinem Rücken passieren. Hier empfiehlt es sich, erst gar nicht auf zu steigen, sondern zuerst einmal am Boden an diesem Thema zu arbeiten. Hier trifft der gleiche Tipp zu, wie beim Blog von letzter Woche, ich empfehle Dir zuerst einmal mit z.B. einem Stick oder einer Tüte am Stick oder der Satteldecke mit dem Prinzip von Annäherung und Rückzug das Pferd mutiger zu machen mit Bewegungen und Gegenständen über seinem Rücken. Wichtig ist hier das perfekte Timing, also im richtigen Moment anzunähern und dran zu bleiben und im richtigen Moment den Rückzug anzutreten. Wichtig ist auch ein gleichmäßiger Rhythmus und eine souveräne, ruhige und sichere Energie des Menschen. Hierfür ist womöglich die Unterstützung eines Fachmannes notwendig, je nach Grad des Problems. Diese Übung kann dann mit Satteldecke und Sattel, mit Plastiktüten etc. mit dem gleichen Prinzip weitergeführt werden. Man könnte auch von einer Art Desensibilisierung sprechen, doch grundsätzlich möchte ich ein Pferd sensibel halben, deshalb ist dieses Wort nicht ganz passend. Wenn das Pferd dann völlig ruhig und gelassen mit Dingen über seinem Rücken umgeht, dann kann man wieder daran denken aufzusteigen.
  2. Das Pferd hat Rückenprobleme. Dies lässt sich sicherlich durch einen Tierarzt oder Physiotherapeuten herausfinden und manchmal reicht schon der Griff auf den Rücken und das Pferd sagt „Aua“. Hier ist natürlich Handlungsbedarf angesagt und Sie sollten einen Fachmann hinzu ziehen.
  3. Der Sattel passt nicht. Nach über 30 Jahren Pferdehaltung kann ich ein Lied davon singen was die Passform von Sätteln angeht und jeder der schon einmal in Schuhen gelaufen ist, die nicht richtig passen, weiß wovon ich rede. Doch Pferde können uns nicht sagen „wo der Schuh drückt“ und ich habe selbst nach Maßanfertigungen von Sätteln erlebt, dass das Pferd damit nicht glücklich war und ich habe Pferde mit völlig unpassenden Sätteln gesehen, die keine Probleme zeigten. Und es gibt nicht das Nonplusultra in diesem Bereich, egal ob Westernsattel, Wanderreitsattel, Flexibler Sattelbaum, Baumloser Sattel, Dressursattel etc… der Sattel muss einfach passen und zwar dem Pferd und dem Reiter, sonst können Probleme vorprogrammiert sein. Alleine dieses Thema füllt Bücher und ob man nach dem Lesen dann eine Lösung hat, das mag ich gerne jedem selbst überlassen. Ich habe festgestellt, dass wenn es um passende Sättel und die Fütterung von Pferden geht, dass es ungefähr so viele Wahrheiten gibt, wie Pferde. Ich für mich habe meine eigene Wahrheit gefunden, möchte an dieser Stelle aber keine Partei ergreifen und jedem selbst die Verantwortung überlassen den richtigen Weg zu finden.
  4. Das Pferd hat womöglich nie gelernt stehen zu bleiben. Womöglich hat es gelernt, dass wenn der Reiter in den Sattel steigt, es gleich los geht. Es hat sozusagen ein fehlerhaftes Programm installiert (bekommen). Hier setze ich erst einmal voraus, dass das Pferd und der Reiter am Boden bereits eine Kommunikation basierend auf Respekt und Vertrauen erarbeitet haben und das Pferd die Hilfen zum anhalten und rückwärts am Boden bereits kennt. Wenn die vorherigen 3 Punkte abgeklärt sind, dann empfehle ich Dir hier, dem Pferd zuerst einmal zu zeigen, dass es den Komfort findet, wenn es zulässt, dass der Reiter den Fuß in den Bügel stellt und wieder heraus nimmt. Wenn es dies akzeptiert, dann kann man sich in den Steigbügel stellen und am Pferd hoch springe und wieder absteigen ohne aufzusteigen und sollte das Pferd dabei loslaufen, dann über den inneren Zügel anhalten und jedes mal, wenn es anhält sofort absteigen und Komfort geben. Nun kann dies unter umständen ziemlich gute physische Fitness von Dir erfordern. Wie immer ist es wichtig im richtigen Moment dran zu bleiben und im richtigen Moment aufzuhören. Womöglich ist auch das hinzuziehen eines Fachmann/frau notwendig um die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Erst wenn das Pferd auch dies akzeptiert würde ich aufsteigen und wenn es in diesem Moment los läuft, dann würde ich es über die laterale Biegung anhalten oder gar zurück gehen lassen und ggfls. wieder absteigen oder den Zügel locker lassen und wenn es anhält einfach einen Moment sitzen und evtl. wieder absteigen. Das kommt immer aufs Pferd an, ich schau mir an, was das Pferd braucht um das bestmögliche Ergebnis zu bringen. Auf keinen Fall werde ich losreiten, wenn das Pferd nicht wirklich stehen bleiben kann. Auch kann es hier hilfreich sein, nach dem Aufsteigen immer zuerst ein paar Schritte rückwärts zu reiten, damit das Pferd nicht an vor- sondern an rückwärts denkt, wenn der Reiter den Fuß in den Bügel stellt und somit nicht mehr los läuft.
  5. Das Pferd kennt reiten nur als Stressfaktor. Hier ist es meiner Meinung nach empfehlenswert seine Art zu reiten zu überdenken, wenn das Pferd für mich Erholung sein soll, kann auch ich Erholung für das Pferd sein? Was kann ich tun, damit das Pferd das Reiten als Entspannung erfährt. Natürlich möchte ich auch Leistung haben, doch zuerst einmal möchte ich, dass das Pferd sich wohl fühlt, im Stehen, im Schritt, im Trab im Galopp, vorher frage ich nicht nach Leistung und je nach Pferdetyp benötigt es womöglich mehr als 5 Minuten, bis ein Pferd psychisch für Leistung bereit ist. Das physische Aufwärmen berücksichtigen heutzutage viele Reiter, doch mindestens genau so wichtig ist das psychische aufwärmen. Wann ist das Pferd bereit für mehr Herausforderung und Leistung unter dem Sattel? Nach 10 Minuten oder nach 30 Minuten? Dies kann von Pferd zu Pferd und von Tag zu Tag anders sein und sollte Berücksichtigung finden, wenn man keine Probleme produzieren möchte. Verkürzen kann man diese Aufwärmzeit unter dem Sattel indem man die Konzepte des Horsemanships verwendet um das Pferd schon am Boden vorzubereiten und aufzuwärmen, physisch und psychisch, dies verkürzt gewöhnlich die Aufwärmzeit unter dem Sattel ungemein und beugt Problemen vor, vorausgesetzt man macht die richtigen Dinge zur richtigen Zeit.
  6. Der Aufstiegsplatz behagt dem Pferd nicht. Sicher kennst Du das auch, es gibt in vielen Reithallen und auf vielen Reitplätzen spezielle Ecken, welche die Pferde unheimlich finden, aus welchen Gründen auch immer. Pferde sehen Ihre Gespenster dort, wo wir einfach nichts sehen können und wenn ein Pferd eh schon Probleme beim Aufsteigen macht, dann kann es womöglich helfen, einen Platz zu finden, an dem sich das Pferd wohl fühlt und das ist manchmal einfach 10 Meter weiter weg. Pferde haben noch viel mehr als wir ein Gespür für Energien, die man nicht sehen kann. Vielleicht hast Du das schon erlebt, dass Du in einen Raum gekommen bist, wo augenblicklich die Leute still sind, jedoch kannst Du genau spüren, dass es vor Deinem Eintreffen eine heftige Diskussion oder gar ein Streit in dem Raum stattgefunden haben oder die Leute über Dich gesprochen haben und genau das meine ich, wenn ich von der Energie an Plätzen und Räumen spreche. Das lässt sich nicht rational erklären, das ist einfach so ein Gefühl, das ankommt, wenn man an diesem Platz ist und während nur wenige Menschen dies fühlen, fühlen es fast alle Pferde.
  7. In der Reithalle ist zu viel Unruhe. Wenn ich ein Pferd reiten möchte, dann sollte es psychisch so belastbar sein, dass es auch große Unruhe um sich herum ruhig und gelassen ertragen kann. Wenn ich ein Pferd habe, bei dem dies nicht der Fall ist, habe ich die Möglichkeit es am Boden an mehr Unruhe heran zu führen und dafür zu sorgen, dass es damit ruhig und gelassen umgeht, statt nervös zu werden, somit stelle ich mich mit dem Pferd diesem Problem, denn die Alternative wäre, nur noch zu ruhigen Zeiten mit dem Pferd in der Halle aufzusteigen und zu reiten, doch hier ändert sich leider nichts in der psychischen Stabilität des Pferdes, es wäre eine Vermeidungstaktik, die vorübergehend sicher akzeptabel ist, doch langfristig sollte es Ziel sein, ein belastbares Pferd auszubilden.

 

 

 

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 

Liebe Grüße Christiane Göbel

7 Hauptprobleme beim Satteln von Pferden

Kennst du das auch, dass ein Pferd Probleme beim Satteln macht? Ich habe die häufigsten Gründe für Probleme beim Satteln für Euch erläutert.

  1. Das Pferd hat ein grundsätzliches Problem mit Dingen und Bewegungen über seinem Rücken. Wenn dies der Fall ist, dann empfehle ich Dir einen Schritt zurück zu gehen und zuerst einmal mit z.B. einem Stick oder einer Tüte am Stick oder der Satteldecke mit dem Prinzip von Annäherung und Rückzug das Pferd mutiger zu machen mit Bewegungen und Gegenständen über seinem Rücken. Wichtig ist hier das perfekte Timing, also im richtigen Moment anzunähern und dran zu bleiben und im richtigen Moment den Rückzug anzutreten. Wichtig ist auch ein gleichmäßiger Rhythmus und eine souveräne, ruhige und sichere Energie des Menschen. Hierfür ist womöglich die Unterstützung eines Fachmannes notwendig, je nach Grad des Problems. Diese Übung kann dann mit Satteldecke und Sattel mit dem gleichen Prinzip weitergeführt werden. Man könnte auch von einer Art Desensibilisierung sprechen, doch grundsätzlich möchte ich ein Pferd sensibel halben, deshalb ist dieses Wort nicht ganz passend.
  2. Der Sattel passt nicht. Nach über 30 Jahren Pferdehaltung kann ich ein Lied davon singen was die Passform von Sätteln angeht und jeder der schon einmal in Schuhen gelaufen ist, die nicht richtig passen, weiß wovon ich rede. Doch Pferde können uns nicht sagen „wo der Schuh drückt“ und ich habe selbst nach Maßanfertigungen von Sätteln erlebt, dass das Pferd damit nicht glücklich war und ich habe Pferde mit völlig unpassenden Sätteln gesehen, die keine Probleme zeigten. Und es gibt nicht das Nonplusultra in diesem Bereich, egal ob Westernsattel, Wanderreitsattel, Flexibler Sattelbaum, Baumloser Sattel, Dressursattel etc… der Sattel muss einfach passen und zwar dem Pferd und dem Reiter, sonst können Probleme vorprogrammiert sein. Alleine dieses Thema füllt Bücher und ob man nach dem Lesen dann eine Lösung hat, das mag ich gerne jedem selbst überlassen. Ich habe festgestellt, dass wenn es um passende Sättel und die Fütterung von Pferden geht, dass es ungefähr so viele Wahrheiten gibt, wie Pferde. Ich für mich habe meine eigene Wahrheit gefunden, möchte an dieser Stelle aber keine Partei ergreifen und jedem selbst die Verantwortung überlassen den richtigen Weg zu finden.
  3. Das Pferd hat Rückenprobleme. Dies lässt sich sicherlich durch einen Tierarzt oder Physiotherapeuten herausfinden und manchmal reicht schon der Griff auf den Rücken und das Pferd sagt „Aua“. Hier ist natürlich Handlungsbedarf angesagt und Sie sollten einen Fachmann hinzu ziehen.
  4. Das Pferd möchte einfach keinen Sattel auf dem Rücken haben. Wenn alle anderen Punkte ausgeschlossen sind, dann ist es möglich, dass Dein Pferd herausgefunden hat, dass wenn es sich beim Satteln „gebärdet“, die Menschen den Rückzug antreten und womöglich ist es dabei sogar schon sehr respektlos oder wird sogar gefährlich. Hier empfehle ich Dir auch zuerst einmal ein paar Schritte in der Ausbildung zurück zu gehen und zu überprüfen, wie respektvoll Dein Pferd am Boden ist. Hierzu kann man die Werkzeuge des Natural Horsemanship verwenden und einen Überblick bekommen, wie bereit das Pferd sich von Dir bewegen lässt und wie sehr es bereit ist sich für Dich zu bemühen. Wie respektvoll ist es?
  5. Das Pferd hat kein Problem mit dem Sattel, sondern mit dem Gurten. Dieses Problem sehe ich häufig und sehr selten sehe ich Menschen, die Ihr Pferd in einer respektvollen und achtsamen Weise satteln und gurten. Ich persönlich lehre in meinen Kursen, ein Pferd mit der Ausatmung anzugurten und zwar immer nur Schrittweise. Warum mit der Ausatmung? Weil im Moment der Ausatmung der Brustkorb zusammen geht und im Moment der Einatmung auseinander. Also ist es leichter mit der Ausatmung anzugurten, das kommt dem Körper des Pferdes entgegen und dies achtsam, also Loch für Loch, abwechselnd links und rechts und zwischendurch bewege ich das Pferd in verschiedene Richtungen, um es nach der Bewegung wieder ein Loch höher zu gurten. Es gibt Pferde die legen hier großen Wert drauf und es scheint Pferde zu geben, die man ohne Probleme bis zum letzten Loch hoch gurten kann ohne, dass es eine Reaktion gibt. Pferde sind einfach Individuen, so wie wir Menschen auch und ich stelle mich darauf ein.
  6. Das Pferd verbindet den Sattel mit negativen Folgeerlebnissen. Also wenn das Pferd z.B. weiß, dass nach dem Satteln der Ritt folgt und dieser ihm nicht behagt, aus welchen Gründen auch immer, dann wird es dem Sattel gegenüber nicht aufgeschlossen sein. Hier solltest du womöglich überdenken, was Du nach dem Satteln mit dem Pferd machst und wie es das Reiten mit Dir empfindet. Finde heraus, wie Dein Pferd geritten werden möchte und welche Motivationsknöpfe es hat, dies ist bei jedem Pferd etwas anders und vielleicht hilft es ihm schon, wenn Du ihm hier entgegen kommst und es wieder Freude aufs Reiten empfinden kann. Hier kann es auch hilfreich sein, den Sattel zuerst einmal in ein neues Licht zu rücken. Du könntest den Sattel in die Mitte des Reitplatzes legen und Dein Pferd bekommt dort immer Pause oder sein Futter und nach ein Paar Tagen wird es den Sattel als einen positiven Ort empfinden und ihn wenn Du alles richtig gemacht hast schon magnetisch anziehen und versuchen zum Sattel zu gelangen. Dann empfehle ich Dir dort auch die ersten Male wieder zu satteln und nicht am Anbindeplatz. Ich persönlich sattele Pferde so lange unangebunden, bis sie völlig entspannt und mit einer positiven Einstellung dabei sind und erst dann würde ich sie anbinden. Alleine dies kann schon viel verändern.
  7. Das Pferd hat bereits ein Muster entwickelt. Egal aus welchem der sechs vorherigen Punkte das Muster entstanden ist, Muster sind nicht so leicht zu verändern, bei Pferden meist leichter, als bei Menschen und manchmal muss man ein neues Muster entwickeln um das Alte abzulösen. Ein neues Muster könnte z.B. sein, dass nach Beachtung, Klärung und Lösung der vorherigen sechs Punkte man nun beginnt ein „Ritual“ zu entwickeln. Also wenn z.B. das Pferd sich angewöhnt hat, beim Satteln in die Anbindestange zu beißen, dann könnte man nun immer beim Satteln Hafer füttern, denn wenn das Pferd frisst, wird es selten auf die Idee kommen in die Stange zu beißen. Mit diesem neuen Muster oder Ritual kann es sein, dass das Pferd sein altes Muster vergisst, auch dann, wenn man eines Tages dann dieses neue Muster/Ritual weg lässt. Dies ist für die meisten sicherlich die einfachste Lösung, denn für die meisten anderen Möglichkeiten ist es enorm wichtig Pferde sehr gut und schnell lesen und angemessen reagieren zu können.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

Liebe Grüße Christiane Göbel

5 Gründe, warum Pferde sich nicht anfassen und putzen lassen wollen

Kennst du das auch? Du möchtest Deinem Pferd etwas Gutes tun und es streicheln oder putzen und es legt die Ohren an, tritt und/oder beißt sogar nach Dir. Welche Gründe gibt es dafür und wie kannst Du das verändern?

  1. Das Pferd ist kitzelig und die Art und Weise wie Du es anfasst oder putzt, fühlt sich für das Pferd gekitzelt. Ich selbst habe eine Stute die vor allem im Winterfell so empfindlich ist, dass sie eine bestimmte Intensität der Berührung benötigt. Wenn man sie zu „lasch“ streichelt oder putzt, dann ist es für sie kitzelig und nervig und sie legt die Ohren an, jedoch wenn man die Intensität der Berührung verstärkt, dann ist es für sie in Ordnung. Finde heraus WIE dein Pferd angefasst werden möchte und dies kann z.B. an der Kruppe anders ein, wie an den Sprunggelenken. Sollte es gefährlich sein, mit der Hand das Pferd zu streicheln, das es schon ein Muster hat, welches dazu führt, dass es tritt und beißt, dann kann es sehr hilfreich sein, den Arm zu verlängern. Dies geht z.B. mit einem Horsemanstick, da er im Gegensatz zur Gerte steif und fest ist und bleibt, wenn man das Pferd damit streichelt und man kann damit die Intensität des Streichel-Druckes sehr fein verändern. Erst wenn man auf diese Distanz gefahrlos das Pferd überall streicheln kann, ohne das es Unbehagen oder gar Angriff ankündigt, empfehle ich Dir die Hände zu verwenden. Auch kann der Hinweis beim 2. Punkt mit Annäherung und Rückzug helfen.
  2. Dem Pferd mangelt es an Vertrauen dem Menschen gegenüber und vielleicht gibt es Bereiche, die es anfassen und putzen lässt und andere Bereiche, wo es sich ängstigt. Wenn mangelndes Vertrauen und/oder Angst der Grund ist, warum ein Pferd nicht angefasst werden möchte, dann erlange zuerst das Vertrauen des Pferdes. Das Vertrauen kannst Du erlangen, indem Du ruhig und gelassen bleibst, während Du hier womöglich auch zuerst mit dem Horsemanstick arbeitest und das Pferd auf diese lange Distanz an den Stellen anfasst und streichelst, bei denen es ängstlich reagiert, denn ein Pferd kann auch aus Angst treten. Hier empfehle ich Dir das Prinzip von Annäherung und Rückzug zu nutzen, also wenn z.B. das Pferd unterhalb der Sprunggelenke nicht angefasst werden will, dann finde heraus, ab wo genau dies beginnt. Wenn dies z.B. schon vom Knie abwärts beginnt, dann streichele das Pferd oberhalb der Stelle, wo es reagiert und dann berühre für eine Sekunde die Grenze in die Richtung, wo das Pferd eine Reaktion zeigt und ziehe Dich wieder zurück dorthin wo Du begonnen hast. Wiederhole dies so oft und lange, bis das Pferd sich mit dieser Sekunde gut fühlt und dann erhöhe auf 2 Sekunden, dann 3, 4, 5 usw…. wenn das Pferd nun mit dieser Stelle vertrauensvoll ist, dann gehe 2 Zentimeter weiter und beginne von vorne. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen, muss aber gewöhnlich nur einmal mit diesem Zeitaufwand betrieben werden, wenn man ein gutes Timing hat. Wenn Du hier Ruhe und Gelassenheit zeigst, Dir die Zeit nimmst, die notwendig ist und im richtigen Moment die richtigen Dinge tust, dann wirst Du schnell Verbesserungen sehen.
  3. Die Bürste/der Striegel ist zu hart. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir vor 30 Jahren mit dem Metallstriegel gearbeitet haben, heute ist dieser in meiner Ausrüstung längst dem Gummi-oder Zackentriegel gewichen. Meine Araberstute Jemanah ist vielleicht eine Prinzessin auf der Erbse, aber sie möchte nur mit weichen Bürsten gebürstet werden und reagiert sehr ungehalten, wenn Ihr ein Striegel oder eine Bürste zu hart erscheinen und während ich meinem Wallach sogar locker mit dem Zackenstriegel über die Gelenke fahren kann ohne das er Unbehagen zeigt, ist dies bei Jemanah oft noch nicht einmal mit einer festen Bürste möglich. Die beiden haben ein völlig unterschiedliches Naturell, ein unterschiedliches Berührungsempfinden und ich persönlich möchte diesem Empfinden Folge leisten und stelle mich auf mein Gegenüber ein, so wie auch ich in meiner Persönlichkeit Wertschätzung erhalten möchte. Und beide Naturelle haben Vor-und Nachteile, so wie alles im Leben.
  4. Das Pferd hat ein Muster entwickelt. Wenn Du ein Pferd hast, welches ein Muster entwickelt hat, z.B. wenn es gelernt hat, immer wenn es die Ohren anlegt beim anfassen, dann wird es in Ruhe gelassen und alle flüchten, dann ist es oft nicht so einfach. Ein bestehendes Muster ist zwar bei Pferden leichter zu verändern als bei Menschen, jedoch ist hier manchmal etwas Phantasie gefragt und gutes Timing, denn Du musst genau wissen wann was zu tun ist, wann Du weiter machen solltest und wann aufhören. Oder man baut ein neues Muster ein, z.B. kannst Du dem Pferd, dass bei Berührung abwehrend gelernt hat zu reagieren eine Aufgabe geben, die es zum Denken veranlasst und zwischendrin berührst Du es kurz und fragst die nächste Aufgabe. Du hälst es beschäftigt und baust immer wieder die Berührung mit ein, mit sofort folgender Aufgabe, so dass das Pferd ein neues Muster entwickeln kann, nämlich, dass nach der Berührung eine Aufgabe kommt. Allerdings ist hier auch zu überprüfen, inwiefern der Respekt beim Pferd vorhanden ist. Sollte das Pferd mangelnden Respekt aufweisen, dann ist es empfehlenswert über die Konzepte des Natural Horsemanships zuerst mehr Respekt aufzubauen und dann an dem Muster zu arbeiten. Auch könnte man in einer Reithalle auf der anderen Seite der Bande stehen und das in der Reithalle stehende Pferd mit dem verlängerten Arm(Horsemanstick) streicheln um selbst vor den Angriffen des Pferdes geschützt zu sein und nicht gleich klein bei geben zu müssen. Allerdings ist in solchen Fällen zu empfehlen einen Fachmann/frau hinzu zu ziehen.
  5. Das Pferd hat gesundheitliche Probleme. Vor allem manche Stuten können während der Rosse empfindlich bei Berührung der Flanken sein und es gibt sicher noch ganz viele gesundheitlich Probleme, die zu Berührungsempfindlichkeit oder gar Schmerz führen. Wenn es ganz offensichtlich ist, dass das Pferd eine Verletzung hat, dann kann es natürlich jeder sehen und Rücksicht nehmen, und doch gibt es auch versteckte schmerzende Stellen und dies sollte auf alle Fälle Beachtung finden. Gerade auch im Rückenbereich liegen oft schmerzhafte Punkte vor, die man nicht sehen kann, ähnlich wie bei uns Menschen. Hier sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen.

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Liebe Grüße Christiane Göbel

5 Gründe, warum Pferde nicht mit Dir von der Herde weg gehen wollen.

Vielleicht habt Ihr auch schon erlebt, dass Ihr Euer Pferd zwar auf der Koppel anhalftern könnt, aber es mag nicht mit Euch aus der Koppel heraus oder gar weg davon gehen.

  1. Womöglich ist es ein ängstliches Pferd und es fühlt sich in der Herde sicherer. Die Frage, die Du Dir stellen solltest ist: Welche Qualität fehlt Dir mit diesem Pferd, die es in der Herde vorfindet? Bist Du ein selbstsicherer Mensch, der genau weiß, was er wann und wie haben will und auch umsetzt? Bist Du immer souverän und in einer ruhigen Bestimmtheit? Oder bist Du schnell ängstlich und verunsichert, wenn Dein Pferd anders reagiert als Du es erwartet hast? Dann solltest du an Deinem Mut und Deiner Selbstsicherheit arbeiten und das muss nicht unbedingt nur die Arbeit mit Pferden betreffen…wie mutig, souverän und selbstbewusst wirkst du auf Dein Gegenüber? Wenn Du ein unsicheres Pferd hast, dann benötigt es umso mehr Führung von Dir, damit es sich auch vertrauensvoll mit Dir zusammen von der Herde entfernen kann und dennoch nicht in Unsicherheit und Angst verfällt. Um Dich selbst mutiger zu machen, gibt es viele mentalen Techniken und zusätzlich kannst Du einfach mit kleinen Schritten anfangen. Also wenn Dein Pferd z.B. noch nicht einmal zum Tor mit Dir kommen will, dann könntest Du einfach mal ein paar Tage lang nur ein paar Schritte in Richtung Tor gehen und wieder umkehren, bevor es brenzlig wird. Vielleicht merkst Du, dass es jeden Tag etwas leichter und weiter geht als am Vortag und Du kommst dem Tor immer näher. Und dann gehst Du nur aus dem Tor heraus und wieder hinein, einen Tag später aus dem Tor heraus, ein paar Schritte weg und wieder zurück usw….das Tempo in dem Du voran gehst, sollte für Dich stimmig und leicht händelbar sein. Du solltest in einer „guten“ Energie bleiben können, die Souveränität und Sicherheit ausstrahlt.
  2. Vielleicht auch hast Du ein Pferd, dass sehr mutig und selbstbewusst ist und es möchte selbst entscheiden, mit wem es geht. Hier ist es natürlich genau so wichtig wie beim ersten Punkt, dass Du selbst mutig, souverän und selbstbewusst bist und Führungsqualitäten hast, denn ein selbstbewusstes Pferd wird nur dann mit Dir kommen, wenn Du genügend Kompetenz in Sachen Führung hast. Wie ist dass im richtigen Leben bei Dir? Bist du eher der Typ, der mit den anderen mit läuft oder bist du der Anführer? Auch hier ist es wichtig zuerst einmal mit Dir selbst zu arbeiten und Dich selbst präsenter zu machen um bestimmter aufzutreten. Auch dies ist mit mentalen Techniken möglich und kann in kleinen oder größeren Schritten Tag für Tag ausgeweitet werden.
  3. Dein Pferd bleibt einfach stehen und bewegt sich nicht mehr weiter. Hier beobachte ich oft, dass auch der Mensch anhält und sich sogar nach dem Pferd umdreht um zu schauen, warum es angehalten hat. Wenn Dir dies das nächste Mal passiert, dann mache folgendes: Tue so, als ob Du, obwohl Dein Pferd stehen bleibt, mit angespanntem Seil einfach weiterläufst und wenn es sein muss auf der Stelle. Lass nicht zu, dass Dein Pferd Deine Füße anhält, sondern laufe auf der Stelle mit Zug auf dem Seil weiter. Die meisten Pferde kommen dann mit und bei den anderen, mache ich meine Laufbewegung nicht mehr nur nach vorne, sondern nach vorne zur Seite. Wenn der Hals einen gewissen Grad zur Seite gebogen/gezogen wird, dann machen fast alle Pferde den Schritt zur Seite nach vorne und wir laufen los. Mach kein Aufsehen, tue es einfach.
  4. Das Pferd gebärdet sich, versucht sich los zu reisen oder rennt an Dir vorbei. In diesem Falle ist es aus Gründen der Sicherheit sinnvoll zuerst einmal den Respekt herzustellen, vielleicht auch ohne die Herde zu verlassen. Ich gehe davon aus, dass Du optimale und faire Werkzeuge benutzt, die ich als Knotenhalfter und 3,70m Führseil definiere in Kombination mit einem Horsemanstick. Diese Werkzeuge erlauben mir freundlich zu sein, aber auch bestimmt zu werden ohne das Pferd ärgerlich zu machen. Wenn sich ein Pferd so gebärdet, dann ist mir zuerst einmal die Sicherheit am wichtigsten und der Sicherheitsabstand zwischen mir und dem Pferd sollte hier mindestens eine Sticklänge betragen um nicht unter die Hufe/Zähne zu kommen. Erst wenn der Respekt hergestellt ist und ich ihn auch erhalten kann, werde ich mich von den anderen Pferden entfernen. Wie Du Dich entfernst, hängt davon ab, ab wo Du Dich überfordert fühlst. Auch hier kann man kleine Schritte in täglichen Erweiterungen ansetzen und Stück für Stück voran arbeiten.
  5. Dein Pferd hat nie gelernt einem physischen Gefühl zu folgen. Hier ist es wichtig dem Pferd zuerst einmal zu vermitteln, was das ziehende Gefühl am Halfter bedeutet. D.h. Du kannst mit Gefühl einen langsam und stetig zunehmenden Zug am Führseil aufbauen und sobald das Pferd den Anschein macht das Gewicht nach vorne zu verlagern oder gar einen Schritt nach vorne zu machen, öffnest Du blitzschnell die Hände und gibst ihm Komfort. Hier geht es um ein gutes Timing und viel Gefühl. Oder Du kombinierst den Zug am Halfter mit einem anschließenden Touch von hinten ans Pferd mit dem Strick, Stick oder Gerte. Der Touch sollte angemessen sein, ist er zu fest, kann das Pferd unsicher oder ärgerlich werden, ist er zu leicht kommt womöglich keine Reaktion. Um Gefühl, Timing und Technik zu verbessern kann es notwendig sein, den Rat eines Fachmannes in Anspruch zu nehmen.

Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen.

Liebe Grüße Christiane Göbel