Die 5 häufigsten Gründe, warum Pferde sich auf der Koppel nicht halftern lassen.

Kennst Du das, Du möchtest Dein Pferd von der Koppel oder aus der Offenstallanlage holen und anstatt, dass es sich freut wenn es Dich mit dem Halfter kommen sieht, rennt es davon…sicherlich gibt es unzählige Gründe dafür, doch einige der häufigsten möchte ich hier ansprechen.

  1. Du kommst immer nur dann mit dem Halfter zur Koppel, wenn Du mit dem Pferd „arbeiten“ willst. Hier wäre es hilfreich, einfach mehrfach täglich auf der Koppel zu „erscheinen“ und das Pferd mit dem Halfter zu streicheln und wieder zu gehen ohne es tatsächlich an zu halftern. Oder ggfls. zu füttern, wenn dies möglich ist ohne einen Großtierkampf in der Herde auszulösen. Sieh Dir die Welt mal aus Sicht Deines Pferde an, wenn Dein Pferd die Wahl hätte, was würde es bevorzugt tun? Wohin möchte es gehen, was macht ihm Spaß? Und dann schau Dir an, was Du machst, wenn Du Dein Pferd holst, wie viel Spaß und Freude hat es damit?
  2. Das Pferd sieht dich zielstrebig auf es zugehen und rennt davon. Hier kannst Du einfach Deinen Plan ändern und statt auf Dein Pferd, auf ein anderes Pferd zugehen, diesem Pferd Zuwendung geben und es sogar anhalftern und weg gehen oder Du tust so, als ob Du den Weidezaun reparieren willst, dann wirst Du sehen, wie schnell Du die neugierige Pferdenase an dir kleben hast. Vielleicht hast Du sogar schon erlebt, dass Du auf der Koppel was erledigen wolltest und Dein Pferd stand dir dabei im Weg rum. Pferde scheinen immer genau zu wissen, was wir vorhaben, also ändere Dein Vorhaben und sei phantasievoll und frei von Erwartungen.
  3. Das Pferd lässt Dich immer bis 1 m ran kommen und rennt dann weg. Dann mach doch folgendes, geh auf Dein Pferd zu und bevor es anfängt weg zu gehen, mach Du den ersten Schritt wieder weg vom Pferd, vielleicht nur ein paar Schritte, vielleicht komplett weg und wieder hin und wieder weg, das kannst Du unter Umständen 10 Minuten oder gar eine Stunde spielen und vielleicht hörst Du an dem Tag sogar auf, wenn Du Erfolg hast ohne das Pferd auf zu halftern und mit zu nehmen. Dieses Prinzip von Annäherung und Rückzug wird, wenn Du ein gutes Timing hast sehr schnell Veränderungen bringen und brauch vielleicht später nur noch auszugsweise verwendet werden.
  4. Dein Pferd verbindet mit mir unangenehme Dinge. Das ist einfach, dann mach es Dir doch zur Aufgabe, einen Monate lang jeden Tag nur noch für das Pferd schöne Dinge zu tun, wenn du es auf der Koppel auf gehalftert hast. Z.B. könntest du es aus der Koppel raus führen und ihm in Ruhe sein Kraftfutter, Karotten, Äpfel, frisches Gras oder was auch immer verabreichen und es dann wieder zurück bringen. Wenn Du das 1 Woche lang mindestens 1 x am Tag machst, dann sollte am Ende der Woche Dein Pferd schon freudig am Tor stehen und sehnsüchtig auf Dich warten und dann wirst Du immer mal wieder auch was anderes mit einbauen und auch hier phantasievoll bleiben.
  5. Deinem Pferd fehlt es an Vertrauen und Respekt Dir gegenüber. Pferde brauchen immer Führung um zu Dir zu kommen und mit Dir zu gehen, respektlose Pferde deshalb, weil sie sonst selbst die Führung übernehmen und ängstliche Pferde deshalb, weil sie sich nicht sonst nicht sicher in Deiner Gegenwart fühlen können. Damit ein Pferd sich gut mit Dir fühlt, solltest Du die Qualitäten des Herdenchefs haben. Schau Dir doch mal ein paar Stunden die Herde an und lerne von dem Herdenchef, er oder sie haben genau die Qualitäten, die dazu führen, dass Dein Pferd Vertrauen und Respekt hat und ihnen folgt. Wenn Dein Pferd selbst der Chef ist, dann schau Dir an, wie es mit den rangniederen Pferden umgeht und lerne von seinem Verhalten, denn gewöhnlich will es selbst so geführt werden, damit es Dir vertrauen und Dich respektieren kann.

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 Liebe Grüße Christiane Göbel

 

5 Tipps, damit Pferde langsam aus dem Hänger steigen

Kennen Sie dass, Sie öffnen die Hängerrampe und Ihr Pferd würde am liebsten sofort unter der Stange nach hinten aus dem Hänger raus hasten und spätestens wenn die Stange dann offen ist, rennt das Pferd rückwärts aus dem Hänger. Dabei kann es schnell zu Verletzungen beim Mensch und Pferd kommen und es ist eine sehr unangenehme Angewohnheit, die Gefahren birgt. Was muss ich beachten, damit ein Pferd langsam und entspannt den Hänger verlässt?

  1. Das Pferd sollte damit einverstanden sein, im Hänger zu stehen und zu fahren.

Haben Sie, so wie in den letzten Blogs beschrieben, Ihr Pferd vorbereitet für den Hänger und das Fahren im Hänger, dann ist der Grundstein schon einmal gelegt und wenn die Qualität stimmt, dann ist dies das Fundament dafür, dass das Pferd auch einverstanden ist. Wenn es dann noch beim üben ohne, dass die Stange geschlossen ist, ruhig und gelassen wartet bis Sie es wieder heraus holen, ist dies eine gute Voraussetzung.

  1. Das Pferd sollte nach dem Aussteigen sofort wieder eingeladen werden.

Wenn wir Pferde am Zielort immer sofort ausladen und vom Hänger weg führen, dann wird es womöglich immer das Ziel haben, möglichst schnell aus dem Kasten raus zu kommen. Hier hilft es, wenn wir es jedes mal nach dem ausladen SOFORT wieder in den Hänger einsteigen lassen und zwar so oft und so lange, bis es wieder ruhig und entspannt im Hänger steht und weg kommt von dem Gedanken auszusteigen.

  1. Das Pferd sollte vor dem Öffnen der Rampe und der Stange in einer „guten“ Energie sein.

Hier erinnere ich mich sofort an meine spezielle Araberstute Sherifa. Nie zuvor im Leben habe ich ein Pferd so intensiv auf das Hängerverladen und Fahren vorbereitet, wie dieses Pferd und als ich dann die erste Runde im Dorf gefahren bin und nach dem anhalten nach hinten ging und vorne in den Hänger rein schaute, da sah ich etwas, was ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie erlebt hatte. Da stand ein Pferd und klapperte vor Angst mit den Zähnen. Ganz klar, dass wenn man in diesem Moment die Rampe öffnet, dass dieses Pferd sofort aus dem Hänger raus will. Ich musste sie also zuerst in eine entspannte Energie bringen, denn nur dann würde sie ruhig und gelassen aussteigen. Das dauerte einige Minuten, ich lies sie im Hänger den Kopf nach unten nehmen, damit der Hals entspannen konnte und nach einiger Zeit folgte der Geist dem Körper. Oder haben Sie schon einmal ein Pferd gesehen, das den Kopf unterhalb des Widerristes hat und aufgeregt oder angespannt ist? Das ist nicht möglich, denn der Geist folgt dem Körper und die Körperhaltung formt die Gefühle. Dann war sie in der richtigen Energie um die Rampe zu öffnen und stieg ruhig und gelassen aus und sofort wieder ein.

  1. Das Pferd sollte das Geräusch des Öffnens der Stange nicht mit aussteigen verbinden.

Wenn ich ein Pferd habe, dass das Geräusch des Öffnens der Stange mit aussteigen verbindet, dann werde ich dieses Geräusch so oft verursachen, bis es seine Bedeutung verliert und womöglich vor dem Aussteigen dieses Geräusch immer und immer wieder erzeugen ohne das Pferd auszuladen, erst wenn es dabei entspannt und ohne Erwartungshaltung im Hänger steht, öffne ich die Stange tatsächlich, aber lass das Pferd noch einige Momente stehen bevor ich es heraus hole, denn es soll ja nicht den Ablauf „Stange auf und raus“ bekommen, sondern „Stange auf“ hat keine Bedeutung und wenn der Mensch das Signal zum aussteigen gibt, dann heißt das aussteigen.

5. Das Pferd sollte immer „angemessen“ vorsichtig gefahren werden

Ich werde nie vergessen, als Teilnehmer eines meiner Kurse morgens mit dem Hänger anreisten und ich sah das Gespann auf die Anlage zu fahren. Kurz vor der Anlage gab es dann eine 90 Grad-Kurve und ich sah mit Entsetzen, dass der Fahrer keine Anstalten machte zu bremsen. Er fuhr nahezu ungebremst in die Kurve und es polterte im Hänger, dass man meinen konnte, die Pferde seien umgefallen. Nun ja, dass diese Pferde am Abend nicht mehr einsteigen wollte, kann man ihnen nicht übel nehmen.

Also achten Sie auf angemessenes Fahren und damit meine ich nicht, wie schnell Sie auf der Autobahn fahren, sondern wie sie anfahren, bremsen und in die Kurve gehen. Die Pferde werden es Ihnen danken und wenn alle anderen Kriterien erfüllt sind immer wieder freudig einsteigen.

Ich wünsche immer eine Gute Fahrt mit den Pferden und erfolgreiches üben.

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Liebe Grüße Christiane Göbel

 

6 häufige Gründe warum Pferde trotz üben nicht in den Hänger gehen wollen

Kennen Sie das, Sie haben das Verladen und Hänger fahren geübt und alles klappt super und dann kommt der Tag, an dem das Pferd nicht mehr in den Hänger gehen will und dies kann unterschiedliche Gründe haben.

  1. Es werden nur Teile des Gesamtkonzeptes genutzt:

Es gibt Fälle, bei denen Pferdebesitzer diese Art des Verladens als einzigen Baustein vom Natural Horsemanship verwenden, um genau dieses explizite Problem zu lösen. Und manchmal geht das gut und dann gibt es die Fälle, bei denen das Pferd dann immer und immer wieder Probleme beim Verladen macht. An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass man manchmal im Horsemanship nicht einfach Teilkomponenten zum eigenen Vorteil heraus nehmen kann und dann damit auf Dauer Erfolg hat. Das ist zwar möglich und manchmal klappt es sogar, doch es gibt Pferde, die verlangen mehr als dies. Natural Horsemanship bedeutet, mit Pferden im Allgemeinen auf natürliche Art umzugehen, sie artgerecht zu halten, fair mit ihnen zu sein, am Boden und im Sattel. Es bedeutet, die Sprache des Pferdes lesen zu können und natürlich auch selbst in der Sprache des Pferdes zu kommunizieren. Es bedeutet, die Bedürfnisse des Pferdes zu erkennen und die richtige Einstellung zum Leben mit und ohne Pferd zu haben. Es bedeutet eine echte Führungsperson zu sein, die angemessen reagiert und so freundlich wie möglich, so bestimmt wie nötig agiert. Einen echten Horseman erkennt man an den Hilfsmitteln, die er verwendet und vor allem an denen, die nicht verwendet werden. Ich füge dies hier noch hinzu, dass, falls Sie zu den Menschen gehören, die sich z. B. nur den Hängerpart ausgesucht haben und den Rest so machen wie immer, und falls Sie genau das Pferd haben, das dann nicht immer auf diese Weise in den Hänger geht, dann sollten Sie vielleicht das gesamte Horsmanship überdenken und sich womöglich bemühen, aus Sicht Ihres Pferdes die Dinge zu sehen.

  1. Die Fahrt endet für das Pferd immer an einem unangenehmen Ort:

Und schlussendlich gibt es ja dann noch die Pferde, die immer nur dann verladen werden, wenn Sie zum Tierarzt fahren oder zu einem Turnier oder sonst einer Arbeit oder Tätigkeit, die den Pferden womöglich nicht gefällt. Und dann wollen diese natürlich nicht in den Hänger gehen, weil sie vermuten, dass so wie immer das Ziel der Fahrt nicht schön ist. Wenn Sie dann diese Rahmenbedingungen verändern und das Pferd vielleicht eine Woche lang jeden Tag zu einer Wiese zum Grasen und Ausruhen fahren, dann kann sich auch die Einstellung Ihres Pferde verändern.

  1. Es wird rücksichtslos gefahren:

Wenn ein Pferd immer wieder Probleme beim Verladen macht, kann dies auch damit zusammen hängen, dass die Fahrt für das Pferd ein Himmelfahrtskommando ist. Ich bin schon mehrfach mit Leuten im Auto gefahren, die einen Hänger mit Pferd hinterher zogen und der Meinung waren, dass sie eine sanfte Fahrweise hätten, doch ich war anderer Meinung. Am besten hilft es hier einfach selbst mal freihändig stehend im Hänger ein paar km zu fahren um zu erkennen, was das für Pferde bedeutet.

  1. Es wird am Zielort jedes Mal gleich ausgeladen:

Wenn Sie Ihr Pferd am Zielort immer gleich ausladen und vom Hänger weg gehen, dann impliziert das Pferd mit dem stehenbleiben und öffnen des Hängers, dass es wenn es möglichst schnell raus geht die Sache hinter sich hat. Deshalb habe ich im letzten Blog empfohlen, die Pferde am Zielort nur in einer ruhigen und entspannten Energie auszuladen und sofort wieder einzuladen, so lange bis das Pferd wieder entspannt bei offener Stange stehen bleibt. So lernt das Pferd, dass es keinen Sinn macht am Zielort auszusteigen, da es eh gleich wieder in den Hänger muss.

  1. Es ist nicht genügend Vertrauen und Respekt vorhanden:

Oft ist der Weg von der Box zum Pferdehänger schon ausschlaggebend für den Erfolg am Hänger. In welcher Energie geht das Pferd mit durch den Stall oder über die Weide? Lässt es sich ziehen oder überholt es ständig? Ist es respektlos oder gar ängstlich? Und wird all dies gesehen und entsprechend reagiert? Wenn nein, dann kommt die Quittung am Hänger und das Pferd verweigert. Hier sollte man vielleicht wieder an den Basics üben und mehr Bewusstsein im täglichen Umgang an den Tag legen um entsprechend angemessen reagieren zu können.

  1. Das Pferd ist noch nicht wirklich Hängersicher

Viele Menschen erzählen mir, dass ihr Pferd „gut“ in den Hänger geht, doch was ist „gut“? Für viele bedeutet gut, wenn sie das Pferd in den Hänger führen und dabei noch etwas motivieren mit Gerte oder Futter. Sie sehen nur das Ergebnis und nicht die Art und Weise wie das Pferd sich dabei verhält und fühlt.

Für mich bedeutet „gut“, dass wenn ich mit einem Pferd am langen Seil an einem offenen Hänger vorbei laufe, es einfach die Chance nutzt in den Hänger zu rennen.

Dann weiß ich sicher, dass ich dieses Pferd in allen Lebenslagen verladen kann und es sich dabei gut fühlen wird. Dies erreiche ich natürlich nicht mit stupidem Üben, sondern, indem ich den Hänger als Spielplatz und Wohlfühlort mit Phantasie und Wissen integriere und nutze. Indem ich selbst immer in einer guten Energie und mit positiven Gedanken mit dem Pferd zum Hänger gehe, unterstütze ich diesen Vorgang noch. Vielleicht machen Sie den Hänger zu einem „Spielplatz“ und richten Spieltage mit Hänger ein:-)

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Ich wünsche Dir nun das Bewusstsein, aus Sicht Deines Pferdes die Dinge zu erkennen und die Achtsamkeit und Erkenntnis, die für Dich und Dein Pferd stimmigen Lösungswege zu gehen. Mehr Informationen erhälst Du hier: www.christiane-goebel.de

 Liebe Grüße Christiane Göbel

5 wichtige Punkte um mit Pferden im Hänger weg fahren zu können

  1. Eine Woche lang täglich 3mal (mindestens 1x) das Pferd etwa 10-mal oder öfter in beide Seiten des Hängers zu laden und wieder herauszuholen, OHNE die Stange und Rampe zu schließen
  2. So gute Ergebnisse bekommen, dass das Pferd nach mehreren Minuten von mir wieder herausgeholt werden muss
  3. Im Hänger hängt vorne ein Heunetz und evtl. ein „Lehrpferd“ steht mit im Hänger zur Unterstützung
  4. „Wenn Du ein Pferd im Hänger fährst, dann musst Du so fahren, als ob Du keine Bremse hättest.“
  5. Achten Sie auf Ihre Gedanken, denn Egal was Sie denken, genau das wird wahrscheinlich passieren.

Wenn Sie nun die Übungen aus dem Blog von letzter und vorletzter Woche erfolgreich absolviert haben, und das Pferd immer und immer wieder leicht in den Hänger zu verladen ist, dann dürfen Sie eines auf keinen Fall tun, nämlich die Stange und die Rampe schließen. Und genau dieser Fehler wird immer gemacht, sobald das Pferd endlich den letzten Fuß in den Hänger gesetzt hat. Hier geht mit uns Menschen wieder das Raubtierverhalten durch oder die Zeitnot. Das Fluchttier ist in der „Falle“ und das Raubtier schnappt zu. Doch bereit für das Schließen der Stange und der Rampe ist das Pferd manchmal erst nach mehreren Tagen oder einer Woche. Den meist schwierigsten Part haben Sie nun bewältigt und nun empfehle ich meinen Schülern, eine Woche lang täglich 3mal (mindestens 1x) das Pferd etwa 10-mal oder öfter in beide Seiten des Hängers zu laden und wieder herauszuholen, OHNE die Stange und Rampe zu schließen. Sie können nun auch täglich das Kraftfutter im Hänger füttern um den Hänger noch komfortabler und interessanter zu machen. Es ist ein großer Unterschied, ob das Pferd mit Futter in den Hänger gelockt, also überlistet wird, oder eben wenn es verstanden hat und einverstanden ist, dort Futter vorfindet…..Bereit die Stange schließen zu lassen, ist das Pferd manchmal erst nach vielen Tagen und das zeigt sich dadurch, dass das Pferd nun nach dem Einladen einfach einparkt im Hänger und nach mehreren Minuten von mir wieder herausgeholt werden muss, oder noch besser, am liebsten im Hänger bleiben möchte. Es kann sogar passieren, dass das Pferd nicht mehr aus dem Hänger rausgehen will. Doch dies ist leicht zu lösen, denn wir haben ja durch die viele Vorbereitung im Horsemanship, auch eine Kommunikation für das Rückwärts eingebaut. Wenn das Pferd nun also bereit ist zum Schließen der Stange, werde ich persönlich dies die ersten Male vorzugsweise im Beisein eines absolut hängersicheren „Lehrpferdes“ tun, das dem „Anfänger“ Ruhe und Selbstverständlichkeit vermittelt. Wenn ich also die ersten Male Stange und Rampe schließe, hängt vorne ein Heunetz im Hänger und das „Lehrpferd“ steht mit im Hänger. Auch die ersten Fahrten, die ich dann mache, wenn das „Anfängerpferd“ das Schließen der Stange und Rampe ruhig und gelassen erträgt, mache ich meist mit „Lehrpferd“. Wenn kein „Lehrpferd“ zur Verfügung steht geht es natürlich auch ohne. Und oft fahre ich dann nur mal um die Anlage und lade wieder aus und erneut ein und fahre nun 5 Minuten und lade wieder aus und wieder ein…. Das hängt ganz vom Pferd ab. Und erst wenn das „Anfängerpferd“ ruhig und gelassen auch größere Strecken mit „Lehrpferd“ gefahren ist, und das kann mehrere Tage oder über eine Woche oder noch länger dauern, ist die erste Alleinfahrt angebracht. Und zu 95 % haben Sie nun ein Leben lang ein verladesicheres Pferd und können alleine 2 Pferde verladen und wegfahren. Und bei den restlichen 5 % ist noch etwas „Nacharbeit“ nötig, damit es so wird. An dieser Stelle fällt mir ein Satz ein, den vor vielen Jahren mal ein alter Pferdemann zu mir gesagt hat und der sicher dazu beiträgt, dass Ihr Pferd auch die nächsten 20 Jahre noch gerne in den Hänger steigt, nämlich: „Wenn Du ein Pferd im Hänger fährst, dann musst Du so fahren, als ob Du keine Bremse hättest.“ Ja auch die Art wie gefahren wird, ist bei vielen Pferden relevant, vielleicht kennen Sie das selbst als Beifahrer, bei den einen Fahrern fühlen Sie sich sicher und bei den anderen stehen sie Todesängste aus. Ich denke, Pferden ist es egal, ob ein Hänger 80 oder 100 auf der Autobahn fährt, was jedoch nicht egal ist, ist der Moment des Anfahrens, der Moment des Bremsens und der Moment wo es in eine Kurve geht. In diesen Momenten empfehle ich Ihnen so zu fahren, dass ein volles Glas Wasser im Anhänger nicht umfällt und am besten noch nicht einmal überschwappt. Wenn natürlich das Pferd erfahrener ist, dann hält es auch etwas unsanftere Fahrten aus, dennoch fühlt es sich besser bei einer angemessenen Fahrt.

Und dann ist noch ganz wichtig, das man bei Ankunft am Zielort das Pferd nicht sofort auslädt, sondern erst, wenn es in einer ruhigen und entspannten Energie im Hänger steht. Und es ist sinnvoll, das Pferd nach dem ausladen sofort wieder einzuladen, warum? Weil es dann aus Sicht der Pferde keinen Sinn machen wird schnell aus dem Hänger zu rennen, wenn Sie jedesmal eh wieder gleich einsteigen müssen. Das kann ein großer Unterschied sein!

Zweifeln Sie daran, dass Ihr Pferd am Ende das gewünschte Ergebnis zeigt, oder sind Sie felsenfest davon überzeugt, dass es klappt oder irgendwo dazwischen? Egal was Sie denken, genau das wird wahrscheinlich passieren.

Wenn wir einer Sache in Gedanken Energie geben, strebt dieser Gedanke nach Verwirklichung. Deshalb achten Sie auf Ihre Gedanken, sie entscheiden über Ihr Leben nicht nur mit Pferden. Das Schöne am Zusammensein mit Pferden ist, dass sie sofort unsere Gedanken und Einstellungen spiegeln und auch deren Veränderung spiegeln Pferde sofort. Sie meinen, das sei zu einfach? Sie haben Recht, es ist einfach, wenn Sie lernen, die richtigen Gedanken zu denken und das kann man lernen; ich bin auch schon mitten in diesem Lernprozess und das Leben wird einfacher. Sie fragen sich jetzt: “Muss ich das wirklich alles genau so machen?“ Grundsätzlich müssen Sie überhaupt nichts! Ich mag Ihnen das einmal bildlich erklären: Angenommen, Sie lieben den Apfelkuchen, den Ihre Mutter immer backt über alles und möchten genau diesen Kuchen so auch zuhause zubereiten. Ihre Mutter gibt Ihnen das Rezept, z. B. 250g Butter, 500g Weiß-Mehl, 4 Eier, ¼ l Milch, 150 g Zucker und Boskop-Äpfel. Sie wollen es zuhause nachbacken, aber statt Zucker nehmen Sie Süßstoff, die Milch verdünnen Sie mit Wasser, statt Butter verwenden Sie Diätmargarine und das Mehl ersetzen Sie mit Vollkornmehl und nehmen Granny-Smith-Äpfel. Was meinen Sie, wird dieser Kuchen genau so schmecken wie der Ihrer Mutter? Vielleicht schmeckt er auch vorzüglich, vielleicht sogar besser, aber Sie werden ein anderes Ergebnis bekommen, weil Sie das Rezept abgeändert haben. Wenn Sie also genau das gleiche Ergebnis haben wollen, dann sollten Sie genau das Rezept verwenden, wenn Ihnen eine Änderung auch recht ist, dann probieren Sie diese. Und hier sind wir bei der Eigenverantwortung, Sie sehen, es geht mir wirklich darum, dass Sie selbst Verantwortung für sich und Ihr Leben, insbesondere mit Pferden übernehmen.

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Die 5 wichtigsten Voraussetzung für ein entspanntes Verladen von Pferden

 

  1. Viel Zeit und Geduld
  2. Ein Platz an dem man niemanden stören kann
  3. Einen eingezäunten Platz
  4. Eine rutschfeste, nicht zu steile Rampe, die trocken sein sollte
  5. Befreien Sie sich von besser wissenden Zuschauern, die Ihnen mit schlauen Bemerkungen die Nerven rauben

Sie haben so wie beschrieben alle Vorübungen zum Hängerverladen, also Hindernisse „Drüber“, „Drunter“ und „Durch“ locker und entspannt mit Ihrem Pferd überwunden, dann ist es an der Zeit, direkt zum Pferdehänger überzugehen. Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, denn viele Pferdebesitzer nehmen sich zwar immer und immer wieder die Zeit, Stunden vor der Abfahrt mit dem Verladen auf die gleiche uneffektive Weise zu beginnen, aber sie nehmen sich nie die Zeit, es einmal richtig zu machen und als Ergebnis ein Pferd zu erhalten, dass nun ein Leben lang in wenigen Sekunden zu verladen ist. Womöglich dauert diese Art, die ich Ihnen beschreibe, am Anfang sehr lange, wenn Sie z. B. ein Pferd haben, welches in 10 Minuten mit Longe um den Hintern, vorne ziehen und hinten schieben eh in den Hänger zu zwingen geht, doch dann erreichen Sie nie die Qualität, die es hat, wenn Ihr Pferd selbst entscheidet und freiwillig vor Ihnen in den Hänger läuft, Sie haben richtig gelesen, nicht Sie gehen voran, sondern das Pferd. Das Wichtigste ist, dass Sie unendlich viel Zeit und Geduld haben an diesem Tag. Wenn Sie nämlich einen ganzen Tag Zeit haben, werden Sie womöglich schon in einer Stunde fertig sein, allerdings, wenn Sie sich dafür nur 2 Stunden Zeit nehmen, stehen Sie womöglich morgen noch vor dem Hänger. Pferde haben wie schon erwähnt sehr gute Antennen, was Zeitdruck und Stress angeht, deshalb sorgen Sie hier schon einmal für optimale Voraussetzungen und gute Laune. Wenn Sie im Freien verladen wollen, dann sollte es auf alle Fälle sicher den ganzen Tag trocken und schön bleiben. Der Untergrund sollte weich sein, z. B. Naturboden oder Reitplatzboden, und vor allem trocken. Stellen Sie den Hänger möglichst eben an einen Platz, wo Sie die nächsten Stunden niemanden stören können und nehmen Sie möglichst einen eingezäunten Platz, der mindestens die Maße eines halben Reitplatzes hat, sodass der Hänger frei steht und nicht am Zaun, damit, falls das Pferd einmal Ihren Händen entgleitet, es durch die Einzäunung in erreichbarer Nähe bleibt. Ja, Sie haben richtig gelesen, den Hänger bitte in die Mitte stellen und NICHT an den Zaun. Warum? Weil diese Begrenzung durch den Zaun, oder noch schlimmer einer Wand auf der einen Seite der Rampe, Druck und Zwang erzeugen kann und genau das wollen wir beim Hängerverladen vermeiden. Alles, was mit Druck erreicht wird, muss oft ein Leben lang mit Druck erhalten werden –und ein Pferd zwingen etwas zu tun, das kann wirklich fast jeder; die Kunst ist es zu erreichen, dass Ihr eigener Wunsch zum Wunsch des Pferdes wird. Auch ist Hänger nicht gleich Hänger. Wenn Sie selbst einmal eine Fahrt in einem Pferdehänger erlebt haben, dann wissen Sie, was ich meine. Es ist ein großer Unterschied, ob Sie mit einem Hänger mit Plane oder mit einem Hardtop oder einem Polyesterhänger fahren. Nicht nur der Preis ist ein großer Unterschied, auch der Fahrkomfort für die Pferde. Wichtig ist eine absolut rutschfeste, nicht zu steile Rampe, die trocken sein sollte, damit sie eben nicht rutschig wird. Gummiboden, Teppichboden oder zumindest Holzquerstreben gewährleisten Trittsicherheit. An der auf der Erde liegenden Rampe sollten keine Teile abstehen (Verletzungsgefahr). Manche älteren Modelle haben jedoch die Metallverschlüsse rechts und links an der Rampe und diese sollte man für die Verladeaktion mit Tennisbällen oder Gumminoppen polstern. Auch der Innenboden des Hängers sollte trocken und griffig sein. Stellen Sie also den Hänger mittig auf den zur Verfügung stehenden eingezäunten Platz und lassen Sie die Rampe noch geschlossen. Und noch ein Tipp nebenher: Befreien Sie sich von besser wissenden Zuschauern, die Ihnen mit schlauen Bemerkungen die Nerven rauben.

Bereiten Sie Ihr Pferd wie gewohnt am Boden vor und gehen Sie noch einmal die „Drüber“, „Drunter“ und „Durch“-Hindernisse nacheinander durch. Wenn Ihr Pferd diese entspannt und gelassen beschreitet, dann suchen Sie sich einen Abstand zwischen der geschlossenen Hängerrampe und Ihnen, der vom Pferd noch gelassen durchquert werden kann, und beginnen Sie nun, wie von den vorbereitenden Übungen gewohnt, das Pferd in Halbkreisen durch diesen „Engpass“ zu schicken. Vielleicht ist der Abstand gerade mal 4 m am Anfang, vielleicht aber auch 14 m. Der Abstand sollte auf alle Fälle so gewählt werden, dass das Pferd entspannt hindurchgeht. Jedes Mal, wenn es dies tut, gehe ich einen Schritt nach vorne, und wenn dieser neue kürzere Abstand wieder ok ist, dann gehe ich wieder einen Schritt vor, so lange, bis nur noch ca. 1m zw. mir und dem Hänger Platz ist und das Pferd auch hier entspannt und flüssig durchläuft. Nun ist es soweit und ich öffne die Rampe und beginne das gleiche Spiel zwischen mir und der offenen Rampe hindurch, bis der Abstand nur noch ca. 1 m ist.

Dann ist mein nächstes Ziel, dass das Pferd mit mindestens einem Huf die Rampe berührt, dann mit 2 und 3 und am Ende mit allen 4 Hufen über die Rampe von einer Seite zur anderen läuft. Das geht manchmal sehr flott und manchmal dauert es. Doch bevor das Pferd nicht über die Rampe von einer Seite auf die andere läuft, kann ich es wohl schlecht fragen, ob es in den Hänger geht, denn der Weg dorthin geht nun einmal über die Rampe. Es kann sogar sein, dass das Pferd zu Beginn über die komplette Rampe auf die andere Seite springt oder über die Rampe galoppiert. Das ist in Ordnung und mit jedem Mal, wo es die Seite wechselt, wird es dies ruhiger tun.

Vorausgesetzt, ich bleibe ruhig und gelassen und überlasse es dem Pferd, wie es seine Fortschritte macht, und das ist von Pferd zu Pferd verschieden. Wenn das Pferd dann mehrere Male ruhig und gelassen von beiden Seiten über die Rampe gelaufen ist, wechsele ich meinen Platz und stelle mich an den Hänger, da, wo die Rücklichter an der Seite sind, ohne Platz zwischen mir und dem Hänger zu lassen. Nun frage ich von diesem Platz aus, ob das Pferd von vorne auf die Rampe Richtung Hänger gehen möchte.

Wie schon bei der ganzen Vorbereitung ist es auch hier wichtig, das Pferd immer nur einmal zu fragen und dann zu schauen, wie weit es läuft. Vielleicht ist es nun mit seinen Vorderbeinen vor der Rampe und bremst. Das ist in Ordnung und ich lasse es dort stehen. Denken Sie an das Topfklopfspiel vom Blog letzte Woche. Nun ist der Hänger der Topf und das Pferd soll wissen, dass immer, wenn es in der Nähe des Hängers ist, es dort komfortabel ist und aller Druck aufhört!!!! Dies ist einer der wichtigsten Punkte beim Verladen. Auf keinen Fall sollten Sie das Pferd für Vorwärts fragen und Druck aufbauen, wenn es stehen geblieben ist. Denn wenn ein Pferd stehen bleibt, dann denkt es rückwärts, sonst wäre es ja weitergelaufen. Ich lasse es also dort stehen und warte einige Zeit und das Erste, was ich dann tue, ist, dass ich das Pferd einige Schritte zurückschicke (die Energie des Rückwärtsschickens muss dem jeweiligen Pferd angepasst werden, sonst kann es passieren, dass das Pferd rückwärts wegrennt oder einfach stur stehen bleibt) und frage es aus dem Rückwärts heraus wieder für Vorwärts. Sobald das Pferd einen Schritt vorwärts tut, nehme ich meine Energie weg und schaue, wie weit es geht. Womöglich bleibt es wieder vor der Rampe stehen, dann mach ich die Pause dort etwas kleiner, denn das war ja im Vergleich zu vorher ein kleines Ergebnis. Vielleicht geht es aber nun mit den Vorderfüßen auf die Rampe. Dann mache ich die Pause deutlich größer, denn das war ja ein größeres Ergebnis als vorher. Je nach Pferd gehe ich dann sogar rückwärts komplett vom Hänger weg und lasse es sogar Gras fressen. Denn somit nehme ich den Druck weg und ich mache genau das Gegenteil von dem, was ja die meisten Menschen tun, wenn Sie ein Pferd verladen, nämlich je näher das Pferd am/im Hänger steht, desto mehr Energie und Zug und Zwang wird angewandt.

Schauen Sie mal beim Verladen auf Turnierplätzen zu und Sie werden sehen, dass, je mehr vom Pferdekörper schon im Hänger ist, desto mehr Kraft und Energie die Menschen aufwenden, um auch noch den letzten Rest in den Hänger zu zwängen, schnell die Stange und Rampe zu schließen und wegzufahren. Tja, und beim nächsten Mal wundern sich viele, dass dieses Pferd noch nicht einmal mehr in die Nähe der Rampe gehen will. Das ist ein Teufelskreis. Wenn ich das Pferd kurz weg vom Hänger geführt habe, nehme ich wieder meinen Platz an den Rücklichtern an der Seite ein und frage das Pferd wieder für Vorwärts. Oft ist es so, dass das Pferd nun noch weiter die Rampe hoch läuft, da es festgestellt hat, dass es ja wieder weg vom Hänger gehen kann. Tut es dies, mache ich wieder eine größere Pause und lasse es danach wieder die Rampe rückwärts heruntergehen, bevor ich es erneut für vorwärts frage. In den meisten Fällen ist es so, dass das Pferd nun immer mutiger wird und immer weiter in den Hänger hinein läuft, bis es irgendwann ganz drin ist und vielleicht nach einer Sekunde wieder rückwärts heraus stürmt und das ist in Ordnung, denn es möchte sicher gehen, dass niemand die Stange einhängt. Wenn es das erste Mal ganz drin war, kann es sein, dass im optimalen Falle nun der Schalter umgelegt ist und das Pferd nun immer wieder in den Hänger geht und sogar immer länger drin bleibt.

Es kann aber auch sein, dass es nach 10 Minuten das erste Mal im Hänger ist und dann alle Register zieht und erst nach einer Stunde wieder in den Hänger geht. Womöglich wird es in der Zwischenzeit versuchen, sich quer zu stellen, dann korrigiere ich es, ohne meinen Platz zu verlassen, mithilfe des Sticks als Armverlängerung. Vielleicht auch wird das Pferd steigen oder versuchen wegzulaufen. Wichtig ist, dass ich immer ruhig, fair und gelassen bleibe und keine Emotionen in mir hochkommen lasse. Es reicht, wenn das Pferd emotional ist, dann wäre es fatal, wenn ich nun auch noch die Emotionen hochkochen lasse. Ich werde einfach immer beharrlich und freundlich, aber bestimmt alle falschen Positionen des Pferdes korrigieren und unbequem machen, jedoch, sobald das Pferd auch nur den Anschein macht, wieder gerade in Richtung Rampe zu kommen, werde ich alle Energien herunterfahren, das Führseil hängen lassen und ein Liedchen pfeifen und dabei lächeln. Bitte bleiben Sie freundlich und geduldig und sollten Sie merken, dass Ihnen gleich der Kragen platzt und sie schon den innigen Wunsch verspüren, Ihr Pferd zu verprügeln und zum Metzger zu bringen, dann nehmen Sie das nächste annähernd gute Ergebnis, um an dieser Stelle für heute die Aktion zu beenden. Ja, sie haben richtig gelesen – BEENDEN!!! Denn sonst machen Sie womöglich mehr kaputt, als sie wieder gutmachen können. Und es ist nicht schlimm, heute die Aktion damit zu beenden, wenn das Pferd mit den Vorderfüßen auf der Rampe steht und morgen eben genau da weiterzumachen und dann weiterzugehen. Oft ist es sogar so, dass nach einer Pause das Ganze viel einfacher weitergeht, da die Gemüter wieder beruhigt sind und das Pferd festgestellt hat, dass es nun eben nicht mehr in den Hänger gezwungen wird und oft geht es sogar ganz schnell, dass das Pferd dann freiwillig in den Hänger geht. Sie müssen diese Sache auch nicht am Stück an einem Tag durchziehen, wenn es für Sie stimmiger ist, dann teilen Sie es doch auf eine Woche auf. Sie sehen, wenn man beginnt, dann weiß man nicht, wie lange es dauert und was das Pferd alles tun wird. Nur eines ist sicher: Wenn Sie Ruhe, Freundlichkeit und Fairness bewahren, dann ist Ihnen der Erfolg sicher und in 20 Jahren Erfahrung mit allen möglichen Rassen, großen und kleinen Pferden, Pferden mit schweren Hängerunfällen, Pferden, die Angst hatten, und Pferden, die einfach keinen Bock hatten, in den Hänger zu gehen, habe ich eines festgestellt: Am Ende waren in all diesen Jahren alle Pferde im Hänger und meist leicht von demjenigen zu verladen, der die gleichen Techniken wie ich anwendet und die gleiche Einstellung an den Tag legt. Ob das so geblieben ist, das hängt von den Besitzern ab.

100_2175 100_2176 100_2189 100_2188Nächste Woche geht es an dieser Stelle weiter mit dem Thema Hängerverladen, dann geht es darum, dass das Pferd auch im Hänger bleibt und wir weg fahren können.

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3 wichtige Übungen als Vorbereitung für das Hängerverladen

Das Problem mit Pferden, die nicht zu verladen sind, hat sicher jeder schon gesehen oder selbst erlebt. Man kann dieses Problem mit etwas Zeitaufwand einmal im Pferdeleben lösen für den Rest dieses Pferdelebens, doch ich stelle immer wieder fest, dass viele Pferdebesitzer dann, wenn Sie wegfahren müssen (Turnier, Kolik, Stallwechsel etc.) die schon verdrängten Hängerprobleme nun erneut sehen und mit Zwang oder guten Worten versuchen zu lösen. Das erinnert mich an den Spruch von Albert Einstein: “Die Definition von Wahnsinn ist es, immer und immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.“ Also wenn ich weiß, dass das Pferd nur mit Longe um den Hintern, ziehen vorne und schieben hinten, Zuckerbrot und Peitsche zu verladen ist und mir niemals die Zeit nehme, daran etwas zu ändern, wird es auch immer so bleiben oder sogar noch schlimmer werden. Oft höre ich auch: “Mein Pferd geht in den Hänger“ und dann sehe ich, dass es vorne gezogen, mit Futter motiviert und hinten angetrieben werden muss. Jeder kann ein Pferd dazu zwingen etwas zu tun (z. B. in den Hänger zu gehen), doch wir wissen alle aus dem eigenen Leben, dass es eine andere Qualität hat und sich besser anfühlt, wenn man etwas freiwillig tut. Wenn ich ein Pferd in den Hänger zwinge oder es überliste, und dann mit ihm weg fahre, wenn es endlich drinnen ist, obwohl es dies nicht wollte, darf ich mich nicht wundern, wenn beim Fahren oder Ausladen Unfälle passieren und das Pferd das nächste Mal noch nicht einmal mehr auf die Rampe gehen will. Warum haben nun viele Pferde anscheinend ein Problem mit dem Pferdehänger? Fluchttiere wie das Pferd meiden generell jegliche Art von Engpässen, denn in einem Engpass ist das Fluchttier dem Raubtier ausgeliefert. Engpässe als solche gibt es meines Erachtens nach in 3 großen Varianten.

  1. Drüber: Also z. B. über etwas drüber gehen oder springen, das kann eine Plane sein, ein Cavaletti oder ein größerer Sprung, eine Brücke etc
  2. Drunter: z.B.unter einem tief hängenden Ast durch, durch eine niedrige Tür durch, durch ein Flatterband usw.
  3. Durch: z. B. durh enge Türen oder zwischen 2 Fässern oder der Wand und einem Ball etc.

Oft ist jeder einzelne dieser Engpässe schon furchterregend oder zumindest heikel für das Pferd. Wenn wir uns jetzt den Pferdehänger anschauen, dann umfasst dieser alle 3 Sparten: ÜBER die Rampe, UNTER dem Hängerdach DURCH den Engpass im Hänger hinein. Wenn ich also ein Pferd verladesicher machen möchte, dann ist für mich persönlich zuerst einmal wichtig, dass Vertrauen und Respekt vorhanden ist und ich mit dem Pferd eine Kommunikation auf den Strategien des Natural Horsemanship habe. Dann beginne ich außerhalb des Pferdehängers die 3 Engpässe als solches dem Pferd nahezubringen, das ist dann die beste Voraussetzung um danach auch den Hänger zu betreten, denn durch diese Vorbereitung wird das Pferd mutiger und selbstbewusster. Und um einen Hänger zu betreten gehört eine Portion Mut und Selbstvertrauen dazu.

  1. Drüber: Hier stelle ich mich parallel zum Objekt(siehe Foto), z. B. Cavaletti , also da wo das Kreuz des Cavaletti ist und schicke das Pferd Richtung Cavaletti. Ich schicke es los und nehme sofort, wenn es losläuft, die Energie weg vom Pferd. Läuft es nur einen Schritt Richtung Cavaletti, so lasse ich es einen Moment dort pausieren. Ich merke mir die Stärke der Energie, mit der ich das Pferd losgeschickt habe und das Ergebnis. Also hat diese Energie für einen Schritt gereicht und ich möchte, dass es über das Cavaletti läuft oder springt, dann brauche ich enorm mehr Energie in diesem Moment für dieses Pferd. Bevor ich es wieder für Vorwärts frage, lasse ich es ein oder mehrere Schritte zurückgehen und frage sofort aus dem Rückwärts heraus wieder für Vorwärts. Das tue ich deshalb, weil ein Pferd, das vor einem Objekt anhält, rückwärts denkt, denn würde es vorwärts denken und über das Objekt gehen wollen, dann hätte es diese getan. Da es aber angehalten hat, ist dies nicht der Fall und ich schicke es dorthin, wohin es denkt, bevor ich es wieder nach vorne gehen lasse. Auch die Rückwärtsenergie muss dosiert werden. Habe ich ein sehr nerviges und sensibles Pferd, dann reicht es oft mit ganz wenig Energie für 1 oder 2 Schritte rückwärts zu fragen, um es dann wieder nach vorne zum Objekt gehen zu lassen. Habe ich ein faules Pferd, das sich nur auf Sparflamme bewegt, dann werde ich die Energie ins Rückwärts entsprechend hochfahren und auch in die Vorwärtsenergie mehr Intensität geben. Es ist ähnlich wie beim „Topfklopfspiel“ auf Kindergeburtstagen. Dort wird ein Topf verkehrt herum auf die Erde gestellt, mit der Öffnung nach unten und im Topf ist Naschzeug versteckt. Das Kind bekommt nun die Augen verbunden, wird mehrfach um die eigene Achse gedreht und bekommt einen Rührlöffel in die Hand und geht nun in den Vierfüßlerstand auf die Erde. Je näher es dem Topf kommt (den es ja nicht sieht, da die Augen verbunden sind), desto lauter sagen alle anderen Kinder „…lauwarm, warm, warm, heiß, heißer“ usw.“, je weiter weg es vom Topf kommt, um so lauter sagen alle anderen Kinder „…kühl, kalt, kälter, eiskalt“usw.“ und ganz schnell findet das Kind am Boden den richtigen Weg zum Topf. Wenn wir dies nun auf das Pferd übertragen, dann ist das Objekt, in diesem Falle das Cavaletti, der Topf. Da das Pferd die Worte „Heiß“ und „Kalt“ nicht versteht, ist es „kalt“ für das Pferd, wenn es unbequem wird, also z. B. wenn ich es mit viel Energie rückwärts oder weg vom Objekt schicke und „warm“ ist es, wenn ich meine Energie komplett herunterfahre und es am Objekt oder in Richtung des Objektes Pause machen lasse. Hier kommt es vor allem auf eines an: RICHTIGES TIMING! Also im richtigen Moment einfach nichts mehr zu tun und die eigene Energie komplett runter zu fahren. So arbeite ich mich also Stück für Stück voran, bis das Pferd über das Cavaletti springt oder geht. Auf der anderen Seite halte ich es an und mache eine kleine Pause(wenn es ein Pferd ist, welches es schätzt angefasst zu werden, kann ich es auch streicheln) und schicke es nun von der anderen Seite über das Objekt. Ich selbst verlasse meinen Platz nicht. Das Pferd geht im Grunde immer Halbkreise vor mir über das Objekt und hält wieder an und macht einen Richtungswechsel. Ich frage mindestens 4-5 x in jede Richtung, dann suche ich mir eine neue Herausforderung.
  2. Drunter: Wenn Sie Helfer zur Hand haben und ein nicht so großes Pferd, dann nehmen Sie doch einfach 2 Hindernisständer und legen auf höchster Stelle eine Stange auf, die von den Helfern an beiden Ständer festgehalten wird, damit das Pferd diese nicht herunterholt. Wenn Sie ein kleineres Pferd haben, dann geht es womöglich auch ohne Helfer, da das Pferd ja nicht so groß ist, dass es mit dem Rücken oder dem Kopf die Stange streifen könnte. Sehr gerne nehme ich als sichere Alternative zur Stange ein rot-weißes Baustellenband und binde es an einem Hindernisständer und der Wand fest, sodass es notfalls einfach abreist, wenn das Pferd z. B. daran hängen bleibt. So habe ich nun ein rot-weißes Band, unter dem das Pferd durchgehen kann. Das Prinzip ist das gleiche wie bei 1.Drüber, nur dass es jetzt unter der Stange oder dem Band durchlaufen soll. Achten Sie auf die kleinsten Verbesserungen, vielleicht beginnt alles damit, dass das Pferd 2 m vor dem Objekt anhält und nach mehrmaligen Versuchen mit rück-und vorwärts steht es nun endlich mit der Nase in Höhe des Objektes, dann ist das ein deutlich größeres Ergebnis als vorher und für größere Ergebnisse gebe ich eine größere Pause und für kleinere Ergebnisse eine kleinere Pause. Es kann passieren, dass nachdem das Pferd schon mit der Nase und Kopf unter der Stange hindurch stand, es plötzlich wieder einen Rückschlag gibt und das Pferd z. B. 1m vor der Stange anhält und auf keinen Fall näher kommen will. Es kann sogar sein, dass es nun einige Zeit dauert, bis es wieder mit der Nase unter der Stange ist. Nun ist das natürlich im Vergleich zu gerade eben ein großes Ergebnis, obwohl ja z. B. 15 Minuten vorher vielleicht schon der ganze Kopf unter der Stange war. Deshalb ist es wichtig, hier wieder eine sehr große Pause zu machen, denn die paar Minuten vorher war es ja noch nicht einmal bereit, in die Nähe der Stange zu gehen und das ist ein wichtiger Unterschied. Auch hier frage ich das Ganze wieder mind. 4-5x in jeder Richtung ab, am besten so lange, bis das Pferd locker und entspannt über, unter oder durch das Objekt läuft.

3.Durch: Hier nutze ich gerne 2 Tonnen und beginne mit dem Abstand, den das Pferd noch locker akzeptiert. Angenommen, das Pferd braucht zu Beginn 4 m Abstand zwischen den Tonnen, dann werde ich nach 4-5x fragen in jede Richtung die Tonnen immer ein Stück näher zusammenstellen, bis ich ungefähr die Breite des Platzes im Pferdehänger erreicht habe. Das kann 5 Minuten dauern oder auch eine halbe Stunde oder einen halben Tag. Zeit ist ein wichtiger Faktor dabei. Sie sollten Zeit ohne Ende haben, wenn Sie mit diesen Vorbereitungen fürs Hänger verladen beginnen und keinerlei Erwartungen. Pferde haben ein Gespür für Zeitdruck beim Menschen und dann funktioniert oft gar nichts mehr. Also beginnen Sie dies nur, wenn Sie z. B. einen ganzen Tag nichts vorhaben. Das ist die beste Voraussetzung, um in einer Stunde fertig zu sein. Wenn Sie allerdings nur 1 Stunde Zeit haben, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn es einen ganzen Tag dauert. Erst wenn ich Drüber – Drunter – Durch in allen möglichen Variationen mit Erfolg mit dem Pferd absolviert habe, gehe ich tatsächlich zum Arbeiten am Pferdehänger über. Wenn Sie jedoch immer nur 1 Stunde Zeit haben, dann teilen Sie sich doch die Erfolge in kleine Tagesetappen ein, z. B. heute sind Sie zufrieden, wenn es 1m vor dem Hindernis ankommt, morgen dann mit der Nase am Hindernis ist und übermorgen, wenn es den 1. Fuß auf das Objekt stellt usw. …

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Ich wünsche Euch viel Erfolg beim üben und für weitere Informationen geht es hier zu meiner Homepage: http://www.christiane-goebel.de

Durch die Tonnen
Durch die Tonnen
Unter der Stange
Unter der Stange

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Über das Cavaletti